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Braunschweig: Frau geht in den Supermarkt und rastet aus – „Ich frag mich, wie bekloppt alle sind“

Immer Stress beim Einkauf in Braunschweig. (Symbolbild)
Immer Stress beim Einkauf in Braunschweig. (Symbolbild)
Foto: imago images

Braunschweig. Nicht schon wieder! Wegen des drohenden Corona-Lockdown 2.0 hamstern die Menschen offenbar wieder. Auch in Braunschweig.

Genau wie im Frühjahr wird in dem ein oder anderen Supermarkt in Braunschweig das Klopapier knapp. Dabei müssten die Hamster aus dem ersten Lockdown eigentlich noch mehrere Packungen davon zu Hause haben, sollte man meinen.

Braunschweig: Erneut Hamsterkäufe – Klopapier teils ausverkauft

Während die Niederländer zuletzt – geradezu stilecht – Marihuana, die Franzosen Rotwein sowie Kondome und die Österreicher (warum auch immer) Nagellack hamsterten, waren die deutschen Klopapier-Regale leergekauft. Offenbar ist sich auf der Schüssel jeder selbst der nächste...

Auch in Braunschweig gab es daher wochenlang kaum mehrlagigen Nachschub. Daraufhin hatten die Supermärkte auch hier Begrenzungen eingeführt. Damit es zu Hause nicht zu unschönen Szenen kommt, weil jemand leer ausgeht...

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Und jetzt? Jetzt schlagen die Klopapier-Hamsterer in Braunschweig und Umgebung offenbar wieder zu. Es mehren sich die Beschwerden über leere Regale – egal, ob bei dm oder Rewe. Hier hatte eine Braunschweigerin das edle Papier kaufen wollen. Sie sei allerdings gescheitert. Nichts mehr da, schreibt sie bei Facebook.

Braunschweigerin ist sauer: „Bekloppte Menschheit!“

„Ich frag mich echt, wie bekloppt alle sind, hab ich was verpasst? Kaum zu glauben, dass wir diesen Blödsinn nun ein zweites Mal durchmachen müssen“, schreibt sie. „Bekloppte Menschheit! Ich hoffe, diejenigen, die horten, fühlen sich angesprochen!“

Die Kommentare auf ihren Frust-Post sind eindeutig. Hier ein paar Beispiele:

  • „Frei nach dem Motto: Hauptsache ich habe jetzt 40 Rollen. Die anderen sind mir egal. Jeder ist sich selbst der nächste. Nur schlimm, wenn ich für die Familie wirklich was brauche und schon doof angeschaut werde, falls ich mal was bekomme. Aber das wird sich nie ändern. Erbärmlich und beschämend.“
  • „Man könnte sich über so viel aufregen. Da wird es nicht besser durch. Man wird die Menschheit nicht missionieren können.“
  • „Wenn ihr ältere Nachbarn oder überhaupt Hilfsbedürftige im Umfeld habt, bitte denkt an diese. Kauft nur so viel ihr tatsächlich braucht – oder bringt ihnen was mit. Denn gerade in diesen Phasen sind genau diese die Leidtragenden.“
  • „Gibt's tatsächlich noch Vereinzelte, die nicht mitbekommen haben, das Covid-19 eine Virusinfektion und keine Durchfallerkrankung ist?“

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Gleichzeitig gibt es aber auch Kritik an dem Post. Die Theorie: Je mehr Klopapier-Panik verbreitet werde – auch medial – desto mehr hamsterten die Menschen. Übrigens gibt es ganz ähnliche „Sichtungen“ auch aus Helmstedt, Wolfenbüttel und Salzgitter. >> Frau fassungslos – „Wollte es nicht glauben“

Eine YouGov-Umfrage stimmt pessimistisch: Demnach will sich rund jeder zehnte Verbraucher in Deutschland in den kommenden Wochen verstärkt mit Toilettenpapier eindecken. Auch Nudeln und andere Waren des täglichen Gebrauchs stehen auf den Einkaufslisten der Nation.

Klöckner und Braun: Appelle ins Nichts?

Zuletzt hatten auch schon Politiker auf vereinzelte Meldungen über eine steigende Nachfrage nach einigen lagerbaren Produkten reagiert.

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Mehr von uns:

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Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) appellierte an die Verbraucher, trotz der steigenden Zahl von Corona-Infektionen keine größeren Mengen einzukaufen als sonst. „Für Hamsterkäufe gibt es keinen Grund“, sagte sie der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montag). „Die Lieferketten funktionieren - das gilt nach wie vor.“

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Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) sagte, die Verbraucher müssten „sich keine Sorgen machen“, was die Versorgung des Einzelhandels betreffe. Aber offenbar sehen diese es ganz anders. Egal, ob in Braunschweig oder anderswo...