Braunschweig 

Braunschweig: Burgpassage verzögert sich – Interessengemeinschaft mit schwerem Vorwurf

Dem Projekt Burggasse/Burgpassage werden immer wieder neue Hürden in den Weg gestellt. (Archivbild)
Dem Projekt Burggasse/Burgpassage werden immer wieder neue Hürden in den Weg gestellt. (Archivbild)
Foto: Siegfried Denzel

Braunschweig. Es ist ein Mega-Millionen-Projekt in Braunschweig. Und schon seit einiger Zeit steht endgültig fest: Die Burgpassage soll zur Burggasse umgebaut werden. 90 Millionen Euro sollen in das Projekt fließen.

Doch jetzt ist etwas in Braunschweig passiert, womit vermutlich niemand so wirklich gerechnet hat.

Braunschweig: Herber Rückschlag für Bauprojekt

Seitdem die Pläne öffentlich wurden, gibt es immer wieder Hürden für das Projekt in Braunschweig. Und jetzt das: Die Burgpassage darf bis Ende März 2023 nun doch nicht abgerissen werden!

Das berichtet die . Und das, obwohl die Burggasse (so soll sie zukünftig heißen) doch 2021 fertig sein sollte...

Die „Interessengemeinschaft Burgpassage“ begrüßt das Urteil des Landgerichtes Braunschweig. Gleichzeitig erhebt sie aber auch einen schweren Vorwurf.

Braunschweig: Burgpassage darf vorerst nicht abgerissen werden

Denn das Landgericht Braunschweig hat entschieden, dass die Burgpassage bis Ende 2023 nicht abgerissen werden darf. Grund für die möglichen Verzögerungen sei das Mietverhältnis mit Tchibo, das erst im März 2023 ende. Denn der bestehende Mietvertrag sieht nicht vor, dass Tchibo einen Abriss dulden muss. Das berichtet die Stadt Braunschweig auf ihrer Internetseite.

Braunschweigs Wirtschaftsderzenent Gerold Leppa betont außerdem: „Das Urteil schließt aber nach den mir vorliegenden Informationen des Gerichts einen Abriss der Burgpassage vor 2023 nicht aus, sofern sich beide Parteien früher einigen.“

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Stadt Braunschweig: Einigung zwischen Tchibo und Investor von großer Bedeutung

Noch hätten sich Investor und Tchibo nicht einigen können. Gerold Leppa wünscht sich in diesem Zusammenhang mehr Kompromissbereitschaft. In erster Linie sollten sowohl Tchibo als auch Investor Development Partner die Auswirkungen auf die Innenstadt berücksichtigen.

Schließlich sei die Burgpassage ein wichtiger Anlaufpunkt in der Innenstadt. In der geplanten Burggasse solle nämlich ein Mix aus Geschäften und Wohnungen entstehen und damit die Innenstadt aufwerten.

„Eine Einigung ist von großer Bedeutung für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit der Braunschweiger Innenstadt“, betont Gerold Leppa. Alle Akteure würden schließlich auch immer eine Verantwortung für den Standort tragen, an dem sie aktiv sind.

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Interessengemeinschaft erhebt schwere Vorwürfe

Die „Interessengemeinschaft Burgpassage“ indes hat ihre ganz eigene Theorie in Bezug auf die Burgpassage und das Urteil. Ein Sprecher sagt klar: „Wir begrüßen, dass das Landgericht Braunschweig den Abriss der Burgpassage untersagt hat.“ Sie fordert, dass nun nachgebessert werden.

Denn das bisherige Konzept mit dem geplanten Abriss der denkmalgeschützten Teile sei nicht tragfähig.

Außerdem erhebt die Interessengemeinschaft schwere Vorwürfe: „Es drängt sich schon der Verdacht auf, dass die Burgpassage seit Jahren gezielt entmietet wurde.“ Schließlich sei die Burgpassage bis 2015 von ECE betrieben worden.

Interessengemeinschaft fordert neues Konzept

Und weiter heißt es: „In den Reihen des neuen Eigentümers sitzt als Geschäftsführer für die Projekte ein Manager, der zuvor auch schon den Bau des ECE-Centers in Braunschweig gemanagt hat. Da kommt schon der Verdacht auf, dass man nicht alles daran setzt, sich einen zweiten Magneten als Konkurrenz zu den Schlossarkaden zu schaffen.“

Die sieht nun nach eigenen Angaben die Stadt gefordert, einzugreifen. Alle Akteure müssten sich an einen Tisch setzen und ein neues Konzept entwickeln. „Denkbar wäre, sofort wieder zu eröffnen und zumindest im Erdgeschoss neue Mieter einziehen zu lassen.“ (abr)