Braunschweig 

Braunschweig: Frau (†60) im „D-Zug“ erstochen – darum kommt der Täter nicht ins Gefängnis

Im „D-Zug“ in Braunschweig ist eine Frau erstochen worden - der Täter wird nicht angeklagt.
Im „D-Zug“ in Braunschweig ist eine Frau erstochen worden - der Täter wird nicht angeklagt.
Foto: news38.de

Braunschweig. Tod im „D-Zug“ – dieser Fall hat im Sommer 2019 für Aufsehen und Entsetzen in Braunschweig gesorgt. Ein 26-Jähriger hatte in derGaststätte eine 60-Jährige mit einem Messer tödlich verletzt.

Seit vergangener Woche muss sich der Täter vor Gericht in Braunschweig verantworten. Verurteilt wird er jedoch nicht. Warum, das erklären wir dir hier.

Braunschweig: Täter aus dem D-Zug wohl schuldunfähig

Es war der 5. Juli 2019, als sich die furchtbaren Szenen im „D-Zug“ in Braunschweigs Rotlichtviertel abspielten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Braunschweig ist es in der Gaststätte zu einem Streit zwischen dem 26-Jährigen und dem späteren Opfer gekommen.

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Der 26-Jährige habe einen anderen Gast wohl vor der Frau gewarnt. Sie soll den Gast bestohlen haben. Die Frau jedoch habe den Vorwurf als unberechtigt empfunden. Der Streit eskalierte.

Streit eskaliert: Mann sticht Frau mit Messer ins Herz

Der Beschuldigte habe zu der Zeit an der Theke gesessen und bereits ein Messer verdeckt und unbemerkt in der Hand gehalten. Die Frau sei auf ihn zugegangen. Dann habe der 26-Jährige zugestochen – in den Brustkorb. Das Opfer sei kurze Zeit später zusammengesackt. Das Messer hatte die Frau laut Staatsanwaltschaft direkt ins Herz getroffen.

Sie verstarb wenig später. Der Mann sei daraufhin geflüchtet und habe das Messer in eine Hecke geworfen. Die Polizei suchte daraufhin mit Fahndungsfotos nach dem 26-Jährigen.

Mit Erfolg. Nun muss er sich vor Gericht verantworten.

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Sicherungsverfahren am Landgericht Braunschweig

Die Staatsanwaltschaft geht jedoch davon aus, dass der Beschuldigte nicht schuldfähig ist. Er leide unter einer krankhaften seelischen Störung. Das hätten auch zahlreiche medizinische und psychologische Gutachten im Prozessverlauf bewiesen, berichtet die „Braunschweiger Zeitung“.

Demnach leide der Mann an einem schweren und akuten Fall von paranoider Schizophrenie mit depressiver Symptomatik und Suizid-Gefahr. Deshalb werde der 26-Jährige auch nicht im eigentlichen Sinne verurteilt. Vielmehr ist der Prozess ein Sicherungsverfahren.

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Das ist ein Sicherungsverfahren:

  • ein Strafverfahren, bei dem es keine Bestrafung im eigentlichen Sinne gibt
  • es wird über eine Unterbringung in einer Heil- oder Pflegeanstalt entschieden
  • die Staatsanwaltschaft kann ein solches Verfahren einleiten, wenn sie davon ausgeht, dass der Täter zum Tatzeitpunkt nicht zurechnungsfähig war
  • deshalb gibt es keine Anklageerhebung
  • es wird vielmehr ein Antrag auf das Sicherungsverfahren gestellt
  • zuständig ist dann die Strafkammer des Landgerichts

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+++Braunschweig: Tödlicher Kneipenstreit im D-Zug – 26-Jähriger vor Gericht+++

Derzeit ist der 26-Jährige in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er die Frau im Zustand der Schuldunfähigkeit heimtückisch getötet hat.

Das Sicherungsverfahren wird Donnerstag fortgesetzt. Am Freitag könnte es aber bereits ein Ende finden. (abr)