Braunschweig 

Braunschweig: Mädchen spricht Busfahrer an – was sie zu ihm sagt, trifft ihn mitten ins Herz

Busfahrer Jaro machte am Donnerstag eine wunderbare Erfahrung.
Busfahrer Jaro machte am Donnerstag eine wunderbare Erfahrung.
Foto: Privat

Braunschweig. Seit 24 Jahren sitzt Jaro aus Braunschweig hinter dem Lenkrad, seit acht Jahren als Busfahrer im öffentlichen Nahverkehr in Braunschweig. Doch was ihm jetzt passiert ist, das hat er bisher noch nie erlebt. Er möchte seinen Namen ungern im Internet lesen, bleibt deshalb anonym.

Ein Ereignis am Donnerstag hat den 48-Jährigen aus Braunschweig allerdings so sehr emotional bewegt, dass er möglichst viele Menschen daran teilhaben lassen möchte.

Braunschweig: Geste von kleinem Mädchen trifft Busfahrer ins Herz

Um kurz vor 7 Uhr steht er mit „seiner“ Linie 416 an der Haltestelle Jasperallee. Er hat den Stopp etwas zu früh erreicht, muss noch warten. Um ein bisschen durchzulüften im Bus, lässt er die Vordertür offen. Eine kalte Brise zieht durchs Fahrzeug.

„Da kommt auf einmal ein kleines Mädchen auf mich zu, vielleicht sechs oder sieben Jahre alt, mit ihrem Schulranzen und Frühstücksbrot in der Hand“, erinnert sich der Braunschweiger. „Sie stellt sich vor der Tür und sagt: 'Wollen sie nicht lieber die Tür zu machen? Draußen ist es kalt und Sie erkälten sich sonst noch.'“

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Die Fürsorge und Herzlichkeit der jungen Schülerin überrumpelt Jaro vollkommen. Er bedankt sich und fährt weiter. „Das überwältigt den stärksten Mann“, sagt er später.

„Die kleinsten unserer Gesellschaft zeigen uns, wie es richtig geht“

Für den Busfahrer sind solche Situation nicht alltäglich: „Solche Sachen passieren mittlerweile so selten, dass sie fast unglaublich sind. Und dennoch, gerade die kleinsten unserer Gesellschaft zeigen uns, wie es richtig geht.“ Ab zu zu käme es schon vor, dass „nette Sachen“ erlebe. „Manchmal ist es einfach ein Lächeln das einem die Kraft gibt, nicht aufzugeben“, freut sich der 48-Jährige.

Denn er kennt auch die andere Seite aus dem Berufsalltag: „Der Stress hat in den Jahren zugenommen und auch die Fahrkultur der Verkehrsteilnehmer hat sich verschlechtert. Zusätzlich kommt noch immer öfter zur Respektlosigkeit und Egoismus bei den Menschen.“

Er führt weiter aus: „Da freut man sich doch sehr, wenn von hunderten Fahrgästen sich auch nur einer findet, der einem etwas Wärme um das Herz spendet. Das motiviert sehr.“

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Weniger Egoismus, mehr Miteinander

Jaro ist sich sicher, dass ein besseres Miteinander statt Egoismus das Leben für alle leichter machen würde. Denn aus 24 Jahre Berufserfahrung weiß er: „Ich kenne Zeiten, das war es noch viel ruhiger und gesittet auf den Straßen. Und das ist noch gar nicht so lange her.“

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