Braunschweig 

Braunschweig: Fallen die Denkmäler? Fraktion mit krasser Forderung

Die Bürger-Initiative Braunschweig kritisiert einige Denkmäler in der Stadt. So soll es jetzt damit weitergehen. (Symbolbild)
Die Bürger-Initiative Braunschweig kritisiert einige Denkmäler in der Stadt. So soll es jetzt damit weitergehen. (Symbolbild)
Foto: imago images / Panthermedia

Braunschweig. In den USA fallen derzeit reihenweise Statuen. Demonstranten in unterschiedlichen Städten reißen im Zuge der „Black Lives Matter“-Bewegung derzeit die Kolumbus-Denkmäler von ihren Sockeln.

Könnte das bald auch in Braunschweig passieren? Wenn es nach der Bürger-Initiative Braunschweig geht, solle das – in weniger gewalltvoller Art – zumindest diskutiert werden.

Braunschweig: Bürgerinitiative Braunschweig verlangt Aufarbeitung

Laut der Bürgerinitiative stehe eine ganze Reihe umstrittener Denkmäler in Braunschweig. In einer Pressemitteilung weißt die Fraktion vor allem auf diese zwei Denkmäler hin:

  • das „Kolonialdenkmal“ am Rande des Stadtparks, Jasperallee
  • die Gedenksteine an die „Schutztruppe Deutsch-Südwest“ im Roselien-Neubaugebiet

+++ Braunschweig: Feuerwehr-Einsatz an der Oker! Mann aus dem Wasser gezogen +++

Die Fraktion fordert nun, dass nicht nur diese zwei, sondern sämtliche Denkmäler in der Stadt untersucht und kritisch bewertet werden. Anschließend solle die Stadt über ihren Verbleib, den Umgang und möglicherweise ihre Entfernung beraten.

„'Black Lives Matter': Weltweit wird derzeit über Standbilder, Orts- und Straßennamen debattiert, die noch heute das Andenken an Sklavenhändler und -halter, Entdecker, Imperialisten, Kolonialisten und Rassisten hochhalten,“ erklärt Peter Rosenbaum, Ratsherr der Bürgerinitiative.

Bürgerinitiative mit deutlichen Worten: „Kann nicht sein“

„Da kann es nicht sein, dass der Rat hier in Braunschweig noch 2012 aktiv und mehrheitlich beschlossen hat, Gedenksteine aufzustellen, mit denen die sogenannte ‚Schutztruppe Deutsch-Südwest‘ geehrt wird“, so Rosenbaum.

--------------------

Mehr Themen:

Eintracht Braunschweig: Trainersuche beendet! ER wird der neue Löwen-Coach

Apotheke in Wolfsburg: Rassismus-Vorwürfe! Inhaberin leidet: „Hetzjagd“

Eintracht Braunschweig: Ex-Trainer Antwerpen über Vertrags-Aus – „Nicht meine ganz große Stärke“

--------------------

„Deren Kriegführung gegen die Herero und Nama im heutigen Namibia hatte 2015 die Bundesrepublik Deutschland offiziell durch den damaligen Bundespräsidenten Gauck und Bundestagspräsident Lammert als Völkermord bezeichnet.“

Erklärung der Stadt sei „fragwürdig“

Als „fragwürdig“ bezeichnet die Fraktion außerdem, dass die Stadt Braunschweig sich dieser Erklärung in Bezug auf das Denkmal für die „Schutztruppe Süd-West“ bislang nicht angeschlossen habe.

+++ Corona in Niedersachsen: Extrem wenige Neu-Infektionen ++ Lehrer-Verband fordert freiwillige Reihentests +++

Deswegen will die Bürgerinitiative mit einem Antrag zur Ratssitzung einen Anstoß zur Diskussion über Denkmäler geben. (vh)