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Braunschweig: „Hochzeit auf den ersten Blick“-Paar verrät – SO haben sie die Produktion hinters Licht geführt

Braunschweig. Es ist noch gar nicht lange her, da saßen jeden Sonntag Tausende Zuschauer vor dem Fernseher und haben „Hochzeit auf den ersten Blick“ (Sat1) mitverfolgt. Und damit auch Samantha aus Braunschweig und Serkan.

Die beiden haben sich nämlich getraut und jeweils einen Fremden geheiratet. Jetzt, einige Wochen später, sind sie noch immer verheiratet – und haben große Pläne. Samantha aus Braunschweig und Serkan haben mit news38 über die Show, Fans und Hater und darüber gesprochen. wie sie die Produktion hinters Licht geführt haben.

Braunschweig: „Hochzeit auf den ersten Blick“-Paar im Interview

Liebe Samantha, lieber Serkan, lasst uns zurück an den Anfang gehen. Wie waren denn die Reaktionen bei Freunden und Familie, als ihr erzählt habt, dass ihr bei „Hochzeit auf den ersten Blick“ mitmacht?

Samantha: „Die wussten alle relativ früh Bescheid. Aber da war keiner dabei, der gesagt hat, das passt nicht. Alle so, ja okay, das passt zu dir, probier das aus.“

Serkan: „Bei mir war das echt gemischt. Der eine Teil meinte so, hey, ich find’s super, dass du da mitmachst. Ist halt mal interessant, das zu sehen. Die dachten, das wäre auch so ein bisschen Fake. Weil man ja nicht wirklich denkt, dass man eine komplett fremde Person heiratet.“

Samantha: „Ja, das hab ich auch nicht gedacht.“

Serkan: „Man dachte, das ist alles gestellt. Aber viele haben gesagt, sie finden es super. Andere haben gefragt, bist du dir sicher? Wenn das überhaupt nicht dein Typ ist und so. Dann hab ich immer gesagt, dass man doch eine Vorauswahl hat. Man macht ja Tests, es sind Fragen, die man beantwortet. Das ist so wie Katalogbestellen. Man sucht etwas aus und sagt okay, das möchte ich haben. Der Faktor, wo man überrascht wird, ist der Charakter.“

Wie läuft das denn genau ab?

Samantha: „Du musst Tausende von Fragen beantworten. Haarfarbe, Augenfarbe, wo soll er herkommen, darf er rauchen, wie viel Alkohol darf er trinken, etc. Man muss sich da echt schon blank machen. Die kennen einen danach in- und auswendig.“

Serkan: „Das ist richtig professionell aufgebaut. Die Chance ist gering, dass man da wirklich die falsche Person trifft. Du gibst ja an, was du haben möchtest und dein Gegenüber muss es halt genauso machen.“

Samantha: Genau und immer wieder werden Schnittmengen gesucht und es wird neu abgeglichen. Dann gibt es weitere Tests, zum Beispiel den Geruchstest. Da mussten wir T-Shirts tragen und hinschicken. Dann haben wir Duftproben bekommen und dann musste ich halt sagen, wie mir das gefällt. Dann haben wir Stimmaufnahmen gehört. Dann hatten wir auch Fotos, um zu gucken, wie der Style ist.“

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Wie war das denn, als dann quasi die Zusage kam?

Samantha: „Da hab ich zuerst gedacht, ja okay, was hast du zu verlieren? Die Meinung hat sich dann bei mir im Standesamt etwas geändert, mit der Frage, was hast du zu verlieren. Da habe ich dann doch mal kalte Füße bekommen.“

Serkan: „Ich habe mir gesagt: Wenn sie reinkommt und sie mir nicht sympathisch ist, dann bin ich auch der Typ, der sofort nein sagt. Ich lasse mich nicht irgendwo reinzwängen, das mag ich nicht. Bei ihr wars aber anders. Sie kam rein, lächelte, hatte strahlende Augen und ich dachte: Okay, Jackpot. Ich persönlich hätte so eine Frau niemals selber gefunden. Sie hat zwar auch ihre kleinen Macken, aber das ist ja normal.“

Wie ist es denn, wenn man die ganze Zeit vom Kamerateam begleitet wird? Kann man sich da überhaupt richtig kennenlernen?

Serkan: „Richtig kennenlernen würde ich jetzt nicht sagen. Das war schon so, dass man sehr viel begleitet wurde. Manchmal waren wir auch genervt, dann haben wir mal auf den Tisch gehauen.“

Samantha: „Also ich war immer genervt, habe mich ausgekotzt und er hat dann auf den Tisch gehauen. Und dann musste ich ihn immer wieder runterbringen.“

Serkan: „Sie ist eigentlich die Böse, dann haue ich auf den Tisch und sie war die Liebe, weil sie mich wieder runtergebracht hat.“

Wie war es denn dann für euch, nach den Flitterwochen in den Alltag zu kommen?

Samantha: „Also ab und zu hatte er ganz schön zu kämpfen, wenn ich nachhause kam und ein bisschen rumgekotzt habe. Aber ja, da muss er durch.“

Serkan „Man hatte sie ja anders kennengelernt. Also klar, ich wusste dann auch, dass es nach den Flitterwochen anders wird. Aber wir haben es eigentlich ganz gut hingekriegt. Das Schlimme ist halt, dass wir zwei Dickköpfe sind. Wenn wir dann mal aufeinanderprallen, knallt es ganz schön.“

Samantha: „Dann kann auch keiner kleinbeigeben. Jeder muss bis zum Schluss das letzte Wort haben und am Ende weiß ich schon gar nicht mehr, warum wir uns gestritten haben.“

Wie war das denn für euch, plötzlich in der Öffentlichkeit zu stehen? Ihr habt ja nicht nur freundliche Kommentare abbekommen.

Samantha: „Am Anfang war es bei mir ja ganz schlimm. Erst war‘s mir egal, dann habe ich schon schlucken müssen. Als es dann um meine Familie ging, musste ich mich echt zusammenreißen. Und irgendwann bin ich dann nachhause gekommen und dachte mir so: Ey, wenn ihr alle wüsstet. Was wirklich gelaufen ist. Dass wir hier jetzt zusammen auf der Couch sitzen und die Kommentare lesen. Irgendwann hab ich nur noch drüber gelacht. Ich muss aber auch sagen: Wenn‘s anders ausgegangen wäre, glaube ich, hätte es mich auch mehr verletzt. So wusste ich, dass ich drüberstehe. Ich wusste, was ich habe und wie es wirklich war.“

Und wie war es bei dir, Serkan?

Serkan: „Also jetzt nicht so extrem wie bei Samantha, aber ich wurde auch schon beleidigt, auch wegen meiner Herkunft, weil ich Türke bin. Ich wurde auch persönlich beleidigt. Aber im Großen und Ganzen bin ich gut davongekommen. Es gibt immer ein paar Hater, aber das ist mir egal.“

Werdet ihr jetzt eigentlich häufiger mal auf der Straße angesprochen?

Samantha: „Ja, die Zeit beim Weihnachtsmarkt war auch krass. Wir sind noch nicht mal hingekommen, ohne dass uns die Leute angesprochen haben.“

Serkan: „Die meisten kamen auch ganz freundlich, höflich und nett. Keine Hater, sondern Menschen, die ganz lieb mit uns geredet und gefragt haben, ob sie Fotos machen können. Das war echt toll.“

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Wenn man sich heute so die Kommentare durchliest, scheint es auch ganz so, dass ihr das Lieblingspaar der Staffel seid. Viele mögen es, dass ihr so authentisch seid.

Samantha: „Das war uns auch von vornherein wichtig, auch wenn wir in den Flitterwochen sind, dass alles echt ist. Also wir möchten so vor der Kamera auftauchen, wie wir auch wirklich sind. Und nicht irgendwie was nachspielen irgendwelche Szenen nachstellen. Sondern wenn wir so sind, dann sind wir so.“

Wie in der Szene, wo ihr die Experten reingelegt habt…

Serkan: „Das wäre noch schöner gewesen, wenn meine Frau noch ein bisschen länger durchgezogen hätte. Aber sie konnte ja nicht mehr vor Lachen.“

Samantha: „Irgendwann konnte ich nicht mehr. Als er angefangen hat mit „Rück mal hier zur Seite“, dann ging´s schon los… Weil er das ja auch so ernst gesagt hat und ich ihren Blick gesehen habe.“

Wessen Idee war das eigentlich?

Serkan: „Meine natürlich.“

Samantha: Das war ja nicht alles. Wir haben ja auch zwischendurch immer mal seine Cappy gewechselt. Das seht ihr in dem Video, wo wir bei meinen Eltern sind. Da gehen wir rein, da hat er ne blaue Cappy auf, und dann sitzen wir auf der Terrasse, dann ist die Cappy schwarz. Weil wir nochmal reingehen mussten, dann haben wir die einfach ausgetauscht.“

Serkan: „Das konnte ich mir nicht entgehen lassen.“

Samantha: „Aber das ist der Produktion auch nicht aufgefallen. Also er hat das irgendwann mal in seinem Status gepostet und dann hat die Produktion auch geschrieben und gefragt, ob wir die Szene nachgespielt hätten.

Braunschweig: So hat das Paar das Team hinters Licht geführt

Wenn ihr jetzt so zurückblickt: Würdet ihr es nochmal genau so machen?

Samantha: „Es kann funktionieren, ich kann es nur jedem empfehlen.“

Serkan: „Ich genau so, es war wirklich ein spannender Weg bis hier hin. Das Experiment ist geglückt. Beziehungsweise für uns war es sehr schnell auch kein Experiment mehr. Ich würde das also jeder Zeit wieder so machen.“