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Braunschweig: Kirmes mitten in der Stadt sorgt für Wirbel – „Das ist doch Verarschung!“

Kirmes in Braunschweig – eine gute Idee oder in Corona-Zeiten einfach nur gefährlich?
Kirmes in Braunschweig – eine gute Idee oder in Corona-Zeiten einfach nur gefährlich?
Foto: News38

Braunschweig. Kirmes in Braunschweig – und das mitten in der Corona-Pandemie!

Seit dem Wochenende steigt der Rummel in Braunschweig. Coronakonform darf bis Ende August Kettenkarussell, Riesenrad und Co. gefahren werden. Eine Idee, die bei vielen Menschen gut ankommt, und die andere ziemlich wütend macht.

Braunschweig: Rummel in der Innenstadt spaltet die Gemüter

Klar ist: Wie in ganz Deutschland kämpfen die Schausteller auch in Niedersachsen ums nackte Überleben. Monatelang fielen alle Veranstaltungen aus, gerade im Sommer eine finanziell äußerst schmerzhafte Angelegenheit.

Klar ist aber auch: Systemrelevant ist eine Kirmes nicht. Auch wenn Veranstalter und Stadtmarketing versprechen, dass die Hygieneregeln eingehalten werden, birgt eine Großveranstaltung immer auch eine gestiegene Infektionsgefahr.

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Die Gemüter sind gespalten. Im Netz wird hitzig diskutiert, ob der Rummel in Braunschweig (>> hier alle Infos) eine gute Idee ist oder in Zeiten der Pandemie einfach nur eine unnötige Gefahr darstellt.

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Wir haben einige Reaktionen gesammelt:

  • Finde ich nicht gut! Andere Großveranstaltungen werden verboten und abgesagt, aber ein Rummel ist ok?! Das ist doch Verarschung!
  • Im Namen unserer Schausteller sehr gut, die kämpfen alle seit Monaten um ihre Existenzen.
  • Das ist schlichtweg zum Kotzen. Sowas wird erlaubt, aber bei uns steht seit Monaten ein kleiner Zirkus und darf nicht's. Die lassen sie nicht mal nach Hause. Wenn, dann sollte alles verboten bleiben.
  • Sehr schön! Gerade für die Kinder, die dieses Jahr auf so vieles verzichten müssen.
  • Ich find's super so – mit großem Abstand... So soll dann auch der Weihnachtsmarkt werden. Macht viel mehr Spaß, als alles auf engem Raum.
  • Sind wohl noch nicht genug erkrankt, verstorben oder Pleite gegangen...
  • Eine gute Idee, um den Schaustellern wenigstens ein bisschen Einnahmen in den Corona-Zeiten zu ermöglichen.
  • Ich find es gar keine schlechte Idee, da der Urlaub ja flach fällt und Corona alles im Griff hat... Hoffe nur, dass sich alle an die Regeln halten.

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Das sagt der Schaustellerverband zur Kritik

Thomas Bronswyk vom Schaustellerverband ist die Diskussion durchaus bekannt. Doch er betont auch: Alle Schausteller arbeiten nach einem Hygienekonzept. Und zwar angepasst an Konzepten, die beispielsweise auch in Freizeitparks gelten. Denn die Kirmes sei keine Großveranstaltung, sondern gelte als Versorgungs- und Vergnügungseinrichtung.

Es gebe Desinfektionsspender, Abstandsstreifen, Fahrgeschäfte würden regelmäßig desinfiziert. Außerdem würden Besucher neben einem Fahrgeschäft meist nur ein bis drei weitere Buden finden. Damit wollen die Schausteller gewährleisten, dass sich nicht alles an einem Platz sammelt, erklärt Bronswyk auf Nachfrage von news38.

Er ist jedenfalls froh, dass es wieder losgeht. Die letzten Monate seien hart für die Schausteller gewesen. Um so mehr freut es ihn, dass die Braunschweiger den Rummel an sich gut annehmen. So würden sie beispielsweise Trinkgeld an Buden geben, das würden die Schausteller sonst eher selten erleben. „Das fasst mich schon sehr an“, sagt Bronsw<k.