Braunschweig 

Braunschweig: Nächste Neonazi-Attacke gegen David Janzen – sie ist einfach nur widerlich

David Janzen (Bündnis gegen Rechts Braunschweig) war schon wieder Ziel einer Attacke. Diesmal war sie besonders ekelhaft. (Archivbild)
David Janzen (Bündnis gegen Rechts Braunschweig) war schon wieder Ziel einer Attacke. Diesmal war sie besonders ekelhaft. (Archivbild)
Foto: imago images/Michael Trammer

Braunschweig. Erneut hat es in Braunschweig eine Attacke auf David Janzen gegeben – und die ist einfach nur widerlich und pietätlos. Wie das Bündnis gegen Rechts Braunschweig am Mittwoch mitteilte, wurde seinem Sprecher am Morgen ein Paket zugestellt.

Der angeblicher Absender: der Arbeitgeber von David Janzen. Was sich in dem Paket in Braunschweig befand, ist ekelhaft – denn darin lag ein vergammelter Schweinekopf!

Braunschweig: Schweinekopf-Attacke gegen David Janzen

Für den 47-Jährigen ist klar: Absender waren die Neonazis, die ihn schon seit Monaten bedrohen und diffamieren. „Jetzt noch der Schweinekopf. Diese ständigen Drohungen sind eine enorme Belastung für mich, aber auch meine Familie“, teilt der Jugenbildungsreferent und Fachjournalist mit.

Tatsächlich ist David Janzen für die Neonazis aus Braunschweig ein Dorn im rechten Auge. So hatten sie nach dem Mord an Walter Lübcke „Heute Walter, morgen Janzen“ an seine Haustür geschrieben. Danach war dort „Wir töten dich!“ zu lesen.

Später wurde die Tür mit Ketchup beschmiert – mutmaßlich als Zeichen für Blut. Außerdem schütteten die Täter Säure in den Briefkasten der Familie Janzen. Ein Neonazi habe ihm außerdem damit gedroht, ihm etwas „zwischen die Rippen zu rammen“.

NPD-Jugend will David Janzen diffamieren

„Mehrmals gab es auch körperliche Attacken gegen mich, zum Beispiel als ich über Versammlungen der NPD berichten wollte“, so Janzen. Die NPD-Jugend klebte außerdem Plakate und Sticker mit seinem Porträt in ganz Braunschweig auf. Zuletzt hatten Unbekannte Kerzen und ein Foto des Familienvaters vor seine Haustür gestellt – wie bei einem Grab.

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Immer wieder betont David Janzen, dass die Behörden das alles aus seiner Sicht nicht ernst genug nehmen und er und seine Familie sich nicht geschützt fühlen.

Antrag auf Annährungsverbot bisher nicht bearbeitet

Ein Beispiel: Der Antrag seines Anwalts auf ein Annäherungsverbot für den Neonazi, der wegen der Ketchup-Attacke gegen Janzens Haustür angeklagt ist, liege seit Wochen unentschieden beim zuständigen Gericht.

Ein Großteil seiner Anzeigen sei eingestellt worden. „Auch als ich heute Morgen die Polizei gerufen habe, musste ich zunächst mit dem Kripobeamten darüber diskutieren, ob der mir zugeschickte Schweinekopf nun überhaupt eine Bedrohung oder Straftat darstellt, bevor er dann doch die Spurensicherung losgeschickt hat.“

Janzen hat trotzdem abermals Anzeige erstattet. Womöglich wertet die Polizei die Attacke als Bedrohung und/oder Körperverletzung – wegen des Gestanks und des damit verbundenen Brechreizes. (ck)