Braunschweig 

Braunschweig bekommt ein neues Bordell, doch die Stadt möchte die Eröffnung unbedingt verhindern

Die Stadt Braunschweig will die Bordell-Pläne in Gliesmarode verhindern.
Die Stadt Braunschweig will die Bordell-Pläne in Gliesmarode verhindern.
Foto: Noske/dpa/Patrick Seeger

Braunschweig. Der Protest gegen einen „bordellartigen“ Betrieb an der Berliner Straße in Braunschweig wird lauter – doch der Betreiber hält nach wie vor an seinen Plänen fest.

Die Stadt Braunschweig möchte die Eröffnung im Stadtteil Gliesmarode unbedingt verhindern. Doch es gibt ein Problem.

Braunschweig: Bordell in Gliesmarode – Betreiber hat Anspruch darauf

Im Gebäude der Spielhalle an der Berliner Straße 53 soll im Obergeschoss der Bordell-Betrieb entstehen. Die unbeteiligte Spielothek wird nur das Untergeschoss nutzen.

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In 20 Zimmern auf einer Fläche von 1200 Quadratmetern sollen sich Prostituierte einmieten, berichtet die „Braunschweiger Zeitung“. Mehrere Frauenrechtsorganisationen reagierten empört auf die Pläne.

Doch der Betreiber habe einen Anspruch auf die Eröffnung des Etablissement – denn die Stadt hat im vergangenen Jahr eine Bauvoranfrage genehmigt. Jetzt will die Stadt andere Schritte prüfen.

So will die Stadt jetzt vorgehen

Die Stadtverwaltung will jetzt zusammen mit der Polizei prüfen, ob eine Ausweitung der Sperrgebietsverordnung durchgesetzt werden kann. Diese besagt, dass bestimmte Gebiete besonders schutzwürdig sind, etwa wenn Gefahren für Kinder, Jugendliche oder soziale Einrichtungen bestehen.

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In dieser Zone dürfe dann kein Bordell errichtet werden. „Die Gespräche mit der Polizeidirektion sind aufgenommen und die rechtlichen Voraussetzungen für eine Änderung der Sperrgebietsverordnung abgestimmt worden“, schreibt die Stadtverwaltung. „Notwendig sind dabei möglichst konkrete Kriterien, an welchen Standorten im Stadtgebiet Prostitution untersagt werden soll.“

In diesem Zug wird nicht nur die Berliner Straße genauer unter die Lupe genommen, sondern direkt das gesamte Stadtgebiet. „Anschließend muss von der Polizeidirektion sorgfältig abgewogen werden, für welche Standorte im Stadtgebiet eine Änderung der Verordnung erfolgen kann“, so die Stadt.

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Sperrgebiet? Ganze Stadt wird geprüft

Die Sperrgebietsverordnung könne im Fall dort geändert werden, wo ein solcher Bordellbetrieb Auswirkungen beispielsweise auf Schulen und ähnliches habe. Die Verwaltung habe in diesen Tagen bereits Fußgänger- und Radfahrerzählungen an der Berliner Straße durchgeführt. Nur wenn eine merkliche Beeinträchtigung prognostiziert werden kann, kommt das Gebiet als Sperrgebiet in Frage.

Da das gesamte Stadtgebiet geprüft wird, werden die Ergebnisse einige Zeit in Anspruch nehmen. (fno)