Braunschweig 

Braunschweig: Verkaufsoffene Sonntage auf der Kippe? „Ich bin sehr traurig...“

Stehen verkaufsfreie Sonntage in Braunschweig vor dem Aus?
 (Archivbild)
Stehen verkaufsfreie Sonntage in Braunschweig vor dem Aus? (Archivbild)
Foto: imago images / Schöning

Braunschweig. 365 Tage im Jahr kann der Verbraucher im Jahr online shoppen. Im Einzelhandeln sieht die Situation anders aus: Sonn- und Feiertage sind die Läden dicht. In Braunschweig wird an vier Sonntagen eine Ausnahme gemacht: Dann können Kunden ebenfalls einkaufen gehen.

Sehr zum Unmut von Verdi. Die Gewerkschaft hat Klage für vier Sonntagsöffnungen und einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht eingereicht. Stehen die verkaufsoffenen Sonntage in Braunschweig nun auf der Kippe?

Verkaufsfreie Sonntage in Braunschweig vor dem Aus?

Verdi stellt die Rechtmäßigkeit in Frage: „Die Sonntagsruhe ist gesetzlich geschützt und die Beschäftigten haben einen Anspruch darauf. Da muss man schon ganz besondere Gründe haben, wenn man im gesamten Stadtgebiet viermal im Jahr an einem Sonntag die Einzelhandelsgeschäfte aufmachen will.“

Die Stadt hält dagegen: Die Veranstaltungen „Winterkunstzeit“ (Februar), „Modeautofrühling“ (April) ,„Trendsporterlebnis“ (September) und „Mummegenussmeile“ (November) seien Anlass genug, für verkaufsoffene Sonntage.

Verdi bezweifelt hingegen, „dass die von der Stadt angegebenen Anlässe einen ausreichend prägenden und sich selbst tragenden Anlass bieten, um eine ergänzende Ladenöffnung zu begründen.“

„Ich bin sehr traurig, dass es nicht gelungen ist“

Der Arbeitsausschuss Innenstadt Braunschweig e. V. (AAI) zeigt sich enttäuscht von der Klage. Olaf Jaeschke, AAI-Vorstandsvorsitzender: „Die Beantragung der Verkaufsöffnung an nur vier Sonntagen folgt seit Jahren einem bewährten Prinzip: Wir haben uns eng mit allen Akteuren in der Braunschweiger Innenstadt abgestimmt, Dom und Betriebsräte waren einbezogen und haben den Antrag mitgetragen.“

Olaf Jaeschke sieht das Vertrauen geschädigt: „Die Klage einer regionalen Organisation führt jetzt dazu, die gute Zusammenarbeit aller lokalen Akteure infrage zu stellen. Wir haben im Vorfeld der Beantragung das Gespräch gesucht, um einen gemeinsamen Weg für die Realisierung der verkaufsoffenen Sonntage in Braunschweig zu finden. Ich bin sehr traurig, dass es nicht gelungen ist.“

_____________________

Mehr Themen aus Braunschweig:

Ex-McDonald's in Braunschweig: Paukenschlag! Dieses Restaurant soll jetzt einziehen

Hanfbar-Prozess: Urteil gefallen! Betreiber erhebt schwere Vorwürfe „Das Verhalten ist pervers!“

GNTM-Kandidatin aus Braunschweig verrät: Bei diesem Körperteil habe ich nachgeholfen

_____________________

Verdi hatte unteranderem eine Solzialcharta gefordert, wonach Angestellte nicht an allen vier Sonntagen arbeiten dürfen. Der AAI-Vorsitzende hält dagegen, dass du Durchsetzung weder bei der AAI, noch bei der Stadt Braunschweig liegt. Vielmehr müssten die Betriebe selbst die Regelung durchsetzen.

„Winterkunst“ soll auf jeden Fall stattfinden

„Wie sich die Klage auswirken wird, bleibt abzuwarten. Unabhängig davon findet die winterkunstzeit vom 5. bis zum 9. Februar auf jeden Fall statt. Unsere Partner machen das möglich, indem sie an ihrem Engagement festhalten“, erklärte Gerold Leppa, Geschäftsführer des Stadtmarketings und Veranstalters der winterkunstzeit.

____________________

Verkaufsoffene Sonntage in Braunschweig:

  • 9. Februar
  • 19. April
  • 27. September
  • 8. November

____________________

Das Vorgehen der Gewerkschaft richte sich auch gegen den Konsens mit Betriebsräten in der Innenstadt und sei deshalb unverständlich. Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Einzelhandels sei die Stärkung der Einkaufsstadt wichtig. (mb)