Braunschweig 

Braunschweig: Brand in Wohnungslosen-Unterkunft – Feuerwehr: „Wir fuhren durch eine graue Wand aus Rauch“

Brand in einer Wohnungslosen-Unterkunft in Braunschweig. Bei ihrer Ankunft schlug den Einsatzkräften der Rauch entgegen.
Brand in einer Wohnungslosen-Unterkunft in Braunschweig. Bei ihrer Ankunft schlug den Einsatzkräften der Rauch entgegen.
Foto: Jörg Koglin

Braunschweig. „Wir fuhren förmlich durch eine graue Wand aus Rauch“, schildert der erste Zugführer Tobias Franke. Seine Kollegen und er waren am Donnerstagabend mit einem Großaufgebot zu einer Obdachlosen-Unterkunft an der Madamestraße ausgerückt.

Aus der ersten Etage des Gebäudes im westlichen Ringgebiet schlugen bei der Ankunft der Feuerwehr die Flammen. Zahlreiche Feuerwehr- und Rettungskräfte waren im Einsatz, auch ein Hubschrauber landete zwischenzeitig.

Zahlreiche Anrufe gehen bei der Feuerwehr Braunschweig ein

Doch was war passiert? Ab 20.55 Uhr gingen bei der Einsatzzentrale gleich mehrere Anrufe ein. Noch vor dem Eintreffen der ersten Kräfte wurde die Alarmstufe auf „Feuer 3“ erhöht. Neben der Freiwilligen Feuerwehr waren sämtliche Löschzüge der Berufsfeuerwehr im Einsatz.

Da der Brand im ersten Stock ausgebrochen war, war der Fluchtweg für alle Bewohner ab dieser Etage bis zum Dach abgeschnitten. „An vielen Fenstern standen Menschen, die von dem abziehenden Rauch umhüllt waren“, berichtet die Feuerwehr. „Wir gingen in der ersten Einsatzphase von bis zu 15 betroffenen Personen aus“, erklärt Brandrat Mathias John weiter.

Sieben Menschen konnten direkt aus einer lebensgefährlichen Lage gerettet werden, fünf davon über Drehleitern. Ein extra aufgebautes Sprungpolster musste nicht genutzt werden.

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Feuerwehrleute und Bewohner bei Brand verletzt

Der Rettungsdienst behandelte zwischenzeitig neun Personen, wobei fünf nach einer Untersuchung in anderen Wohneinheiten untergebracht werden konnten. Zwei mittelschwer verletzte Personen wurden in Krankenhäuser transportiert. Ebenso zwei Feuerwehrleute, die sich bei der Rettung im Einsatz verletzt hatten.

„Es geht den Kollegen gut. Beide durften nach einer ambulanten Behandlung das Krankenhaus wieder verlassen“, so der Einsatzleiter. Flüssig abtropfender Kunststoff hat einen Feuerwehrmann verletzt. Schlimmeres verhindert hat wohl die hochwertige Schutzbekleidung, wie die Feuerwehr betont.

In der späten Abend- und Nachtstunden konnten die Einsatzkräfte abrücken. Zwischenzeitig war auf einem nahgelegenen Sportplatz ein Hubschrauber gelandet, der aber nicht zum Einsatz kam. (abr/mb)