Braunschweig 

Braunschweig: Große Trauer um ehemalige Spitzen-Triathletin – Nina Kraft (†51) ist tot

Ein Bild aus 2004: Die Triathletin Nina Kraft ist in Braunschweig verstorben.
Ein Bild aus 2004: Die Triathletin Nina Kraft ist in Braunschweig verstorben.
Foto: imago images / Martin Hoffmann

Braunschweig. Sie gewann neun Mal den Ironman, doch ihren letzten Kampf hat sie verloren. Die ehemalige Triathletin Nina Kraft ist am 16. August im Alter von nur 51 Jahren in ihrer Heimatstadt Braunschweig verstorben.

Braunschweig: Top-Triathletin Nina Kraft verstorben

In Braunschweig hatte sie ihre Sportlaufbahn zunächst als Leistungsschwimmerin begonnen. Dann wechselte sie zum Laufen. 1998 trat Nina Kraft erstmals in Erscheinung: Sie beendete den Ironman Europe als Sechste unter der 10-Stunden-Marke. 2001 und 2002 gewann sie erstmals den Wettbewerb.

Am Ironman Hawaii nahm sie ebenfalls erstmals 1998 teil und wurde Fünfzigste. Es folgte ein 16. Platz 1999, zwei dritte Plätze 2000 und 2003 sowie ein zweiter Platz 2002.

Doping als großer Makel in der Karriere

Ihren größten Erfolg bis dahin feierte sie 2004, als sie den Ironman auf Hawaii gewann. Doch kurze Zeit später kam heraus, dass sie mit EPO gedopt hatte, der Titel wurde ihr aberkannt.

Nach Bekanntgabe des EPO-Dopings versuchte Nina Kraft nicht, das Vergehen zu verleugnen, sondern gestand ihre Tat offen ein. Es folgte eine Welle der Empörung, die in einer Morddrohung gipfelte. Die Athletin war am Tiefpunkt ihrer Sportkarriere und musste sich in psychiatrische Therapie begeben.

Sie gab ihre EPO-Quelle nicht in der Öffentlichkeit preis und wurde am 13. Dezember 2004 von der Anti-Doping-Kommission der Deutschen Triathlon-Union (DTU) für zwei Jahre, für den Zeitraum vom 12. November 2004 bis zum 12. November 2006, von allen Wettkämpfen ausgeschlossen.

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Das Verbandsgericht der DTU halbierte die Sperre später aus formaljuristischen Gründen auf 12 Monate, da die der Sperre zugrundeliegenden Regularien zum Zeitpunkt des Dopings noch nicht im Vereinsregister eingetragen worden waren. Die World Triathlon Corporation (WTC), kündigte an, Nina Kraft unabhängig davon bis zum 12. November 2006 von allen von ihr lizenzierten Veranstaltungen auszuschließen.

Comeback mit mehreren Ironman-Siegen

Nach Ablauf der Sperre plante sie 2005 ihr Comeback. In Florida bereitete sie sich in einem Leistungszentrum vor, um 2006 offiziell für den Braunschweiger Verein Tri-Lions zu starten. Mit einem zweiten Platz meldete sie sich beim einem brasilianischen Triathlon 2006 zurück. Es folgten weitere Ironman-Erfolge.

Seit 2015 trat Nina Kraft nicht mehr international in Erscheinung. Wie das Fachmagazin „Triathlon“ berichtet, litt sie an Depressionen. (mb)