Braunschweig 

Maredo in Braunschweig macht dicht – nach über 31 Jahren! „Leider ist der Moment gekommen“

Bei Maredo in Braunschweig gehen die Lichter aus! Nach mehr als 31 Jahren schließt das Restaurant in Braunschweig.
Bei Maredo in Braunschweig gehen die Lichter aus! Nach mehr als 31 Jahren schließt das Restaurant in Braunschweig.
Foto: news38

Braunschweig. Die Steakhouse-Kette Maredo ist pleite – offiziell wegen der Corona-Krise. Betroffen davon sind etwa 1.000 Mitarbeiter in Deutschland und Österreich.

Was sich fast anbahnte, ist jetzt beschlossen: Das Restaurant in Braunschweig ist offiziell Geschichte. Nach über 31 Jahren sei Schluss, heißt es auf einem Zettel im Fenster. „Leider ist der Moment gekommen, Abschied zu nehmen“, heißt es da. Den Braunschweiger Mitarbeitern soll zum 30. April gekündigt worden sein.

Maredo Braunschweig muss schließen

Maredo Braunschweig bedankt sich besonders bei seinen Stammgästen, den Handwerkern und den vielen Lieferanten, mit denen man viele lustige Momente und tolle Gespräche habe führen dürfen. „Wir hoffen, Sie alle noch auf anderen Wegen wiederzusehen.“

Nach Informationen von news38.de werden noch zwölf weitere Maredo-Restaurants geschlossen. Das ist jeder dritte Laden der Steakhouse-Kette. Unter anderem bleiben die Läden am Hackeschen Markt und Unter den Linden in Berlin für immer zu.

Die Entscheidung, diese Restaurants auch nach der Corona-Pandemie nicht wieder zu eröffnen, sei aus unternehmerischen und wirtschaftlichen Gründen zwingend geboten gewesen, teilte eine Sprecherin der beauftragten Kommunikationsagentur mit.

„Wir haben alle Maredo-Filialen im Zuge des Insolvenzverfahrens des Unternehmens auf den Prüfstand gestellt und auf ihre Zukunftsfähigkeit hin untersucht. Die von der dauerhaften Schließung betroffenen Restaurants leiden gegenüber anderen Maredo-Filialen seit mehreren Jahren unter deutlichen Wettbewerbsnachteilen“, schreibt die Sprecherin.

Die Entscheidung sei der Geschäftsleitung und dem vorläufigen Insolvenzverwalter nicht leicht gefallen, da sie mit Personalmaßnahmen verbunden sein wird. „Wir bedauern es außerordentlich, dass wir unter diesen Umständen uns von zahlreichen verdienten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern trennen und betriebsbedingte Kündigungen zum Ende April aussprechen müssen.“

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Aus dem Maredo-Restaurant in Braunschweig hatten news38.de zuletzt auch heftige Vorwürfe erreicht, die ein Sprecher wiederum konterte. Es ging darum, dass die Mitarbeiter kein Geld bekommen haben – obwohl sie gearbeitet haben.

Ein Mitarbeiter schrieb, dass er und seine Kollegen bei Maredo in Braunschweig zu Beginn der Corona-Krise der Kurzarbeit zugestimmt hätten. Dabei sei aber nie gesagt worden, dass keine März-Gehälter gezahlt werden. Er klagt: „Wir warteten also vergeblich!“

Maredo ist insolvent – Mitarbeiter schwer enttäuscht

Dass Maredo insolvent sei, habe er später aus den Medien erfahren – genau wie alles andere zu dem Thema. Die Ungewissheit sei bei allen Mitarbeitern eh schon enorm. „Und die aktuellen Dinge, die uns, ich wähle dieses Wort bewusst, ANGETAN werden, lassen das Vertrauen in das Unternehmen völlig schwinden!“

Man wolle Klarheit statt leerer Versprechungen. „Wir haben Rechnungen zu bezahlen und von Luft und Liebe können wir unsere Kühlschränke nicht füllen!“ Von den Mitarbeitern sei immer bestmögliche Arbeit erwartet worden. „Gerade zur Weihnachtszeit arbeiteten wir teils 14 Stunden und haben uns den Arsch für dieses Unternehmen aufgerissen und nun werden wir so hängen gelassen!“

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Auch eine Kollegin aus Braunschweig berichtete gegenüber news38.de, dass bei Maredo seit längerer Zeit etwas falsch laufe. Viele ehemalige Mitarbeiter der Steakhouse-Kette hätten gekündigt, einige habe der Job sogar krank gemacht, behauptete sie.

Ihre über Jahre angesammelten Überstunden habe sie bisher weder abbummeln können, noch seien sie ihr ausgezahlt worden. Von einer Gehaltserhöhung ganz zu schweigen. „Das Unternehmen hat die Menschlichkeit verloren!“, schrieb uns die Maredo-Mitarbeiterin.

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Das ist Maredo:

  • Gründung: 1973
  • Restaurants: 37
  • Mitarbeiter: etwa 1.000
  • Umsatz: 116 Millionen Euro (Stand 2015)
  • Fleisch: Steaks aus Argentinien und Uruguay

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Das Unternehmen nehme die Corona-Krise jetzt nur als Ausrede für die Zahlungsunfähigkeit. „Hätte die Krise nicht solche Ausmaße angenommen, hätten sie uns ja trotzdem weiter bezahlen müssen! Und jetzt lassen Sie uns komplett im Stich und tun so, als ob Maredo das einzige Unternehmen wäre, das nicht mehr weiter wisse.“

So sieht es bei Maredo jetzt aus

Ein Sprecher einer Kommunikationsagentur bestätigte news38.de im Auftrag der Geschäftsführung und des vorläufigen Insolvenzverwalters, dass die Mitarbeiter für den Zeitraum vom 1. bis zum 18. März kein Geld erhalten haben. Seitdem bekämen sie lediglich Kurzarbeitergeld (KUG) von der Bundesagentur für Arbeit.

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Die Abrechnung des KUG für den Zeitraum vor dem 19. März sei leider nicht möglich, da in dieser Zeit die Restaurants geöffnet waren – und die Mitarbeiter ihre Arbeitsleistung nachweislich erbracht haben. Letztlich seien die Lohn- und Gehaltsforderungen der Mitarbeiter eine Insolvenzforderung, die beim Insolvenzverwalter nach Eröffnung des Verfahrens angemeldet werden müsse.

Womöglich gehen die Maredo-Mitarbeiter tatsächlich leer aus: „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern keine Gehaltszahlung vom 1. bis zum 18. März zusichern. Dies haben wir allen Mitarbeitern auch kommuniziert“, so der Sprecher.

Man bedauere diesen Umstand außerordentlich, aber weil die Steakhouse-Kette aufgrund der Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag gestellt habe, gebe es hierzu leider keine Alternative, teilte der Sprecher mit. Und: „Wir wissen, dass dieser Umstand Ängste und Probleme bei den Beschäftigten verursacht, aber die Geschäftsleitung und der vorläufige Insolvenzverwalter versichern, dass sie alles unternehmen, um die Arbeitsplätze zu erhalten und das Unternehmen fortzuführen.“

Zumindest in Braunschweig hat das nicht geklappt... (ck)