Braunschweig 

Braunschweig: Bauarbeiter fordern mehr Geld – „verlorene Lebenszeit“

Bauarbeiter sollen mehr verdienen – auch in Braunschweig –, fordert die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt.
Bauarbeiter sollen mehr verdienen – auch in Braunschweig –, fordert die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt.
Foto: IG BAU

Braunschweig. Viele Bauarbeiter in Braunschweig sind mächtig sauer! Und das nicht etwa, weil ihre Jobs in unmittelbarer Gefahr wären: die Baubranche in Niedersachsen boomt. Und davon sollen jetzt auch die 1.780 Bauarbeiter in Braunschweig profitieren.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert deswegen nun mehr Geld für die Bauarbeiter. Einer der Hauptpunkte, bei denen die Arbeitnehmervertretung Nachholbedarf sieht, umfasst die mitunter langen Fahrtzeiten zu Baustellen. Diese bezeichnete ein Sprecher als „verlorene Lebenszeit“.

Braunschweig: Bauarbeiter fordern mehr Lohn

In Braunschweig geht es jetzt bei den Tarifverhandlungen um mehr Asche: Ein Lohn-Plus von 6,8 Prozent, mindestens aber 230 Euro mehr im Monat, wird von der IG Bau gefordert. Noch diesen Monat starten die Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft und den Arbeitgebern. Am 19. März sollen in Berlin die Verhandlungen starten.

„Die Arbeit auf dem Bau muss attraktiver werden“, sagt Karl-Heinz Ehrenberg, Bezirksvorsitzender der IG BAU Braunschweig-Goslar. Große Baufirmen, aber auch viele kleine Handwerksbetriebe in der Region stünden wirtschaftlich so gut da wie seit Jahren nicht mehr. „Wer heute nicht in bessere Löhne und Arbeitsbedingungen investiert, hat vielleicht morgen keine Facharbeiter mehr“, betont Ehrenberg.

Eine weitere, zentrale Forderung: Lange Fahrzeiten zu Baustellen sollen endlich bezahlt werden.

----------------------

Mehr aus Niedersachsen:

----------------------

Wegezeiten sollen entschädigt werden

„Bauarbeiter verbringen teils mehrere Stunden am Tag im Auto, um zur Baustelle und zurück zu kommen. Das ist verlorene Lebenszeit. Dabei wechseln die Baustellen ständig. Bauleute können sich – anders als die meisten Pendler – vorher nicht auf den nächsten Einsatzort einstellen“, führt Carsten Burckhardt die Forderung aus. Er führt für die IG Bau die Verhandlungen mit den Arbeitgebern.

Begründet werden die Forderungen mit dem bundesweit starken Wachstum der Baubranche. So rechnen Bauindustrie und -handwerk für 2020 mit einem Umsatzplus von mindestens fünf Prozent. Die Auftragslage sei laut Bundesbank „außerordentlich gut“, das Volumen der Auftragseingänge so hoch wie nie zuvor. (red/dpa)