Braunschweig 

Braunschweig: Neue „Telefonzellen“ auf dem Wollmarkt – das steckt dahinter

Die bunten Plexiglas-Zellen auf dem Wollmarkt in Braunschweig werfen bei vielen Anwohnern Fragen auf.
Die bunten Plexiglas-Zellen auf dem Wollmarkt in Braunschweig werfen bei vielen Anwohnern Fragen auf.
Foto: News38

Der Wollmarkt in Braunschweig ist aktuell um eine Attraktion reicher: Mitten auf dem Platz stehen mehrere bunte Plexiglas-Zellen, deren Bedeutung auf den ersten Blick für viele Braunschweiger unklar ist.

Dahinter steckt jedoch ein ganz besonderes Projekt verschiedener Künstler aus Braunschweig.

Braunschweig: Kunstinstallation als Begegnungsstätte

Die bunten Zellen auf dem Wollmarkt in Braunschweig machen das Stadtbild zwar interessanter – doch sie sind weit mehr als reine Dekoelemente.

Die „Telefonzellen“ gehören zu dem Kunstprojekt „Xenophilie“ (Fremdenliebe) der Volkshochschule Braunschweig. „Der Arbeitstitel kann hierbei auf mehreren Ebenen verstanden werden – geht es zum einen um das Fremde in mir, als auch das Fremde um mich herum und die Auseinandersetzung damit“, erklärt VHS-Abteilungsleiterin Tanja Pantazis.

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Das ist die Stadt Braunschweig:

  • liegt im Südosten von Niedersachsen
  • ist die zweitgrößte Stadt in dem Bundesland nach Hannover
  • hat 19 Stadtbezirke und 249.406 Einwohner (Stand: Dezember 2019)
  • Oberbürgermeister ist Ulrich Markurth (SPD)

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Damit sollen die bunten Zellen den Anstoß geben für politische und gesellschaftliche Diskurse, die derzeit wegen des Coronavirus nur noch selten von Angesicht zu Angesicht geführt werden – wie zum Beispiel die „Black Lives Matter“-Thematik.

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Braunschweig: Kunstprojekt nimmt Bezug auf Corona-Krise

Jedes Detail der Installation, bestehend aus Plexiglasscheiben, die in Metallgestellkuben hängen, folgt einem bestimmten Zweck. So sind die bunten Scheiben zum einen eine ästhetische Anregung, zum anderen greifen sie den aktuellen Corona-Alltag auf: Durch Kontaktbeschränkungen und Hygienemaßnahmen stehen solche Scheiben aktuell ständig zwischen den Menschen. Durch die Installation dagegen sollen sich die Betrachter begegnen, anstatt getrennt zu sein.

Gleichzeitig soll der Blick für Neues geöffnet werden, indem die Bewegungen verschiedener Personen auf dem Wollmarkt beim Betrachten der Scheiben zu unterschiedlichen Farbmischungen führen.

„Die Vielfältigkeit der Gesellschaft spiegelt sich stellvertretend durch die Buntheit der Plexiglasplatten, als auch die bunten Scheiben rund um den Wollmarkt wieder“, sagt VHS-Abteilungsleiterin Pantazis. So ziehen bereits die Alte Waage, die Schule und einzelne Anwohner bei dem Projekt mit, kleben bunte Folien an ihre Fenster.

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„Gerade dieser Ansatz trägt dazu bei, in die Diskussion zu kommen und genau das ist auch eins der Ziele – dass in Zeiten von Corona neue Diskursräume eröffnet werden sollen“, zeigt sich Pantazis zufrieden. Die Objekte sind noch bis zum 15. November 2020 auf dem Wollmarkt zu bestaunen.