Braunschweig 

Braunschweig: Urteil im D-Zug-Prozess gefallen! Das erwartet den Angeklagten jetzt

Der 26-jährige Angeklagte ist am Freitag am Landgericht Braunschweig verurteilt worden.
Der 26-jährige Angeklagte ist am Freitag am Landgericht Braunschweig verurteilt worden.
Foto: Polizei/ News38

Braunschweig. Dieser Fall aus Braunschweig hatte hohe Wellen geschlagen. Ein 26-Jähriger hatte in der Gaststätte D-Zug im Sommer 2019 eine 60-Jährige mit einem Messer tödlich verletzt.

Seit vergangener Woche lief der Prozess am Landgericht Braunschweig. Vor Gericht stellte sich die Frage: Ist der Angeklagte voll schuldfähig?

Braunschweig: Richter entscheiden auf nicht schuldfähig

Die Richter beantworteten die Frage am Freitagmorgen mit „nein“. Bereits zuvor ging die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der 26-Jährige nicht schuldfähig ist. Er leide unter einer krankhaften seelischen Störung. Das hätten auch zahlreiche medizinische und psychologische Gutachten im Prozessverlauf bewiesen.

Demnach leide der Mann an einem schweren und akuten Fall von paranoider Schizophrenie mit depressiver Symptomatik und Suizid-Gefahr.

Eine Gerichtssprecherin erklärte gegenüber News38: „Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig“ Die Frist für eine Revision beträgt einen Monat. Der Verurteilte wird nun in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen.

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Besonders Verfahren im Strafrecht

Bei dem Sicherungsverfahren handelt es sich um eine besondere Verfahrensart innerhalb des Strafrechts. Die Staatsanwaltschaft kann ein solches Verfahren einleiten, wenn sie davon ausgeht, dass der Täter zum Tatzeitpunkt nicht zurechnungsfähig war.

Wie lange der 26-Jährige in „Haft“ bleibt ist nicht klar. „In regelmäßigen Abständen wird überprüft und geguckt, ob sich sein Zustand geändert hat“, so eine Gerichtssprecherin.

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Was war passiert im D-Zug?

Es war der 5. Juli 2019, als sich die furchtbaren Szenen im „D-Zug“ in Braunschweigs Rotlichtviertel abspielten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Braunschweig ist es in der Gaststätte zu einem Streit zwischen dem 26-Jährigen und dem späteren Opfer gekommen.

Der 26-Jährige habe einen anderen Gast wohl vor der Frau gewarnt. Sie soll den Gast bestohlen haben. Die Frau jedoch habe den Vorwurf als unberechtigt empfunden. Der Streit eskalierte.

Der Verurteilte habe zu der Zeit an der Theke gesessen und bereits ein Messer verdeckt und unbemerkt in der Hand gehalten. Die Frau sei auf ihn zugegangen. Dann habe der 26-Jährige zugestochen – in den Brustkorb. Das Opfer sei kurze Zeit später zusammengesackt. Das Messer hatte die Frau laut Staatsanwaltschaft direkt ins Herz getroffen.

Sie verstarb wenig später. Der Mann sei daraufhin geflüchtet und habe das Messer in eine Hecke geworfen. Die Polizei suchte daraufhin mit Fahndungsfotos nach dem 26-Jährigen. (mb/abr)