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Braunschweig: Sporttrainer geht hart mit Corona-Politik ins Gericht – jetzt stellt er diese Forderung

Ein Sportlehrer aus Braunschweig wünscht sich von der Politik, dass kontaktintensive Sportarten wieder möglich sind (Symbolfoto).
Ein Sportlehrer aus Braunschweig wünscht sich von der Politik, dass kontaktintensive Sportarten wieder möglich sind (Symbolfoto).
Foto: picture alliance / dpa

Braunschweig. Onur Yasar ist Sportler, Unternehmer und Leiter einer Sportschule für Fitness, Kampfsport und Tanz in Braunschweig. Jetzt hat er sich mit einer besonderen Bitte an die Politik gewandt.

Obwohl einigen Bundesländern Sport mit Körperkontakt wieder möglich ist, sieht das in Niedersachsen ganz anders aus. Für Sportler und Sportschulen wurde die Regel nicht gelockert. Das ist nicht nur für Onur Yasar in Braunschweig ein großes Problem.

Niedersachsen: Training sei kaum möglich

Die Möglichkeiten, Kampfsport unter Abstands- und Hygieneregeln zu betreiben, seien sehr eingeschränkt. Er, wie auch viele andere Mitglieder seiner Sportschule, wünschen sich schon seit langen, dass sie wieder kontaktintensiven Sportarten, wie Brasilianischen Jiu-Jiutsu und dem Capoeira zurückkehren und mit dem trainieren anfangen können.

Denn: „Ein wirklich strukturiertes Training ist aktuell kaum möglich“, schreibt er.

„Auch wenn der Infektionsschutz ein wichtiges Argument ist (das ich als Familienvater und Trainer keinesfalls gering schätze) möchte ich zu bedenken geben, dass der Wegfall täglicher sportlicher Aktivitäten andere psychosoziale Nachteile hat, die mit abgewogen werden müssen“, fügt er außerdem hinzu.

Kontaktreiche Sportarten bergen viele positive Effekte

Für Yasar habe Sport mit Körperkontakt viele positive körperliche sowie emotionale Aspekte – und das sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen.

Außerdem biete der Trainer aus Braunschweig schon seit einigen Selbstverteidigungstrainings und Kurse gegen Mobbing an Schulen an. Auch hier sieht er einen großen positiven Effekt: So helfe Körperkontakt den Kindern sich selbst besser kennenzulernen und fördere ein Bewusstsein für Gegenseitgen Respekt.

„Das Ergebnis von Kontaktübungen und Kampfsport ist, dass schüchterne Kinder selbstbewusster werden und Rowdys deutlich rücksichtsvoller“, schreibt er daher auf Facebook.

Training wirke für viele wie eine Therapie

Ähnliches gelte seiner Meinung nach auch für erwachsene Sportler: „Sie finden während des Jiu-Juitsu Trainings einen perfekten Ausgleich zu ihrem oft stressigen Alltag und bezeichnen das Training oftmals als ihre Therapie“, schreibt er.

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„Gerade in Zeiten, in denen Stress und Angst (vor Job- oder Einkommensverlusten) allgegenwärtig sind, ist das Bedürfnis nach Ausgleich und dem vertrauten (und aus guten Gründen) gewählten Sport besonders groß.“

Yasar appelliert an die Politik

Yasar appelliert daher an die Politiker in Niedersachsen, die Kontaktbeschränkungen im Sport noch einmal zu überdenken.

„Da die gesundheitlichen Vorteile von Kontaktsport in Gruppen sicherlich noch deutlich höher anzusiedeln sind, möchte ich um eine erneute Überprüfung der geltenden Verordnungen zum Kontaktsport bitten. Ich würde mich freuen, wenn ich unseren Mitgliedern zeitnah wieder Kontaktsport in der Academia Brauschweig anbieten könnte.“

Viel Zuspruch

Auf Facebook erhält Yasar für sein mutiges Statement viel Zustimmung. So kommentiert eine Frau den Post des Sportlers mit: „Das hast du sehr gut geschrieben!“. Auch ein anderer Mann schreibt: „[Ich] kann es absolut nur unterstützen, was du da schreibst.“

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Ob Onur Yasar in seiner Sportschule bald wieder Kontaktsportarten wie vor Corona anbieten kann, bleibt abzuwarten. Das letzte Wort haben nämlich immer noch die Politiker von Niedersachsen. (kf)