Braunschweig 

Braunschweig: „Kein Glühwein für Nazis!“ – Aktion auf dem Weihnachtsmarkt abgesagt

In Braunschweig finden der Weihnachtsmarkt und der AfD-Bundesparteitag gleichzeitig statt. Ein Facebook-User findet, dass das keine besonders gute Idee ist. (Symbolbild)
In Braunschweig finden der Weihnachtsmarkt und der AfD-Bundesparteitag gleichzeitig statt. Ein Facebook-User findet, dass das keine besonders gute Idee ist. (Symbolbild)
Foto: imago images / Müller-Stauffenberg

Braunschweig. Die Veranstaltung auf dem Weihnachtsmarkt Braunschweig ist inzwischen abgesagt worden; der Initiator begründet dies mit Sicherheitsbedenken.

„Nach meiner persönlichen Einschätzung hat das Stadtmarketing bisher weder den Ernst der Lage erkannt, noch entsprechende Sicherheitsmaßnahmen für diesen Tag getroffen“, schreibt er.

Die Entscheidung zur Absage sei nicht politisch motiviert, eine Einladung könne er aber weder mit seinem Wissen, noch Gewissen vereinbaren.

Stadtmarketing Braunschweig: Sicherheit gewährleistet

Das Stadtmarketing als Veranstalter sieht die Sicherheit durchaus gewährleistet. Wie in den Vorjahren habe man sich schon frühzeitig mit den Sicherheitsbehörden abgestimmt und ein entsprechendes Sicherheitskonzept erstellt.

„Da es sich um eine Veranstaltung auf öffentlicher Fläche handelt, gilt es dabei andere Voraussetzungen als etwa für Versammlungsstätten zu beachten. Das Konzept ermöglicht es, auf verschiedenste Situationen zu reagieren“, heißt es. Dazu befinde man sich im ständigen Kontakt mit den Sicherheitsbehörden, die aktuelle Ereignisse beurteilen.

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Bei Facebook macht derzeit eine Veranstaltung die Runde: „Kein Glühwein für Nazis! Nach der Demo geht's auf den Markt!“ heißt sie. Gemeint sind die Demo gegen den AfD-Parteitag sowie der Weihnachtsmarkt in Braunschweig.

Für den Initiator passen der AfD-Parteitag in der VW-Halle und der Beginn des Braunschweiger Weihnachtsmarkts nicht so richtig zusammen – „also eigentlich gar nicht“, schreibt er.

Braunschweig: Weihnachtsmarkt startet am 27. November

Weihnachten sei das Fest der Nächstenliebe. Die Flüchtlinge Maria und Joseph hätten Asyl in Bethlehem gefunden – „und deswegen können wir Weihnachten feiern“.

„Liebe ist stärker als Hass!“

Er betont, dass er lediglich dazu einlädt, friedlich und fröhlich in Eigenverantwortung den Weihnachtsmarkt zu besuchen. Ein Aufruf zu einer Demo sei die Veranstaltung nicht.

„Lasst uns so viel Glühwein trinken, dass an den Ständen kein Platz für Fremdenhasser ist! Lasst uns gemeinsam die Botschaft der Liebe feiern! Liebe ist stärker als Hass“, schreibt er.

Außerdem stellt der Initiator klar, dass jeder in der AfD seine eigene Meinung haben dürfe.

AfD-Parteitag in der VW-Halle

Davon unabhängig halte er es politisch nicht für verantwortlich, den AfD-Parteitag parallel zum Braunschweiger Weihnachtsmarkt zu genehmigen: „Das ist so, als würde man einen G7-Gipfel und die Chaostage gleichzeitig in die Stadt einladen.“

Braunschweiger Weihnachtsmarkt freut sich auf Gäste aus aller Welt

Am Mittwochnachmittag meldete sich auch die Braunschweig Stadtmarketing GmbH als Veranstalterin des Weihnachtsmarktes zu Wort. Dieser sei ein Treffpunkt für Braunschweigerinnen und Braunschweiger sowie Gäste aus aller Welt der Löwenstadt.

„Der Markt findet anlässlich des Weihnachtsfestes statt und so steht er selbstverständlich insbesondere für Werte wie Dankbarkeit, Solidarität und besonders Nächstenliebe und ein friedliches Miteinander“, heißt es.

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Kino in Braunschweig mit Sondervorstellung

Auch das Universum Filmtheater nimmt den AfD-Bundesparteitag zum Anlass für eine Sonderveranstaltung.

Gezeigt wird am Samstag, 30. November, Quentin Tarantinos Anti-Nazi-Kultfilm „Inglourious Basterds“. Je Ticket spenden das Kino drei Euro an das Braunschweiger „Bündnis gegen Rechts“.

Der Braunschweiger Weihnachtsmarkt beginnt am Donnerstag, 27. November um 17.45 Uhr. Der AfD-Bundesparteitag findet am darauffolgenden Wochenende in der VW-Halle statt. (red)