Braunschweig 

Warntag 2020: Deshalb blieben viele Sirenen und Nina-Meldungen in Braunschweig und Salzgitter aus

Verschiedene Hilfs- und Rettungseinheiten hatten sich am Warntag 2020 auf dem Burgplatz versammelt, um auf den Aktionstag aufmerksam zu machen.
Verschiedene Hilfs- und Rettungseinheiten hatten sich am Warntag 2020 auf dem Burgplatz versammelt, um auf den Aktionstag aufmerksam zu machen.
Foto: Jörg Koglin

Punkt 11 Uhr sollten sie ertönen, die Sirenen. Zeitgleich sollten Warnmeldungen über die Warn-App „Nina“ rausgehen. Doch sowohl auf die Sirenen als auch auf die Meldungen zum Warntag 2020 warteten viele in Braunschweig vergebens.

„Gab es nun einen Warntag 2020 oder ist der ausgefallen“, fragt ein Leser von NEWS 38. Ein anderer Leser zeigt sich ebenso verwundert und kommt schnell zu einem ernüchternden Fazit: „Würde mal sagen, das war ein großer Reinfall mit dem bundesweiten Warntag.“ Doch was war los in Braunschweig und in Teilen Deutschlands?

Warntag 2020: Darum blieb es in Braunschweig still

Der Warntag 2020 ist eine gemeinsame Aktion von Bund und Ländern. Pünktlich um 11 Uhr sollten deutschlandweit sämtliche Warnmittel wie Sirenen oder Apps erprobt werden. Damit wollten Bund und Länder die Bürger gemeinsam für das Thema Warnung sensibilisieren, es sollte ein Probelauf für einen möglichen Ernstfall sein. Doch der Probe-Alarm blieb vielerorts aus.

Das sorgt im Netz natürlich für Diskussionen. „Die Warnung kam nicht an, nur die Entwarnung um 11.40 Uhr“, wundert sich jemand. Ein anderer macht sich ganz andere Gedanken unter einem Facebook-Post der Stadt Braunschweig: „Gefährlich, wenn es drauf ankommt.“

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Das ist der Warntag 2020:

  • fand erstmals am 10. September 2020 statt
  • soll nun jährlich an jedem zweiten Donnerstag im September durchgeführt werden
  • gemeinsamer Aktionstag von Bund und Ländern
  • findet in ganz Deutschland statt
  • pünktlich um 11 Uhr sollen zeitgleich in Landkreis und Kommunen in allen Bundesländern mit einem Probealarm die Warnmittel getestet werden

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Denn auch in Braunschweig ist die erhoffte Warnung ausgeblieben. Dass keine Sirenen ertönen würden, war zwar von vornherein klar – immerhin gibt es die schon seit geraumer Zeit nicht mehr im Stadtgebiet. Dass aber auch die Warn-App Nina stumm bleiben würde, war so nicht gewollt.

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Der Betreiber des Modularen Warnsystems (MoWaS), über das auch die App „Nina“ gesteuert wird, hat sich bereits zu Wort gemeldet. In einer Mitteilung heißt es: „Die bundesweite MoWaS-Meldungen konnten nur verspätet zugestellt werden. Grund dafür ist eine nicht vorgesehene zeitgleiche Auslösung einer Vielzahl von Warnmeldungen über MoWaS gewesen.“

Braunschweig bedauert technische Probleme am Warntag 2020

Bedauerlich auch für die Stadt und die Feuerwehr Braunschweig. Denn Vertreter der Braunschweigischen Hilfs- und Rettungseinheiten hatten sich um Punkt 11 Uhr gemeinsam mit Braunschweigs Obermürgermeister Ulrich Markurth auf dem Burgplatz versammelt, um auch mit ihrer Präsenz auf die Relevanz des Warntags aufmerksam zu machen.

Dass technische Schwierigkeiten dem Konzept nun einen Strich durch die Rechnung gemacht haben, bedauern beide Seiten sehr. Denn bislang hatten Stadt und Feuerwehr ausschließlich gute Erfahrungen mit der Warn-App gesammelt. So zum Beispiel beim Hochwasser 2017 oder bei diversen Blindgängerentschärfungen.

Das Fazit der Stadt Braunschweig: „Die Feuerwehr hofft, dass das BKK den Ablauf dieses Warntags zum Anlass nimmt, die technischen Voraussetzungen für reibungsfreie Einsätze zu gewährleisten.“

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So lief der Warntag 2020 in Salzgitter

Etwas anders gestaltete sich das Bild übrigens in Salzgitter – zumindest in Bezug auf die Sirenen. „Es liegen zum derzeitigen Zeitpunkt keine Meldungen vor, dass die im Stadtgebiet vorhandenen Sirenen nicht bestimmungsgemäß ausgelöst haben“, teilt die Stadt Salzgitter mit. Dennoch soll noch eine genauere Auswertung stattfinden.

Bei den Warnapps wie Nina, KatWarn, BiWapp blieben jedoch auch in Salzgitter größtenteils die Meldungen aus oder kamen nur verzögert an. Auch das sei zurückzuführen auf die Überlastung des Systems. Nach Angaben der Stadt hat der Warntag 2020 nur einmal mehr gezeigt, wie wichtig Sirenen sind.

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„Derzeit kann kein anderes Medium den notwendigen Weckeffekt gewährleisten“, heißt es in einer Mitteilung.