Braunschweig 

Braunschweig: Männer lungern vor einer Schule herum – dann muss die Polizei eingreifen

Neonazis haben vor einer Schule in Braunschweig Flyer mit rechtem Gedankengut verteilt. Die Polizei musste eingreifen. (Archivbild)
Neonazis haben vor einer Schule in Braunschweig Flyer mit rechtem Gedankengut verteilt. Die Polizei musste eingreifen. (Archivbild)
Foto: Ole Spata/dpa

Braunschweig. Bei diesen Szenen vor einer Schule in Braunschweig hat die Polizei einschreiten müssnen!

Den Schulstart nach den Sommerferien in Braunschweig haben Neonazis dafür genutzt, um Propaganda für rechtsextremes Gedankengut zu machen. Männer der Jungen Nationalisten, der Jugendorganisation der rechtsextremen NPD, haben vor einer Schule Handzettel verteilt.

Braunschweig: Neonazis verteilen Flyer an Schule – Polizei muss eingreifen

Das bestätigte die Polizei in Braunschweig auf Nachfrage von news38.de. Gegen 7.30 Uhr seien die Beamten am Donnerstagmorgen zum Martino-Katharineum-Gymnasium gerufen worden.

Zwei Männer Anfang 20 wurden dort auf frischer Tat ertappt. Ein Dritter konnte nicht mehr angetroffen werden, wie Polizeisprecherin Carolin Scherf erklärt.

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Die Personalien der Neonazis wurden aufgenommen, Platzverweise ausgesprochen. Der Einsatz sei unproblematisch verlaufen.

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Nun werde der Inhalt der Flyer geprüft und geschaut, ob eine Straftat vorliegt. Zum Beispiel, ob der Tatbestand der Volksverhetzung gegeben ist. Zum jetzigen Zeitpunkt konnte die Polizei dazu noch keine Angaben machen. Die Ermittlungen dauern an.

MK Braunschweig: Das sagt der Schulleiter zur Neonazi-Aktion

Wie Schulleiter Jens Büngener im Gespräch mit news38.de mitteilt, hat das Martino-Katharineum-Gymnasium sich „explizit“ von der Neonazi-Aktion distanziert. „Wir haben die Handzettel eingesammelt und die Eltern per Mail informiert, falls noch ein Zettel im Umlauf sein sollte“, so der Direktor.

Das MK ist Teil des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Nach dem Vorfall habe es laut des Schulleiters eine Durchsage gegeben, um die Schüler für die Bedeutung des Vorfalls noch einmal zu sensibilisieren.

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Das bedeutet „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“:

  • Bundesweites Netzwerkt mit über 3000 Schulen
  • Schulen gehen dabei eine Selbstverpflichtung ein, aktiv gegen Rassismus an der Schule vorzugehen
  • Schüler und Pädadogen sollen für Diskriminierung, Mobbing und Gewalt sensibilisiert werden

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„Wir bieten als 'Schule ohne Rassismus' natürlich eine Angriffsfläche für solche Ideologien“, weiß Büngener. Das sei nicht das erste Mal, dass solche Flyer vor den Toren der Schule herumgereicht wurden. „Politisches Material darf nicht an Minderjährige verteilt werden. Wir haben selbstverständlich die Polizei gerufen“, erklärt er. >>>Hier mehr zu dem Thema lesen

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So beugt die Schulleitung vor

Regelmäßig werde im Unterricht über das Thema Rechtsextremismus gesprochen, versichert der Schulleiter. Doch Büngener weiß, dass es sich um ein zweischneidiges Schwert handelt.

Auf der einen Seite stehe die notwendige Aufklärung, auf der anderen Seite müsse man aufpassen, dass man Rechtsextremen, die mit solchen Aktionen gerade Aufmerksamkeit gewinnen wollen, nicht die gewünschte Bühne bietet.

Auch in Berlin kam es am Wochenende zu Aktionen von Rechtsextremisten. Erfahre hier mehr. (js)