Braunschweig 

Wolfsburg: Mann ersticht Frau mit Küchenmesser – dafür muss er jetzt büßen!

Nach einem Trennungsstreit in Wolfsburg soll der Angeklagte mit einem Küchenmesser auf seine Frau eingestochen haben. Die schwer verletzte Frau starb trotz einer Notoperation im Krankenhaus.
Nach einem Trennungsstreit in Wolfsburg soll der Angeklagte mit einem Küchenmesser auf seine Frau eingestochen haben. Die schwer verletzte Frau starb trotz einer Notoperation im Krankenhaus.
Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
  • Als die Ehe endgültig kaputt ist, greift ein Mann zum Küchenmesser und ersticht seine Frau.
  • Die damals zehnjährige Tochter versucht ihrer Mutter zu helfen und wird vom Vater verletzt.
  • Seine Strafe fällt aus Sicht der Anklage viel zu milde aus.

Wolfsburg/Braunschweig. Diese Tat hatte ganz Wolfsburg schockiert: Ein Mann sticht im Juni mit einem Küchenmesser auf seine Frau ein. Die Tochter der beiden steht daneben. Ihre Mutter stirbt trotz Not-OP im Krankenhaus. Ihr Vater muss jetzt ins Gefängnis!

Nach den tödlichen Messerstichen muss der 47-Jährige aus Wolfsburg für elf Jahre hinter Gitter. Das Landgericht Braunschweig verurteilte ihn am Dienstag wegen Totschlags.

Brutale Tat in Wolfsburg: 22 Mal auf Ehefrau eingestochen!

Nach Überzeugung der Kammer stach der Ukrainer im Juni 2019 mit einem Küchenmesser auf das 45 Jahre alte Opfer ein. „Das war eine absolut sinnlose Tat“, sagte Richter Ralf-Michael Polomski in der Urteilsbegründung.

Tochter will Mama helfen und wird verletzt

Erschreckend an der Tat sind nicht nur die 22 Stiche gegen die Frau, sondern auch, dass die damals zehnjährige Tochter den Angriff in einem Treppenhaus in Wolfsburg miterlebte. Beim Versuch, ihrer Mutter zu helfen, erlitt sie Hämatome und Abschürfungen.

Notoperation kann Wolfsburgerin nicht retten

Trotz einer Notoperation starb die Mutter zwei Tage nach der Attacke im Krankenhaus an Organversagen. Einer der Stiche in die Brust war letztlich tödlich, wie Richter Polomski sagte. Die Tat bezeichnete er als „Gewaltorgie“.

Was der genaue Auslöser war, ließ sich in dem Verfahren nicht zweifelsfrei feststellen. Zum Prozessauftakt hatte der 47-Jährige ausführlich über eine gescheiterte Ehe berichtet. An Messerstiche könne er sich aber nicht erinnern, ließ er die Dolmetscherin übersetzen.

Was genau hat das Opfer gesagt?

An dem Abend soll seine Frau etwas zu ihm gesagt haben, das ihn wie ein Blitz getroffen habe. Um was es sich gehandelt haben könnte, beantwortete er trotz hartnäckigen Nachfragens nicht.

Durch Zeugenaussagen wurde nach Auffassung des Gerichts klar, dass die gescheiterte Ehe kurz vor dem endgültigen Aus stand. Die Frau hatte die gemeinsame Wohnung in Wolfsburg gekündigt und die Scheidung beantragt. Sie wollte ihr Leben in Bochum fortsetzen.

Mann aus Ukraine findet keinen Job

Das Paar war 2015 mit zwei Kindern aus der Ukraine nach Deutschland gekommen. Dort war der Mann als Juwelier Alleinverdiener. In Deutschland kam die Frau besser zurecht und arbeitete. Er hingegen fand wegen der Sprachprobleme keinen Job.

Bis zur Tat entwickelte sich immer mehr eine „Atmosphäre des Schweigens“, wie der Mann selbst schilderte. Kurz vor der tödlichen Attacke unternahm er auch Selbstmordversuche. Die mittlerweile elfjährige Tochter lebt nun bei Verwandten, ein älterer Sohn ist schon in der Ausbildung.

Anklage ist unzufrieden mit Strafmaß - Revision!

Für das Gericht handelte es sich um Totschlag in Tateinheit mit Körperverletzung und Nötigung. Die Staatsanwältin hatte zuvor eine deutlich härtere Strafe gefordert. Sie plädierte für lebenslange Haft wegen Mordes und wollte auch die besondere Schwere der Schuld feststellen lassen.

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Damit wäre es für den Verurteilten deutlich schwerer, nach einer Mindeststrafe von 15 Jahren auf Bewährung freizukommen. Die Verteidigung hatte auf drei Jahre Gefängnis wegen Totschlags plädiert. Beide Parteien kündigten eine Prüfung der noch möglichen Revision an. (dpa/ck)