Braunschweig 

Als hätte es Corona nie gegeben – ein Samstag in Braunschweigs Innenstadt

In Niedersachsen greifen nach dem Coronavirus-Lockdown die ersten Lockerungen. (Symbolbild)
In Niedersachsen greifen nach dem Coronavirus-Lockdown die ersten Lockerungen. (Symbolbild)
Foto: imago images / Ralph Peters

Braunschweig. Samstags geht man besser nicht in die Innenstadt von Braunschweig, wenn man etwas besorgen möchte. Denn samstags in die Stadt zu gehen, heißt automatisch auch: dicht an dicht in den Läden, volle Fußgängerzonen, lange Schlangen vor Umkleidekabinen. Zumindest war das früher so.

Zu Corona-Zeiten sollte es anders sein – dachte ich! Bis ich an diesem Samstag selbst in der Innenstadt war.

Braunschweig: Ein ganz normaler Samstag – trotz Corona

Als Corona kam, legte sich Stille über die Innenstadt von Braunschweig. Plötzlich waren auch samstags die Straßen in Braunschweig wie leergefegt. Ich erinnere mich noch an Bilder, die fleißig in Facebook-Gruppen geteilt wurden. Ein Entenpaar sitzt vor einer geschlossenen Karstadt-Filiale, ein Entenpaar wartet an der Bushaltestelle,...

Eine komische Stille, die ich aber trotzdem als ein gutes Zeichen wahrgenommen habe. Denn sie hieß auch: Die Menschen halten sich an die Corona-Regeln. Mit positivem Ergebnis: In vielen Teilen unserer Region sind seit Tagen keine Neuinfektionen mehr dazugekommen.

Ich blieb dem Gewusel lange fern – selbst, als die Geschäfte wieder öffnen durften. Bis zu diesem Wochenende. Denn an diesem Samstag brauchte ich etwas, das ich nur in der Stadt besorgen konnte. Also Maske eingepackt, Desinfektionsmittel in der Tasche und los.

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Ein bisschen so, als hätte es Corona nie gegeben

Und dieser Samstag war ein bisschen so, als hätte es Corona nie gegeben. Nur die Absperrbänder und die Markierungen auf den Böden in den Läden erinnerten an die Pandemie, die immer noch nicht vorbei ist. Okay, und vielleicht die langen Schlangen vor den Läden, weil immer nur eine begrenzte Anzahl an Personen in die Shops darf.

Doch während ich vor einem Laden in einer Schlange anstehe, mit 1,50 Meter Abstand zum Vordermann, Maske im Gesicht, schlängeln sich Menschen vor und hinter mir. Ohne Maske, versteht sich. Denn die tragen viele dann doch nur in den Läden. Und selbst da sieht man so manche, die mit einer Maske zwar ihren Mund schützen – ihre Nase jedoch nicht.

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Abstand halten? Fehlanzeige!

All das hat dazu geführt, dass ich mich schnell ziemlich unwohl gefühlt habe. Denn bei jedem Schritt lief auch die Sorge mit.

Haben mich volle Fußgängerzonen früher maximal genervt, habe ich sie dennoch geliebt. Dieses rege Treiben, lachende Gesichter, Menschen, die sich mit vollen Tüten abschleppen. Doch was ich früher geliebt habe, bereitet mir in der aktuellen Situation Sorge! Denn weltweit grassiert die Pandemie weiterhin, das Robert-Koch-Institut hat bereits die zweite Welle angekünigt.

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Früher ist erst einmal nicht mehr

Und dieser Samstag war ganz schön nah an früher dran. Obwohl wir doch genau wissen: Früher ist erst einmal nicht mehr. Unsere Normalität ist derzeit eine andere – mit Corona. Und das heißt auch, dass Abstands- und Hygieneregeln dazugehören. Vor allem dann, wenn wir wollen, dass es nicht wieder zu einem Lockdown kommt.