Braunschweig 

Braunschweig: Streit um Kult-Buden in der City – jetzt zieht die Stadt Konsequenzen

Die beiden Pavillons sollen aus der Innenstadt von Braunschweig verschwinden. Oder doch nicht?
Die beiden Pavillons sollen aus der Innenstadt von Braunschweig verschwinden. Oder doch nicht?
Foto: news38.de

Braunschweig. Im Streit um die Pavillons am Ringerbrunnen in Braunschweig bewegt sich etwas. Die Stadt Braunschweig hat reagiert – und das nicht nur in Form eines Statements, sondern auch mit einem konkreten Vorschlag.

Zuvor hatte „Mandel Meier“ seinen Frust über den drohenden Abriss seines Pavillons öffentlich gemacht – und damit offenbar einen Nerv der Braunschweiger getroffen.

Am Dienstag kam der Wirtschaftsausschuss der Stadt Braunschweig zusammen, auch dort waren die Pavillons ein großes Thema. Das Ergebnis: Die Stadt will mit allen Beteiligten „nochmals Gespräche führen, um wirklich alle Interessen zu berücksichtigen und abzuwägen.“

Was passiert mit den Pavillons in Braunschweig?

Danach sollen dann diverse Aspekte nochmals genauer betrachtet werden: Der Nutzen für die Allgemeinheit, die gewerblichen Interessen der Anlieger – ebenso wie der im Wirtschaftsausschuss vorgebrachte Vorschlag, die Pavillons an anderer Stelle zu platzieren. Abschließend solle sich dann der Planungs- und Umweltausschuss mit dem Thema beschäftigen.

Unabhängig davon geht Wirtschaftsdezernent Gerold Leppa nach wie vor davon aus, dass es „Mandel Meier“ möglich wäre, seine Produkte im wenige Meter entfernt liegenden Straßenverkauf anzubieten, oder alternative Flächen in der Stadt anzumieten.

„Auch in der unmittelbaren Umgebung gibt es aktuell Betreiberwechsel in den Ladengeschäften“, heißt es.

Hitzige Debatte um Kult-Pavillons in Braunschweig

Doch was war eigentlich passiert? Die Stadt Braunschweig hatte entschieden, den zum Jahresende auslaufenden Pachtvertrag der beiden Buden nicht mehr zu verlängern – und die Pavillons abreißen zu lassen. Unter anderem sei es am Ringerbrunnen wegen der Buden teilweise zu eng.

Daraufhin hatte „Mandel Meier“ ordentlich Dampf abgelassen. Er sprach gegenüber news38.de unter anderem von einem „miesen und falschen Spiel“, welches einige Leute der Stadt Braunschweig bezüglich der Kult-Pavillons trieben.

„Diese Sache erinnert mehr an einen Wirtschafts-Thriller, als an seriöse städtische Arbeit“, schreibt er.

Stadt Braunschweig äußert sich zu Anschuldigungen

Daraufhin hatte die Stadt Braunschweig vieles davon vehement zurückgewiesen. Auf Nachfrage von erklärte Wirtschaftsdezernent Gerold Leppa: „Die Vorwürfe von Herrn Meier sind nur durch seine Verärgerung zu erklären, und auch wenn er sich zwischenzeitlich bei mir per Mail entschuldigt hat, so muss ich den von ihm geäußerten Unterstellungen entschieden widersprechen.“

„Mehr Bewegungsraum in der belebten Fußgängerzone“

Zwar sei sein Ärger nachvollziehbar, schließlich sei er unmittelbar betroffen, doch habe die Stadt gute Gründe für den Abriss der Pavillons. Durch den Abriss erhoffe sich die Stadt nämlich, mehr Bewegungsraum in der belebten Fußgängerzone zu schaffen. Außerdem komme es dem angrenzenden Café zugute.

„Im Ergebnis wird damit auch eine Gleichbehandlung aller Anliegen erreicht, denn es gibt wohl kaum ein anderes Ladengeschäft in der Innenstadt, das unmittelbar vor der eigenen Schaufensterfläche eine solch massive Beeinträchtigung [...] hinnehmen muss", erklärte die Stadt.

Letzteres schmeckt „Mandel Meier“ überhaupt nicht: Er fühle sich auch wirtschaftlich er sich benachteiligt: Wenn die Pavillons weg seien, könne das benachbarte „Café Zeit“ die Fläche für Tische nutzen. Das komme ihm „doch sehr verdächtig“ vor, so der Mandel-Brenner.

Kritik am „Arbeitsausschuss Innenstadt Braunschweig“

Sogar vom „Arbeitsausschuss Innenstadt Braunschweig“ (AAI) fühle er sich hintergangen. Eigentlich sei dieser dafür da, um seine Mitglieder zu schützen.

Dass der AAI den Plänen ohne Absprache mit ihm zugestimmt habe, sei für ihn ein Unding. Er habe von den Abriss-Plänen erst aus den Medien erfahren: „Geht es noch mieser?“

In seinem Pavillon gebe es „von Kunden so geschätzte hausgemachte Churros und Schmalzkuchen nach einem 100 Jahre alten Familienrezept“ – dass die Stadt das für austauschbar und in der Nähe erhaltbar hält, gleiche für ihn einer Lüge.

+++ Braunschweig: Kult-Buden in der City werden abgerissen! +++

„Kinder fangen sogar an zu weinen, wenn wir Feierabend machen und sie keine Schmalzkuchen mehr bekommen! Warum kommen denn sonst so viele Gäste zu uns, dass es manchmal eine Kundenschlange gibt?“, fragt „Mandel Meier“ rhetorisch.

„Mandel Meier“: Online-Petition großer Erfolg

Seit Bekanntwerden der Abriss-Pläne kämpft Markus Meier zusammen mit seiner Frau Rosanna für den Erhalt der beiden Pavillons – und der beiden damit verbundenen Arbeitsplätze.

Sie wollen Unterschriften sammeln und haben eine Online-Petition gestartet – hier findest du die Online-Petition von „Mandel Meier“. letztere hatten am Mittwochnachmittag bereits mehr als 2.300 Menschen unterzeichnet.

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Die Entscheidung wurde und wird seit Bekanntwerden vieldiskutiert. Unter anderem bei Facebook – hier kannst du mitdiskutieren! (ck)