Braunschweig 

„Hart aber fair“ (ARD): TV-Koch Alexander Herrmann greift Virologin aus Braunschweig an –„Wie die Deppen“

Bei „Hart aber fair“ (ARD) am Montagabend ging es um den bundesweiten Lockdown – und dem damit verbundenen „Lagerkoller“.
Bei „Hart aber fair“ (ARD) am Montagabend ging es um den bundesweiten Lockdown – und dem damit verbundenen „Lagerkoller“.
Foto: WDR/Dirk Borm

Berlin/Braunschweig. Zoff bei „Hart aber fair“ (ARD)! Besonders TV- und Sternekoch Alexander Herrmann ließ seinem Frust freien Lauf – und kritisierte Melanie Brinkmann, Virologin am Helmholtz Zentrum sowie an der TU Braunschweig. Bei der „Hart aber fair“-Ausgabe am Montag gerieten die beiden mehrmals aneinander.

„Ihr sagt andauernd irgendwelche Zahlen. Wenn sie euch passen, dann sind sie richtig. Dann kommt der andere daher gekrochen und sagt 'Ich bin auch Virologe, das stimmt so nicht, wir müssen diese Zahl nehmen!' – das ist genau das, was mich so aufregt“, sagte TV-Koch Herrmann bei „Hart aber fair“ (ARD). Er habe den Eindruck, man müsse nur genügend Virologen fragen, um die Zahl zu bekommen, die man brauche.

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„Hart aber fair“ (ARD): Virologin aus Braunschweig verteidigt sich

Das stimme nicht, entgegnete Brinkmann. Auch bei Virologen gebe es eine Lernkuve. „Das Problem ist, dass Erkenntnisse frisch auf den Tisch kommen und auch von den Medien aufgenommen werden, obwohl sie noch nicht ganz 'gar' sind“, sagte sie mit Blick zum Sternekoch.

Auch die Zahlen aus der Fußball-Bundesliga hätten sie überrascht. Zehn Beteiligte waren dabei positiv auf das Coronavirus getestet worden – von rund 1.700 Getesteten. Weil aber nicht gesagt werde, wo genau die Fälle aufgetreten sind, sei das sinnlos. „Wenn man der Wissenschaft helfen will, muss man das sagen.“

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TV-Koch Alexander Herrmann lässt nicht locker

Auch das brachte Gastronom und Hotelbesitzer Alexander Herrmann wieder auf die Palme. Es könne ja sein, dass er mit seinem Realschulabschluss etwas überfordert wäre, aber er sehne sich nach einer verlässlichen Ansage, was man denn wann wieder machen dürfe. „So hocken wir da wie die Deppen und schauen, wie lange überlebe ich's noch!“

Die Virologin hält regionale, sogar lokale Lockerungen für sinnvoll. „Wenn ich weiß, in Braunschweig, in Berlin, egal wo, das Infektionsgeschehen ist unter Kontrolle, kann ich auch wieder halbwegs normal leben.“ Braunschweig etwa stehe bei den Infektionszahlen sehr gut da – Niedersachsen auch.

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Wenn aber irgendwo wieder ein Corona-Brandherd auftrete, müsse man reagieren. „Aber ich will nicht ganz Braunschweig lahmlegen, sondern zum Beispiel die Schule, in der wieder neue Fälle auftreten. Damit müssen wir uns glaube ich abfinden“, so Brinkmann.

Unterstützung bekam sie bei „Hart aber fair“ (ARD) von Schauspieler Ulrich Matthes. Er sagte: „Vor ein paar Tagen waren die Virologen noch die Größten. Und jetzt fangen Sie an, die Virologen zu bashen. Das kann einfach nicht wahr sein!“ >> Hier kannst du dir die ganze Sendung ansehen!