Braunschweig 

Braunschweig: Busse und Bahnen mit Trauerflor – der Grund macht sprachlos

In Braunschweig tragen Busse und Bahnen eine Woche lang Trauerflor.
In Braunschweig tragen Busse und Bahnen eine Woche lang Trauerflor.
Foto: Braunschweiger Verkehrs-GmbH

Braunschweig. Die Busse und Bahnen in Braunschweig sind seit einigen Tagen mit einem schwarzen Trauerflor unterwegs. Hintergrund ist ein unfassbarer Ausbruch von Gewalt.

Es geht um den sinnlosen Tod eines Busfahrers aus dem südfranzösischen Bayonne. Die Braunschweiger Verkehrs-GmbH (BSVG) setzt mit der schwarzen Schleife ein Zeichen und solidarisiert sich mit dem Fahrer aus Frankreich und gegen die Gewalt.

Braunschweig: Zeichen der Solidarität

Philippe Monguillot (†59) war wegen eines Corona-Masken-Streits brutal angegriffen worden. Der Auslöser der Prügel-Attacke vom 5. Juli war banal: Philippe hatte zwei Fahrgäste auf die Maskenpflicht hingewiesen, die in Frankreich ebenso wie in Deutschland in Bussen und Bahnen gilt. Dann schlugen die Männer zu.

+++ Busfahrer nach Maskengegner-Angriff gestorben – „Fühle mich wie in einem Albtraum“ +++

Zunächst wurde der Busfahrer für hirntot erklärt. Fünf Tage nach dem Angriff entschied sich seine Familie dazu, die lebenserhaltenden Maßnahmen abzuschalten. Philippe hinterlässt eine Frau und drei Töchter.

BSVG: Fahrer sind auch Menschen

Am Montag wurde Philippe beerdigt – seine Kollegen reisten mit Bussen an und erwiesen dem 59-Jährigen die letzte Ehre. Auch die BSVG fühlt sich als Verkehrsunternehmen mit über 450 Mitarbeitern im Fahrdienst von diesem Vorfall besonders betroffen. Was in Frankreich passiert sei, mache die BSVG sprachlos, sagt Geschäftsführer Jörg Reincke.

„Auch unsere Fahrer müssen sich mitunter mit Beleidigungen oder aggressiv auftretenden Fahrgästen auseinandersetzen. Glücklicherweise ist es hier noch nie zu so brutalen Übergriffen gekommen, aber wir haben das Bedürfnis, unsere Solidarität zu bekunden“, so Reincke.

+++ Braunschweig: Mädchen spricht Busfahrer an – was sie zu ihm sagt, trifft ihn mitten ins Herz +++

Die Fahrzeuge der BSVG fahren deswegen jetzt eine Woche lang mit einer schwarzen Schleife an der ersten Tür. „Wir möchten mit unserer Aktion auch daran erinnern, dass jeder unserer Fahrer und jede unserer Fahrerinnen nicht nur ein Dienstleister ist, sondern eben auch ein Mensch, der sich durch Beleidigungen und im schlimmeren Fall durch Tätlichkeiten verletzt fühlt“, erklärt Reincke.

----------------

Mehr aus Braunschweig:

----------------

Inzwischen wurde bekannt, dass es auch in Oldenburg einen brutalen Vorfall gegeben hat. Dort soll ein 30-jähriger Busfahrer von zwei Männern geschlagen und getreten worden sein. Auch er hatte zuvor darauf hingewiesen, dass im Bus Maskenpflicht gilt. (ck)