Braunschweig 

Braunschweig: „Scheiße geparkt“– Kuriose Strafzettel sorgen für Ärger

Parkplatz-Wut an der TU-Braunschweig. Jetzt gehen Unbekannte mit „Straf“-Zetteln vor.
Parkplatz-Wut an der TU-Braunschweig. Jetzt gehen Unbekannte mit „Straf“-Zetteln vor.
Foto: Friederike Noske

Braunschweig. Eine ungewöhnliche „Straf“-Zettel-Aktion sorgte in der vergangenen Woche in Braunschweig für verwunderte Gesichter. Auf dem Parkplatz der TU-Braunschweig in der Katharinenstraße hingen mittags an mehreren Autos Zettel, die Unbekannte unter die Scheibenwischer geklemmt hatten.

Darauf hat jemand in großen roten Buchstaben wohl unmissverständlich anmerken wollen, wie er das Parkverhalten einiger Parkplatzbenutzer dort findet: „Scheiße“.

Braunschweig: Das steckt hinter der „Straf“-Zettel-Aktion

Die Situation wird wohl jeder Autofahrer kennen: Man sucht einen Parkplatz, ist vielleicht auch in Eile, und dann – endlich! – eine freie Lücke. Doch beim näheren Hinsehen stellt man fest, dass man hier nun hinten und vorne nicht in die Parklücke passt. Und das alles nur, weil der Nebenmann nicht innerhalb seiner Markierung parkt.

Studierende, die gerne auf dem TU-Parkplatz neben der Mensa parken wollen, werden das Problem kennen. Autos stehen in zweiter Reihe, blockieren mehr als eine Parkbox, alles ist eng.

Aber dem Park-Chaos wollte jemand jetzt wohl ein Ende setzen, und so fanden sich an den Windschutzscheiben der Autos, die außerhalb der markierten Flächen parkten, Zettel mit der Aufschrift: „Scheiße geparkt. Kann man so machen, dann ist es aber rücksichtslos“.

Autsch!

Parkplatz-Wut: „Scheiße geparkt“

Um einen offiziellen Strafzettel handelt es sich dabei natürlich nicht. Die TU-Braunschweig stellt auf Nachfrage klar: „Die Parkplatz-Schilder haben wir selbstverständlich nicht dort angebracht.“

Bei offiziellen Informationen der TU sei immer eine Signatur und möglichst auch ein Ansprechpartner oder eine Abteilung mitangegeben. „Wir drücken uns in aller Regel auch sprachlich anders aus“, versichert TU-Sprecherin Elisabeth Hoffmann.

Das Problem vor allem bei dem Parkplatz in der Katharinenstraße sei, dass nicht ersichtlich sei, wer genau dort alles parkt. Der Parkplatz ist zwar offiziell nur für Mitglieder der Technischen Universität vorgesehen, das werde derzeit aber nicht kontrolliert und so würden auch Anwohner oder Besucher den Parkplatz nutzen.

„Es ist also nicht klar, ob jemand von den Studierenden die Zettel angebracht hat, oder ob es jemand von außerhalb war“, sagt Hoffmann.

Man arbeite zurzeit aber an einem Konzept zur Parkraumkontrolle.

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Parken an der Uni – das soll sich ändern

In der Überlegung sei etwa, Stellflächen kostenpflichtig zu machen, und/oder mit einer Schranke zu versehen. „Auch der Bau von Parkhäusern ist in der Diskussion“, so die TU-Sprecherin, aber die Planungen würden wohl noch dauern.

„Unser Ziel ist eigentlich, langfristig weniger Parkplätze bereitstellen zu müssen, weil wir umweltfreundlicher werden wollen“, verrät Hoffmann. Die Studierenden sollen möglichst auf umweltschonenderen Wegen zur Uni kommen und nicht alle einzeln das Auto nutzen.

Die „Straf“-Zettel auf dem Parkplatz in der Katharinenstraße werden wohl keine Konsequenzen nach sich ziehen, doch die TU-Sprecherin stellt klar: Wenn es hier vermehrt zu Verstößen komme, werden auch hier mal Autos abgeschleppt.