Braunschweig 

Coronavirus: So bereitet sich Niedersachsen auf den Ernstfall vor

In Niedersachsen gibt es bis jetzt keine bestätigten Fälle des Coronavirus. Trotzdem bereiten sich die zuständigen Stellen vor. (Symbolbild)
In Niedersachsen gibt es bis jetzt keine bestätigten Fälle des Coronavirus. Trotzdem bereiten sich die zuständigen Stellen vor. (Symbolbild)
Foto: dpa

In Deutschland sind die ersten Krankheitsfälle des Coronavirus aufgetreten. Sowohl in NRW als auch in Baden-Württemberg hat sich ein Mensch mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert.

Verdachtsfälle hier in der Region haben sich bis jetzt nicht bestätigt! Trotzdem bereiten sich die Ämter auf einen möglichen Ernstfall vor.

Coronavirus: Ämter in Braunschweig erarbeiten Krisen-Plan

„Die Corona-Epidemie ist als Epidemie in Europa angekommen“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn am Montag. Die zuständigen Stellen und Institutionen in Braunschweig, darunter das Städtische Klinikum und die Feuerwehr, haben sich deshalb unter Federführung des Gesundheitsamtes in dieser Woche über das Vorgehen bei Verdachtsfällen und im Fall einer tatsächlichen Infektion mit dem Coronavirus verständigt:

  • Hat ein Patient Grippesymptome oder Erkältungsbeschwerden und war in den vergangenen Woche in der Provinz Hubei in China oder hatte Kontakt zu Menschen, bei denen eine Infektion bestätigt wurde, besteht ein Verdacht, der zu überprüfen ist.
  • Bis zur Bestätigung eines Falls ist es bei leichten Symptomen ausreichend, wenn die Personen mit Verdachtsmomenten zuhause bleiben und Kontakt zu anderen Menschen meiden.
  • Wendet sich ein Arzt an das Gesundheitsamt, weil er einen Patienten mit entsprechenden Symptomen hat, wird von der Behörde in Absprache mit dem Arzt entschieden, wer vor Ort den Abstrich nimmt. Das gilt auch für Fälle, in denen der Patient sich Zuhause befindet oder in der Praxis lediglich angerufen hat.
  • Wenn ein Verdachtsfall außerhalb der Dienstzeiten des Gesundheitsamtes oder am Wochenende eingeht, wird der Rettungsdienst der Feuerwehr die Patienten in eine der Notaufnahmen bringen, wo geklärt wird, ob ein Verdachtsfall tatsächlich besteht.
  • Bestätigt sich der Verdachtsfall, ist eine Verlegung in ein Krankenhaus vorgesehen, um die Behandlung des Patienten zu ermöglichen und diesen zugleich zu isolieren. Das Gesundheitsamt klärt zudem, mit wem der Patient Kontakt hatte und tritt an diese Menschen heran. Treten bei ihnen Symptome auf, müssen sie diese dem Gesundheitsamt melden und werden dann automatisch als krankheitsverdächtig eingestuft.
  • (Dieses Vorgehen orientiert sich an den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts)

„Mit den getroffenen Absprachen, Melde- und Handlungsketten sind wir gut vorbereitet, wenn es zu einem bestätigten Fall in Braunschweig kommen sollte“, sagte Sozialdezernentin Dr. Christine Arbogast.

+++ Coronavirus in Deutschland: Erste Fälle in NRW ++ So geht es Patient in Baden-Württemberg ++ Passagiere unter Quarantäne +++

Wer in der chinesischen Provinz Hubei gewesen ist und Erkältungssymptome hat, sollte umgehend seinen Arzt kontaktieren, am besten telefonisch. So kann dieser mit dem Gesundheitsamt klären, ob ein Abstrich angezeigt ist und dieser kann direkt beim Patienten Zuhause erfolgen.

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Die Sorge vor einer Ausbreitund des Virus schlägt auch in der Landeshauptstadt hohe Wellen. Bei der Reifenmesse „Tire Technology Expo“ etwa haben die Veranstalter vorsichtshalber die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Besucher oder Mitarbeiter, die in die Halle wollten, müssten schriftlich bestätigen, in den 17 Tagen vor ihrer Ankunft nicht in China gewesen zu sein, sagte Messe-Organisatorin Annika Gleichmann am Mittwoch.

Auch müssten sie bestätigen, keine Grippe oder Lungenentzündung zu haben und kein Träger des Coronavirus zu sein. Beim Einlass werde bei jedem Besucher per elektronischem Screening zudem die Temperatur gemessen. (fno/dpa)