Braunschweig 

Wolters-Aktion: Gehört Pfand daneben? Das sagt die Stadt Braunschweig

Künftig werden die Etiketten bei Wolters aus Braunschweig mit einem kleinen Hinweis versehen. Die Brauerei unterstützt die Aktion "Pfand gehört daneben".
Künftig werden die Etiketten bei Wolters aus Braunschweig mit einem kleinen Hinweis versehen. Die Brauerei unterstützt die Aktion "Pfand gehört daneben".
Foto: Hofbrauhaus Wolters GmbH

Braunschweig. Wolters findet „Pfand gehört daneben“. Deswegen hat sich die Brauerei aus Braunschweig der gleichnamigen Kampagne angeschlossen.

Viele news38.de-User finden das offenbar gut – andere aber befürchten, dass künftig überall Wolters-Flaschen und -Dosen herumstehen. Daran glaubt die Stadt Braunschweig hingegen nicht.

Stadt Braunschweig äußert sich zur Pfand-Aktion von Wolters

Man erwarte keine Veränderung im Stadtbild, teilte Sprecherin Juliane Meinecke news38.de mit. „Auch andere Getränkehersteller nehmen an der Aktion teil und bisher stellt die Verwaltung keine Anhäufungen von Flaschen rund um Abfalleimer fest.“ Damit sei auch künftig nicht zu rechnen.

Immerhin: In Braunschweig gibt es ein paar Pfandringe. Sie wurden im Rahmen eines Pilotversuches an Papierkörben in einigen Grünanlagen und in der Innenstadt installiert.

Pfandringe in Braunschweig:

  • Herzogin-Anna-Amalia-Platz
  • St.-Nicolaiplatz
  • Petritorwall
  • Südstraße
  • Litolffweg
  • Ölschlägern

14 weitere Pfandringe sollen bis Ende des Jahres in der Innenstadt angebracht werden. Das Problem: Die Stadt Braunschweig kann nicht verifizieren, inwieweit diese Ringe überhaupt die Recyclingquoten verbessern – denn sie sind meistens leer.

Pfand soll eigentlich direkt zurück in den Handel

„Es ist aber nicht nachzuweisen, ob sie zu einem anderen Zeitpunkt möglicherweise befüllt gewesen sind. Zum Teil wird Abfall in die Ringe gestellt“, so die Stadt, die den sozialen Gedanken der Pfandringe gutheißt.

Gleichzeitig sei aber auch die abfallwirtschaftliche Sicht zu betrachten. Es sei nicht gewährleistet, dass über Pfandringe wirklich Pfandflaschen und -dosen gesammelt werden.

„Sofern dies der Fall ist, ist nicht sichergestellt, dass die gesammelten bepfandeten Behälter regelmäßig in den Stoffkreislauf zurück gelangen“, schreibt die Stadt.

Zudem widersprächen Pfandringe dem eigentlichen Ansatz der Einführung von Pfand. „Pfandflaschen und -dosen sollen direkt dem Händler übergeben und nicht unterwegs einfach abgestellt werden, in der Hoffnung, dass jemand anderes sie wegräumt.“

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Das Hofbrauhaus Wolters hatte zuletzt angekündigt, sämtliches Pfand mit dem Label „Pfand gehört daneben“ zu versehen. Damit wolle man dokumentieren, dass Pfandflaschen und -dosen für viele Menschen von hohem Wert sind – und nicht achtlos in den Müll geschmissen werden sollten. (ck)