Braunschweig 

Braunschweig: Widerstand gegen AfD-Parteitag formiert sich – „Keine Einladung an die rechtsextreme Truppe“

Die AfD trifft sich mal wieder in Braunschweig. Dabei muss die Partei rund um ihren landesparteitag in der Millenium-Halle mit Gegenprotest rechnen.  (Archivbild)
Die AfD trifft sich mal wieder in Braunschweig. Dabei muss die Partei rund um ihren landesparteitag in der Millenium-Halle mit Gegenprotest rechnen. (Archivbild)
Foto: imago images / IPON

Braunschweig. Die AfD Niedersachsen muss in Braunschweig mit Widerstand rechnen.

Das „Bündnis gegen Rechts“ Braunschweig hat Protest gegen die AfD angekündigt – und kritisiert den Gastgeber.

Landesparteitag: AfD kommt wieder nach Braunschweig

Am 12. und 13. September 2020 will die AfD in der Millenium-Halle am Madamenweg ihren Landesparteitag durchführen. Erst im vergangenen November hatte die AfD ihren Bundesparteitag in Braunschweig veranstaltet.

Vor der Volkswagen Halle – deren Namen der Konzern im Vorfeld abhängte – und in der Innenstadt von Braunschweig protestierten tausende Menschen gegen die AfD.

Dieser massenhafte Protest letztes Jahr sei „keine Einladung an die rechtsextreme Truppe, jetzt wiederzukommen“, so Bündnis-Sprecher Sebastian Wertmüller.

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“Es hat sich nichts geändert: Die AfD ist rassistisch, nationalistisch und rechtsextrem bis auf die Knochen. Sie führt einen Kulturkampf gegen die Freiheit von Wissenschaft, Kultur und Medien. Sie spaltet die Gesellschaft, bekämpft die Gleichberechtigung und befeuert Hass und Hetze“, sagt Wertmüller.

„Bündnis gegen Rechts“ kündigt Demo an

Daher ruft das „Bündnis gegen Rechts“ Braunschweig für Samstag, 12. September, zu einer Kundgebung ab 8 Uhr vor der Millenium-Halle auf, anschließend ist eine Demonstration in die Innenstadt geplant und für 12.30 Uhr eine Abschlusskundgebung auf dem Schlossplatz.

Eine besondere Bedeutung habe der Landesparteitag auch wegen der anstehenden Wahlen für den Landesvorsitz. Die amtierende Vorsitzende Dana Guth hat bis jetzt drei Gegenkandidaten:

  • Dietmar Friedhoff (Hannover)
  • Jens Kestner (Northeim )
  • Stefan Wirtz (Braunschweig)

Außerdem spielt einem Medienbericht zufolge auch Christopher Emden (Osterholz) mit dem Gedanken, für den AfD-Landesvorsitz zu kandidieren.

Kritik übt das „Bündnis gegen Rechts“ Braunschweig erneut an Stefan Wirtz. Er versuche bei Erinnerungsveranstaltungen an die NS-Opfer durch seine Teilnahme immer wieder zu provozieren, heißt es. Der 52-Jährige sieht das entsprechend anders.

Wertmüller weist darauf hin, dass man auf die Einhaltung von Regelungen für den Corona-Infektionsschutz achten wird: „Bei uns sollen alle teilnehmen können, ohne Angst vor Ansteckungen haben zu müssen.“

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Ein besonderes Augenmerk richtet das „Bündnis gegen Rechts“ Braunschweig auch auf den Eigentümer der Millenium-Halle. Kein Eigentümer müsse an die AfD vermieten.

„Herr Rouven Hartmann als Geschäftsführer der Halle muss sich fragen lassen, ob ihm die Kohle der Rechtsextremisten tatsächlich wichtiger ist, als ein Beitrag für eine demokratische und solidarische Gesellschaft, indem er seine Geschäfte mit der AfD beendet.“ Schließlich würden beachtliche Teile der AfD vom Verfassungsschutz beobachtet.

Das „Bündnis gegen Rechts“ Braunschweig fordert den Geschäftsführer der Halle dazu auf, den Vertrag mit der AfD zu kündigen. Für ein Gespräch dazu stehe man zur Verfügung.

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Nach Auskunft der Partei war es nicht einfach, eine Halle für den Landesparteitag zu finden. In den vergangenen Monaten habe man Dutzende Absagen erhalten. „Wir haben eine Anfrage-Odyssee hinter uns“, hieß es. (ck)