Braunschweig 

Braunschweig: Bei diesem Anblick kann ein Mann nur den Hut ziehen: „Chapeau“

Vorbild für Braunschweig? In Kiel wurden aus breiten Straßen inzwischen zum Teil Kanäle
Vorbild für Braunschweig? In Kiel wurden aus breiten Straßen inzwischen zum Teil Kanäle
Foto: Penofoto/Imago

Braunschweig. Es ist ein wirklich schönes Foto, das ein Mann aus Braunschweig da auf Twitter geteilt hat. Zwischen Gebäuden fließt ein Kanal vorbei, rechts und links treppenartige Ufer, an denen man in der Sonne sitzen kann. „Da muss man einfach mal sagen: Chapeau“, schreibt der Twitter-User.

Das ist aber kein Foto aus Braunschweig, sondern eines aus Kiel. Dort musste ein breite Straße weichen, um aus einer Asphaltwüste einen wirklich schönen Ort zu machen.

Braunschweig: Foto weckt Sehnsucht

„Eine der besten Aufwertungen von öffentlichem Raum, die ich in letzter Zeit gesehen habe“, schreibt der Braunschweiger Architekt sehnsüchtig hinzu. „Braunschweig war mal von etlichen Okerarmen durchzogen. Die meisten wurden verrohrt. Man könnte sie öffnen und so u.a. Mikroklima, Aufenthalt, Handel/Gastro aufwerten!“

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Die Stadt Braunschweig könnte sich also an Kiel ein Vorbild nehmen – also überdimensionale Straßen zurückbauen und stattdessen breite Fuß- und Radwege, Wiesen und Wasser in der Stadt zulassen.

Kann Braunschweig so etwas auch?

Chancen dazu hätte es in der Vergangenheit schon gegeben, erinnert sich der Mann: „In Braunschweig sollte mal ein alter Graben wieder geöffnet werden. Technisch, baulich, rechtlich etc. wäre das gegangen. ABER: Es kann außerhalb der Fußgängerzone nicht schöner sein als innerhalb! Also hat man lieber eine Rinne mit 5 cm Wasser gebaut.“

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Seine Enttäuschung über so viel Kurzsichtigkeit ist zwischen den Zeilen klar herauszulesen. Bitter fährt er in einem weiteren Tweet fort: „NIEMALS hätte man die Fußgängerzone einfach dorthin verlängern können. Warum sollte man zwei Bereiche mit Vorrang für Fußgänger verbinden? Es könnte ja mal ein ganzes Netz ruhiger Wege ohne Autos entstehen!“

In Braunschweig wächst der Wunsch nach autofreien Ecken

Was das Problem mit Autos ist, erklärt er auch direkt: „Ich überlege, kurz in die Innenstadt zu gehen und Fotos von den Orten zu machen, die man so schön umgestalten könnte. Da fällt mir ein, ich bin ja mit dem Auto ins Büro gefahren und habe jetzt keinen Bock in die Innenstadt zu fahren. Auto macht immobil.“

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Mehrere Menschen stimmen dem Mann auf Twitter zu: Der Wunsch nach Städte, die schön, grün und für Fußgänger angenehm sind, ist bei vielen Leuten offenbar groß. Auch in Braunschweig. (wt)