Braunschweig 

A2 bei Braunschweig: Gefährlicher Unfall-Hotspot – „Kampf gegen Windmühlen“

Auf der A2 bei Braunschweig kommt es immer wieder zu gefährlichen Unfällen.
Auf der A2 bei Braunschweig kommt es immer wieder zu gefährlichen Unfällen.
Foto: imago images / Amadeus Sartorius/Hannover Reporter/dpa

Braunschweig. Es ist eine unglaubliche Zahl: Jeden Tag rasen etwa 90.000 Fahrzeuge über die A2 bei Braunschweig!

Das Problem: Viel Verkehr bedeutet leider auch viele Unfälle – gerade in den letzten Wochen hat es vermehrt auf der A2 in der Region38 gekracht. Wird die Autobahn bei Braunschweig zum Unfall-Hotspot?

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A2 bei Braunschweig: Neun Verkehrstote in einem Jahr

Die Polizei Braunschweig hat laut der jüngsten Statistik (2018) in ihrem Zuständigkeitsbereich 1093 Unfälle gezählt. Bei 155 Unglücken wurden insgesamt 156 Menschen verletzt, neun Personen starben. Rund 50 Prozent aller Autounfälle im Bereich der Polizei Braunschweig passieren auf dieser Autobahn.

Carolin Scherf, Polizeisprecherin in Braunschweig, bilanziert: „Die A2 im Großraum Braunschweig ist eine Unfallhäufungsstelle.“ Woran das genau liege, lasse sich nur im Einzelfall klären, es gebe verschiedene Faktoren.

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Das sind die häufigsten Gründe für Unfälle auf der A2 bei Braunschweig

Als Hauptursache nennt Polizeisprecherin Carolin Scherf:

  • Nicht ausreichenden Sicherheitsabstand (24,31 Prozent)
  • Fehler beim Fahrstreifenwechsel (18 Prozent)
  • nicht angepasste Geschwindigkeit (8 Prozent)

Laut Kirsten Hauk von der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr handele es sich bei der A2 allerdings nicht um einen „Unfallschwerpunkt gemäß der einschlägigen Richtlinien“, auch wenn es sich subjektiv manchmal so anfühle.

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Das ist die A2:

  • Die A2 verläuft vom Westen Deutschlands bis nach Berlin
  • Über Oberhausen, Dortmund, Bielefeld, Hannover, Braunschweig, Magdeburg, Werder und den Berliner Ring ist sie die wichtigste Ost-West-Verbindung
  • Sie gilt auch als Verbindung zwischen den belgischen und niederländischen Nordseehäfen mit Osteuropa

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Unfällen wolle man vorbeugend entgegenwirken. Jedes Unglück werde in der Behörde analysiert, um Rückschlüsse daraus zu ziehen. Etwa so: „Bei geplanten Baumaßnahmen wird durch frühzeitige Ankündigung und Stauwarnanlagen versucht, auf Stauereignisse frühzeitig aufmerksam zu machen“, erklärt Hauk.

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So will die Polizei die Lage sicherer gestalten

Die Polizei Braunschweig sorgt parallel mit regelmäßigen Kontrollen für mehr Sicherheit auf der Strecke. Immer wieder fallen den Beamten dabei auch abgelenkte Lkw-Fahrer auf, die etwa ihr Handy in der Hand haben.

„Es ist verständlich, dass die Fahrer verlockt sind, während des Fahrens auf ihr Handy zu schauen und vielleicht den nächsten Rastplatz raussuchen. Aber es ist leider gleichzeitig auch sehr gefährlich“, mahnt Scherf.

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Dennoch scheinen die Maßnahmen sich in der Vergangenheit bereits ausgezahlt zu haben: Die Anzahl der Unfälle auf den Autobahnen in Niedersachsen haben sich in den letzten Jahren laut Statistik insgesamt stetig verringert.

  • 2004-2008: 13343 Unfälle
  • 2009-2013: 11547 Unfälle (-13,46 Prozent)
  • 2014-2018 (- 6,41 Prozent)

„Es ist ein Kampf gegen Windmühlen, aber wir kämpfen diesen Kampf“, sagt Carolin Scherf – mit der Hoffnung, dass sich die Unfallstatistik weiterhin verbessere. (vh)