Braunschweig 

Streiks in Braunschweig und Wolfsburg: DAS musst du heute wissen!

Verdi ruft am Dienstag in Braunschweig und Wolfsburg zum Streik auf – diesmal trifft es auch Kitas... (Archivbild)
Verdi ruft am Dienstag in Braunschweig und Wolfsburg zum Streik auf – diesmal trifft es auch Kitas... (Archivbild)
Foto: dpa

Braunschweig/Wolfsburg. Nachdem es bereits letzte Woche einen Streik in Braunschweig gegeben hatte, ruft die Gewerkschaft Verdi die Arbeitnehmer erneut zum Streiken auf.

Wieder Streik in Braunschweig – und auch in Wolfsburg!

Braunschweig und Wolfsburg: HIER wird Woche gestreikt

Angestellte im öffentlichen Dienst in Braunschweig und Wolfsburg sollen auch am Dienstag die Arbeit niederlegen – zum ersten Mal auch in den Kitas. Der ÖPNV ist diesmal nicht betroffen.

Zum Warnstreik aufgerufen sind:

  • Stadt Wolfsburg (Schule, Kultur, Bibliothek, Bürger-, Sozial- und Ordnungsdienste, Kitas, Kernverwaltung, Straßenbau, Grünbereich)
  • Stadt Braunschweig (Grünpflege, Gebäudemanagement, Haus- und Reinigungsdienste, Tiefbau & Verkehr und Bauverwaltung, Bürgerdienste, Ordnungsdienste, zentrale Dienste, Sozialdienste, Kitas FB51, Bereich Soziales und Gesundheit FB50)
  • Sparkasse Wolfsburg, Gifhorn und Celle
  • Wolfsburger Abfallwirtschaft und Straßenreinigung (WAS)
  • WSA Braunschweig
  • PTB Braunschweig
  • BS Energy, BS Netz, SE BS
  • Bellis
  • KOM|DIA
  • ALBA
  • Klinikum Wolfsburg
  • Agentur für Arbeit
  • DRV Braunschweig

Grund für den erneuten Streik sei die Untätigkeit der Arbeitgeber, wie Sebastian Wertmüller, Verdi-Chef für die Region Süd-Ost-Niedersachsen erklärt: „Die Arbeitgeber haben es bislang noch immer nicht geschafft, wenigstens mal ein Angebot vorzulegen. So geht man mit seinen Beschäftigten nicht um.“

Frank Bsirske zu Gast in Wolfsburg

Deshalb sei weiterer Druck erforderlich. Verdi plant am Dienstag Demos und Kundgebungen. In Braunschweig sollen die Azubis von BS Energy bis zum Schlossplatz laufen, wo um 10 Uhr eine Kundgebung geplant ist.

In Wolfsburg geht die Demo vom Klinikum bis zur Innenstadt. Die Kundgebung soll auch hier um 10 Uhr vor dem Rathaus stattfinden. Hier soll der langjährige Verdi-Chef Frank Bsirske ein paar Worte an die Streikenden richten.

Verdi-Streik: Kitas in Braunschweig bleiben zu!

Die Stadt Braunschweig schrieb am Montag, dass ihr noch kein offizieller Warnstreik-Aufruf vorliegt. Dennoch müssten Eltern vor allem in Kitas mit Beeinträchtigungen rechnen. Voraussichtlich bleiben am Dienstag folgende Kindertagesstätten zu:

  • Dorothea-Erxleben-Straße
  • Kasernenstraße
  • Leiferde
  • Lindenbergsiedlung
  • Querum

Entgegen der Verfahrensweise bei Streiks in früheren Jahren sei es coronabedingt derzeit auch nicht möglich, Eltern ein Notbetreuungsplatz in einer anderen Kindertagesstätte anzubieten.

Unbestätigten Gerüchten zufolge sollen sich die Erzieher der Kitas in Wolfsburg gegen eine Teilnahme am Streik entschieden haben. Das zumindest berichtet die „Wolfsburger Allgemeine Zeitung“.

Sportbad Heidberg bleibt dicht

Anders verlautet es vom Stadtbad Braunschweig. Es zeichne sich ab, dass zumindest das Sportbad Heidberg für den öffentlichen Badebetrieb nicht zur Verfügung stehen wird.

Das Freizeitbad Wasserwelt und das Hallenbad BürgerBadePark stünden den Gästen vermutlich zu den üblichen Öffnungszeiten zur Verfügung. Lediglich einige Kursstunden würden hier vom Ausfall betroffen sein.

Das Sportbad Heidberg hingegen werde für den öffentlichen Badebetrieb geschlossen bleiben. Dort könne allerdings zumindest die Betriebssicherheit für den Vereinsbetrieb gewährleistet werden, diese Einheiten könnten also stattfinden.

BS Energy: Grundversorgung gewährleistet

Auch BS Energy hat sich inzwischen geäußert: Die Grundversorgung der Braunschweiger Bürger mit alltagsnotwendigen Diensten und Gütern (Fernwärme, Strom, Gas und Wasser, Abwasserentsorgung und öffentliche Beleuchtung) bleibe gewährleistet, hieß es am Montag.

Auch Maßnahmen zur Sicherheit der technischen Anlagen und Netze sowie ein funktionierender Störungsnotdienst blieben aufrechterhalten. Ein zuverlässiger Netzbetrieb sei sichergestellt und eine unverzügliche Störungsbeseitigung gewährleistet.

Das fordert Verdi

Verdi fordert im aktuellen Tarifstreit für die bundesweit 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten von Bund und Kommunen 4,8 Prozent mehr Geld, mindestens aber 150 Euro, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Wer die Einkommen von Müllwerkern, Erzieherinnen, Krankenpflegern und Verwaltungsangestellten kenne, wisse, dass diese nicht mehr konkurrenzfähig seien, so die Gewerkschaft. (kv/ck)