Braunschweig 

Braunschweig: Nach Kollision mit 17 Verletzten – deshalb krachten die Straßenbahnen ineinander

Bei dem Unfall am 13. August mitten in Braunschweig waren 17 Menschen verletzt worden.
Bei dem Unfall am 13. August mitten in Braunschweig waren 17 Menschen verletzt worden.
Foto: Jörg Koglin

Braunschweig. Genau zwei Wochen ist es her, als mitten in Braunschweig zwei Straßenbahn kollidierten. 17 Menschen, darunter die beiden Straßenbahnfahrer, wurden teils schwer verletzt.

Nun veröffentlicht die Polizei ein Zwischenergebnis der Gesellschaft für Landeseisenbahnaufsicht (LEA), wie es zu dem schweren Zusammenstoß kommen konnte.

Straßenbahn-Kollision in Braunschweig: Deshalb kam es zum Crash

Die LEA ist die amtlich bestellte und unabhängige Untersuchungsbehörde, die sämtliche Unfälle öffentlicher Eisenbahnbetreiber, somit auch der Braunschweiger Verkehrs GmbH (BSVG), gemeldet werden müssen.

Wie die LEA sowie die BSVG mitteilen, war zum Unfallzeitpunkt der Weichenlagemelder infolge von Wartungsarbeiten ausgefallen, so dass dem Straßenbahnfahrer kein Signal zur Weichenstellung angezeigt werden konnte.

„In diesen Fällen sind die Straßenbahnfahrer verpflichtet, auf Sicht zu fahren und somit individuell auf die tatsächliche Stellung der Weichen zu achten. Befindet sich die Weiche nicht in der erforderlichen Position, hat der Fahrer die Möglichkeit und die Pflicht, die Weichen manuell zu stellen, um den korrekten Fahrweg der Bahnen zu gewährleisten“, zitiert die Polizei.

Weiche stand nicht auf „geradeaus“

Dies sei am Tag des Unfalls jedoch nicht geschehen, weshalb die Straßenbahn der Linie 1 nach links in Richtung Waisenhausdamm abbog, anstatt wie geplant geradeaus zum Rathaus weiterzufahren. So kam es zum Zusammenstoß mit der entgegenkommenden Straßenbahn der Linie 2, die in Richtung John-F.-Kennedy-Platz fuhr.

Zu der Stellung der Weiche kam es, weil zuvor eine Bahn der Linie 5, die dem Streckenverlauf in Richtung Waisenhausdamm folgte, durchgefahren war. Eine Umstellung der Weiche auf den Kurs der Linie 1 in Richtung „geradeaus“ erfolgte nicht, da die Weichensteuerung außer Betrieb war.

Durch die Wartungsarbeiten war somit auch der Schaltkontakt, der die Weichenstellung bei Annäherung beeinflusst, nicht betriebsbereit.

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Mehr dazu:

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Fahrer hatte 30 Jahre Berufserfahrung

Die Polizei leitete ein Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den 56-jährigen Fahrer ein, der über rund 30 Jahre Berufserfahrung verfügt.

Christian Holste, Leiter des Verkehrsunfalldienstes, betont: „Wir sind froh, dass wir bei dem Unfall nicht eine noch höhere Anzahl von Verletzten und schwerwiegendere Folgen zu verzeichnen haben. Da sich die Straßenbahnen in unmittelbarer Nähe zur Haltestelle befunden haben, begegneten sie sich nur mit relativ geringer Geschwindigkeit. Auch weil die Kollision nicht frontal, sondern flankierend erfolgte, konnten sich die Kräfte des Aufpralls gemächlich abbauen."

Die Polizei lobt die kooperative Zusammenarbeit mit der BSVG. Abschließend merkt sie an, dass die genau Höhe des Sachschadens noch nicht beziffert werden kann. Ebenso steht die genaue Anzahl der Verletzten noch nicht endgültig fest, weil nicht alle Fahrgäste erreicht werden konnten. (red)