Braunschweig 

Braunschweig: E-Scooter seit wenigen Tagen in der Stadt – und schon jetzt heftig diskutiert! „Mist auf unseren Straßen"

Erst seit einigen Tagen sind die E-Scooter in Braunschweig ausleihbar. Doch schon jetzt sorgen sie für Ärger. (Symbolbild)
Erst seit einigen Tagen sind die E-Scooter in Braunschweig ausleihbar. Doch schon jetzt sorgen sie für Ärger. (Symbolbild)
Foto: imago images / Viennareport

Braunschweig. Man muss ehrlich sein: Richtig nah am Puls der Zeit ist Braunschweig in Sachen E-Scooter nicht. Während sich die Anbieter der elektronischen Gefährte bereits aus den ersten Städten in Deutschland wieder zurückziehen, wurde Braunschweig gerade erst als neuer Markt erschlossen.

Das weckt bei den Menschen in der Stadt gemischte Gefühle. Während die einen vorsichtig optimistisch abwarten wollen, wie sich die Situation mit den neuen Teilnehmern im Straßenverkehr entwickelt, wünschen sich andere wohl, dass die kleinen Scooter es überhaupt nicht nach Braunschweig geschafft hätten. Auch die Braunschweiger Polizei hat Stellung bezogen.

Braunschweig: E-Scooter sorgen für Diskussionen

Seit dem 7. Juli können sich die Menschen in Braunschweig die E-Scooter ausliehen. 200 Geräte hat der E-Scooter-Verleih „Tier“ aufgestellt, die Kosten für die Ausleihe betragen 15 Cent pro Minute zuzüglich einer Startgebühr von einem Euro.

Attraktiv sollen die Roller vor allem für kurze Strecken in City-Nähe sein. „Autos gehören nicht in die Innenstadt. Mit Tier-Scootern bieten wir nun auch Bewohnern und Gästen von Braunschweig eine umweltfreundliche Alternative, um sich abgasfrei durch die Stadt zu bewegen“, erklärte Marcel Goos, City Manager Braunschweig, die Einsatzmöglichkeiten.

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Das sind E-Scooter:

  • Elektrokleinstfahrzeug, das einem Tretroller ähnelt
  • wird aber nicht durch Treten, sondern von einem Elektromotor angetrieben
  • viele E-Scooter befinden sich nicht in Privatbesitz, sondern werden von Verleihfirmen zur Verfügung gestellt
  • die leichtesten Modelle wiegen etwa 7 Kilo, die schwersten Modelle mehr als 20 Kilogramm
  • sie fahren rund 20 Kilometer pro Stunde, einige Modelle erreichen aber auch bis zu 40 km/h

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Deutschlandweit hatten die E-Scooter in den Städten für Diskussionen gesorgt. Zu Beginn gab es große Probleme mit Rollern, die unachtsam abgestellt oder teils sogar mutwillig zerstört worden waren. Viele der Kinderkrankheiten haben sich zumindest in den meisten Städten mit der Zeit von selbst erledigt.

Zeitgleich hat sich aber auch offenbar der Hype um die Roller gelegt. So hatte beispielsweise Anbieter „Bird“ jüngst sein Angebot in Duisburg eingestellt – der Betrieb hatte sich offenbar für das Unternehmen nicht gerechnet.

Geteilte Meinungen

Mit dem Start in Braunschweig gibt es auch in unserer Region einige Bedenken auf Seiten der Bürgerinnen und Bürger. Vor allem auf Facebook prallen verschiedene Meinungen aufeinander. Ein Kritiker nennt den Start der E-Scooter sogar eine „Katastrophe“. Andere schreiben:

  • „Ich sehe es auch kritisch, dass man die Roller überall stehen lassen kann. Selten fügt sich eine Horde Roller harmonisch ins Stadtbild ein.“
  • „Stehen überall dumm rum.“
  • „Noch mehr Mist auf unseren Straßen. Und die Dinger liegen überall in der Gegend rum.“
  • „Und am Ende des Tages kommt einer mit nem Diesel, der die dann zum Laden irgendwo hinkutschiert oder wie?“

Zumindest der letzte Einwand lässt sich in Braunschweig schon vorab entkräften. „Durch den Einsatz von Modellen mit austauschbaren Batterien wird das tägliche Hin-und-her-Fahren der Scooter zum Aufladen in Lagerhäuser überflüssig“, heißt es in einer Pressemitteilung von Tier.

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Andere sind hingegen vorsichtig optimistisch. „Finde ich gar nicht so schlecht – genau, wie E-Fahrräder. Die Frage wird sein, wie die Fahrer*innen der E-Scooter sich an die (Verkehrs)Regeln halten“, meint ein Nutzer. Auch andere sind der Überzeugung, dass der Erfolg maßgeblich davon abhängen wird, wie die Fahrer mit den Rollern umgehen werden.

Das sagt die Polizei

Neben den Menschen in Braunschweig haben sich auch die Behörden auf den E-Scooter-Start vorbereitet. Die Polizei Braunschweig erklärt gegenüber NEWS38, man sei „gespannt, wie sich die E-Scooter im Straßenverkehr integrieren.“ Man sehe jedoch auch mögliche Problemfelder wie Konflikte mit anderen Verkehrsteilnehmern und höherer Verkehrsdichte auf Radwegen.

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„Ein wichtiger Aspekt ist für uns, dass es sich bei einem E-Scootern nicht um ein Spielgerät handelt, sondern um ein Kraftfahrzeug handelt, bei dem die gleichen Regeln wie für Autofahrer gelten“, warnt die Behörde. Heißt im Klartext: Fahrten während der Nutzung des Mobiltelefons oder unter Alkoholeinfluss sind absolut tabu und es droht der Verlust des Autoführerscheins.

Warnung vor erhöhter Sturzgefahr

Auch sorge man sich aufgrund der Unfallgefahr. Die kleinen Räder könnten „erhöhte Sturzgefahr bergen, was insbesondere durch die nicht vorhandene Helmpflicht zu Unfällen und einer erhöhten Verletzungsgefahr führen kann.“

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In Zukunft will die Polizei deswegen über Soziale Medien und die Homepage weiter über die E-Scooter informieren. (dav)