Braunschweig 

Coronavirus Niedersachsen: Friseurin aus Braunschweig wird emotional – „Wir fühlen uns im Stich gelassen"

Corona Deutschland (13.3.)
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Braunschweig. Zahlreiche Geschäfte in Niedersachsen und ganz Deutschland haben zu. Der Grund: Das Coronavirus. Doch Ausnahmen gibt es natürlich auch.

So haben beispielsweise weiterhin Lebensmittelgeschäfte geöffnet, ebenso Apotheken oder auch Drogerien. Auch auf der Ausnahme-Liste stehen Friseurläden. Und das sorgt bei vielen Friseuren für Frust und Unverständnis.

Coronavirus in Niedersachsen: Friseure in Sorge

Mittlerweile gibt es eine Online-Petition, die bereits von mehr als 78.000 Menschen unterzeichnet wurde. Darin heißt es unter anderem: „Es ist jedem einleuchtend, dass der berufsbedingte enge Körperkontakt zum Kunden die Einhaltung des Mindestabstandes unmöglich macht." Außerdem gebe es keine Atemschutzmasken mehr, auch Desinfektionsmittel würde fehlen. Ein Schutz der Mitarbeiter sei nicht mehr gewährleistet.

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Das sieht auch eine Friseurin aus Braunschweig so. „Wir versuchen, die Stimmung untereinander hochzuhalten mit Späßen, aber man merkt, dass alle Angst haben und angespannt wirken“, erzählt sie news38.de. Sie fühle sich im Stich gelassen.

„Ist es so wichtig, einen Haarschnitt zu bekommen?"

Das Team arbeite mittlerweile mit Handschuhen. Nach jedem Kunden würden sie sowohl Platz als auch Werkzeug desinfizieren.

Wenn Kunden mit dem kleinsten Anzeichen einer Erkältung zu ihnen in den Laden kämen, bitte man sie, den Laden zu verlassen. Und trotzdem: Die Angst, sich doch anzustecken, sei immer da.

Sie fragt sich: „Ist es so wichtig, einen Haarschnitt zu bekommen, wenn man sich und andere dabei in eine nicht wieder gut zu machende Situation bringt?" Mittlerweile haben einige Friseurläden in unserer Region sich dazu entschieden, zu schließen. Doch dafür würde bei manchen Friseuren jetzt der eigene Urlaub draufgehen.

Zentralverband hält Schließung aktuell nicht für sinnvoll

Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks hat mittlerweile ein Statement zu den Online-Petitionen und dem Wunsch nach Schließungen veröffentlicht.

Dort betont Jörg Müller vom Zentralverband, dass er zum heutigen Zeitpunkt nichts von einer bundesweiten Schließung von Friseursalons halte. „Die Bundesregierung, genauer die Bundeskanzlerin persönlich, hat am 16.3.2020 Friseure von einer vorsorglichen Schließung ausgenommen. Ähnlich verhalten sich die Landesregierungen und – das ist im Einzelfall noch entscheidender – die Gesundheitsämter vor Ort. Diese Regelung erfolgte mit Sicherheit erst nach der Beratung mit den Experten des Robert Koch Instituts!"

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Und weiter betont er, dass Hygiene im Friseurhandwerk sowieso immer großgeschrieben wird. Das gelte besonders in der heutigen Zeit. So hätten viele Salons bereits zum Schutz der Kunden und Mitarbeiter die Maßnahmen ausgeweitet. Abstände seien zwischen den Bedienplätzen neu eingerichtet worden, auch gebe es zusätzliche Hygienemaßnahmen. (abr)