Braunschweig 

Braunschweig: Kult-Pavillons droht Abriss – „Mandel Meier“ legt nach: „Finde ich verwerflich!“

Markus „Mandel“ Meier aus Braunschweig kämpft um seinen Kult-Pavillon in der Innenstadt.
Markus „Mandel“ Meier aus Braunschweig kämpft um seinen Kult-Pavillon in der Innenstadt.
Foto: Marion Korth / Neue Braunschweiger

Braunschweig. Müssen sie wirklich verschwinden? Der Streit um den drohenden Abriss der beiden Kult-Pavillons in Braunschweig ist im vollen Gange. Markus „Mandel“ Meier legt im Gespräch mit news38.de jetzt noch einmal nach.

Er sei ein friedlicher Mensch, der mit jedem gut auskommen möchte, betont der beliebte Mandelbrenner aus Braunschweig: „Ich bin kein Querulant!“ Das sei auch im Fall seines Pavillons am Ringerbrunnen so. Allein die Argumentation der Stadt Braunschweig verstehe er nicht...

Stadt Braunschweig will Pavillons plattmachen

Hintergrund: Die Verwaltung plant, die beiden Pavillons abzureißen. Nach gut 30 Jahren sollen die Kult-Buden aus dem Stadtbild verschwinden. Der Pachtvertrag mit Betreiber ECE läuft zum Jahresende aus. Meiers Vertrag läuft nach eigenen Angaben noch bis 2023.

Unter anderem sei es hier zu eng, wenn sich Warteschlangen bei „Mandel Meier“ oder beim Asia-Imbiss nebenan bildeten. Die Aufenthaltsqualität für die Stadtbesucher werde eingeschränkt.

„Was bedeutet denn 'Aufenthaltsqualität'?“, fragt sich „Mandel Meier“. „Nicht etwa, qualitativ hochwertige Produkte zu kaufen und in der Stadt zu genießen?! Deswegen stehen unsere Kunden ja an!“

Mandel Meier: Pavillon darf nicht weg!

Die Stadt Braunschweig könne froh sein, in Zeiten des Online-Handels noch Gewerbetreibende zu haben, die durch ihre Produkte die Leute in die Innenstadt zögen. Stichwort Kaufkraft. „Und das alles will man jetzt für Tische und Stühle opfern?“, wundert sich „Mandel Meier“.

„Es ist nicht nur der Außenverkauf“

Dabei betont er: Es gehe ihm vor allem um Gerechtigkeit. Er sei auf die Fläche angewiesen. Der Pavillon sei seit sieben Jahren ein untrennbarer Teil seines Café-Konzepts.

Der vorgeschlagene Umzug der Pavillons sei ein „Not-Kompromiss“, aber für ihn keine Lösung: „Unsere Kunden bestellen unsere handgemachten Churros und Schmalzkuchen im Café“, so „Mandel Meier“.

Ganz wichtig sei ihm, dass sein gutes Verhältnis zum benachbarten 'Café Zeit' „nicht von außen beschädigt“ wird. Er wolle keinen Streit, im Gegenteil. Hintergrund: Laut Stadt Braunschweig schränken die Pavillons andere Anlieger ein. Stattdessen solle deren Außenbereich aufgewertet werden.

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Die Verantwortung liege nach wie vor bei der Stadt Braunschweig, so der Gastronom. Zumal sein Pachtvertrag ja bis ins Jahr 2023 laufe – wenngleich es eine Klausel darin gebe.

So oder so: Die Verwaltung habe aus seiner Sicht ein „massives Anliegen“ und schiebe die Schuld jetzt auf den Vermieter der Glaspavillons und ihn: „Das finde ich verwerflich!“

Sein Team und seine Kunden könnten das Ganze nicht nachvollziehen. Das zeigten nicht nur Gespräche, sondern auch die „bisher rund 6.000 Unterschriften“ gegen den Abriss – und die Resonanz bei der Online-Petition. > Diese findest du HIER!

Zumal der große Stromverteilerkasten zwischen den Pavillons laut BS/Netz in nahezu voller Größe dort erhalten bliebe und dann – ohne den Schutz durch die Pavillons – der Gefahr ausgesetzt wäre, durch den steigenden Liefer- und künftigen Bauverkehr beschädigt zu werden, so Meier. Dadurch wären dann womöglich Strom- und Internetausfälle in der Innenstadt zu erwarten.

Zuletzt war der drohende Abriss auch Thema im Wirtschaftsausschuss des Rates in Braunschweig. Dort war „Mandel Meier“ ebenfalls zu Wort gekommen.

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Ein Ergebnis bleibt nach wie vor offen – zunächst sollen auch andere Beteiligte sich äußern können. Anschließend sollen sich auch der Bezirksrat der Innenstadt und der Planungs- und Umweltausschuss mit der Thematik befassen.