Braunschweig 

Braunschweiger Gemälde bei „Lieb & Teuer“ (NDR) – es sorgt für Kontroversen

Foto: NDR

Es ist ein beeindruckendes Bild. Eine gewaltige Rauchwolke schwebt über Braunschweig, die Stadt versinkt in einem roten Inferno.

Birgit Jäckel ist Besitzerin des Kunstwerkes. Am Sonntag wurde es in der NDR-Show „Lieb & Teuer“ dem TV-Publikum vorgeführt. Und der ein oder andere Braunschweiger kennt das Motiv vielleicht sogar aus dem Museum in Braunschweig – dort hing es als Leihgabe für eine gewisse Zeit. Doch obwohl das Gemälde sogar museumswert ist, fällt die Expertise von Expertin Beate Rhenisch ernüchternd aus. Denn das Gemälde ist äußerst kontrovers.

Braunschweig: Gemälde der Stadt in NDR-Show „Lieb & teuer“

In der NDR-Sendung „Lieb & Teuer“ stellen Menschen bei Moderatorin Janin Ullmann immer wieder ihre größten Schätze vor, um eine Experten-Meinung zu erhalten. Ein bisschen wie bei der ZDF-Sendung „Bares für Rares“, nur dass hier am Ende kein Geld über den Tresen wandert.

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Das ist die Stadt Braunschweig:

  • liegt im Südosten von Niedersachsen
  • ist die zweitgrößte Stadt in dem Bundesland nach Hannover
  • hat 19 Stadtbezirke und 249.406 Einwohner (Stand: Dezember 2019)
  • Oberbürgermeister ist Ulrich Markurth (SPD)

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Denn nicht immer interessiert allein der Wert eines Gegenstandes, manchmal auch einfach seine Geschichte. Und die kann das Bild aus Braunschweig allemal bieten. Es trägt den Titel „Der Morgen des 15. Oktober 1944“. An diesem Tag hatten britische Flieger die historische Innenstadt bombardiert, die daraufhin lichterloh in Flammen stand.

Künstler mit klarem NS-Bekenntnis

Eine „ganz emotionale Szene“, wie auch Gemälde-Expertin Beate Rhenisch weiß. Der Maler des Bildes war Walter Hoeck, der von seinem Atelier in Lehndorf außerhalb der Stadt alles beobachtet hatte. Ein „relativ bekannter Künstler“ und „sehr talentierter Maler“, wie Rhenisch weiß. Hoeck nahm am ersten Weltkrieg teil und kam 1920 nach Braunschweig. Doch dann enthüllt die Expertin, warum das Bild so kontrovers zu betrachten ist.

Hoeck sei ein sehr erfolgreicher Künstler der NS-Zeit gewesen, ein „bekennendes NSDAP-Mitglied“ und schuf „lange Zeit nationalsozialistische Propagandakunst“. Auch Besitzerin Birgit Jäckel gibt zu, dass das Bild auch bei ihnen zu Hause nur auf dem Dachboden steht: „Zum Hinhängen ist das Bild für heutige Zwecke nicht mehr so geeignet.“

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Als es um den Wert des Gemäldes geht, tut sich die Expertin schwer. Technisch gesehen sei es ein „fantastisches Kunstwerk von einem talentierten und sehr gut ausgebildeten Künstler“, sein klares Bekenntnis zum Nationalsozialismus sei jedoch ein eindeutiger Makel. Das Werk sei „schwierig zu verkaufen“ und wohl am besten in einem Museum aufgehoben, wo man sich mit dem Künstler selbst auseinandersetzen könne. Etwa 1.500 bis 2.000 Euro setzt die Expertin am Ende an. (dav)