Braunschweig 

Braunschweig: Junge (11) stirbt bei Straßenbahn-Tragödie – „Mir zerreißt es das Herz“

In Braunschweig hat es einen schrecklichen Straßenbahn-Unfall gegeben. Ein Kind ist ums Leben gekommen.
In Braunschweig hat es einen schrecklichen Straßenbahn-Unfall gegeben. Ein Kind ist ums Leben gekommen.
Foto: Jörg Koglin

Braunschweig. In Braunschweig hat es am Donnerstagnachmittag kurz nach 14 Uhr einen furchtbaren Unfall mit einer Straßenbahn gegeben.

Dabei ist ein elfjähriger Junge tödlich verletzt worden. Viele, die das Unglück miterlebten, erlitten einen Schock. Die Ermittlungen der Polizei, wie genau es zu der Tragödie kommen konnte, dauern an.

Wie die Polizei Braunschweig am Freitag mitteilte, soll eine Obduktion ergeben, woran genau der Junge gestorben ist. Zahlreiche Augenzeugen berichteten von dramatischen Szenen am Unglücksort.

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Kind stürzte vor einfahrende Straßenbahn

Gegen 14.18 Uhr war eine Straßenbahn der Linie 2 an der Haltestelle „Siegfriedstraße“ in Braunschweig eingefahren, als es zu dem furchtbaren Unglück kam.

Eine Schülergruppe der Astrid-Lindgren-Schule betrat laut Polizei die Haltestelle mit etwas mehr als 20 Schülern.

Aus bislang völlig unklarer Ursache geriet ein elfjähriger Schüler an dem Hochbord ins Straucheln und fiel auf die Gleise, direkt vor die einfahrende Straßenbahn. Dabei wurde er unter die Bahn gezogen. Er zog sich so schwere Verletzungen zu, dass der eintreffende Notarzt nur noch den Tod des Kindes feststellen konnte.

Zur Bergung des Kindes musste zunächst die Oberleitung abgeschaltet und geerdet werden. Erst nach Anheben der Straßenbahn mit einem Feuerwehrkran konnte der Junge geborgen werden.

Die Schüler seien zwischen 11 und 13 Jahre alt. Sie waren laut Braunschweiger Zeitung von der Astrid-Lindgren-Schule am Tostmannplatz aus auf dem Weg zum Schwimmunterricht in der „Wasserwelt“ an der Hamburger Straße gewesen.

An der Haltestelle „Siegfriedstraße“ hatten die Schüler umsteigen müssen, als es zu dem schrecklichen Unfall kam.

Nach schlimmen Straßenbahn-Unfall: Stadt trauert

Am Freitag legten viele Menschen Blumen und Kerzen an der Haltestelle in der Siegfriedstraße nieder. „Wir werden dich niemals vergessen“, richten die Mitschüler, Eltern und die Lehrer des verunglückten Grundschülers außerdem einen Abschiedsgruß an den verstorbenen Elfjährigen.

Viele Menschen sind am Tag nach dem Unglück immer noch geschockt. „Ich bin fassungslos und schockiert. Mir zerreißt es das Herz. Ich wünsche seinen Eltern und der Familie und Freunden ganz ganz viel Kraft“, schreibt eine Frau bei Facebook.

Braunschweig: Kind stirbt bei schrecklichem Straßenbahn-Unfall

Viele der Schüler standen nach dem Unfall am Donnerstag unter Schock – sie hatten alles mit ansehen müssen. Vier von ihnen mussten vorsorglich ins Krankenhaus in die Holwedestraße in Braunschweig gebracht werden.

Auch zahlreiche Seelsorger waren am Donnerstagnachmittag vor Ort, um sich um die Kinder zu kümmern.

Die Erstbetreuung der Schüler und weiterer Augenzeigen fand zunächst in einem angrenzenden Café statt. Anschließend wurden die Kinder zur psychologischen Betreuung in die nahegelegenen Astrid-Lindgren-Grundschule gebracht.

Wie Augenzeugen berichteten, sei vor Ort alles voller Krankenwagen, Polizei und Feuerwehr gewesen. Auch ein Kran war im Einsatz.

Eine News38-Leserin schrieb: „Es ist so schrecklich. Überall Blaulicht, da war mir sofort klar, dass da was richtig Schlimmes passiert sein musste.“

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„Schlimm war das, einfach schlimm“

Den Menschen vor Ort hatte sich ein grausames und auch unüberschaubares Bild geboten. Die Bergungsarbeiten hätten sich als schwierig gestaltet, da die Bahn direkt unter einer Stromleitung stand.

„Schlimm war das, einfach schlimm“, berichtet ein Augenzeuge.

Auch der 39-jährige Fahrer der Straßenbahn hatte einen Schock erlitten und musste vom Rettungsdienst versorgt werden.

Eine andere Augenzeugin berichtete gegenüber news38.de, dass sie gerade auf dem Weg zum Nibelungenplatz gewesen sei. Doch als sie dort vorbeigegangen sei, habe sie überall nur Blaulicht gesehen. „Also brachte ich meine Kids Heim und ging zur Bienroder Straße“, erzählt sie. Erst auf dem Weg dorthin habe sie gesehen, was eigentlich los ist.

Sie sei nur schnell zur Apotheke gegangen. „Am schlimmsten fand ich die Gaffer, die überall aus den Ecken kamen“, berichtet sie. Sie selbst sei so schnell wie möglich wieder zurück zum Auto gegangen.

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Straßensperrungen und Verspätungen im ÖPNV

Das Gebiet rund um die Ottenroder Straße und den Bienroder Weg war weiträumig gesperrt. Gegen 19 Uhr wurde der Einsatz an der Straßenbahnhaltestelle beendet. Mittlerweile ist die Strecke der Stadtbahnlinie 2 wieder freigegeben.

Auch die Busse der Linien 416, 426 und 436 mussten während des Unfalls und der Bergung umgeleitet werden. Trotz Freigabe kam es auch am Abend zu Verspätungen auf der Straßenbahnlinie 2. (abr/mb)