Braunschweig 

Braunschweig: Politik und Bürger sind sich einig – dieser Betrieb soll niemals öffnen

Die Politik und Anwohner in Braunschweig wollen die Bordell-Pläne in Gliesmarode mit allen Mitteln verhindern.
Die Politik und Anwohner in Braunschweig wollen die Bordell-Pläne in Gliesmarode mit allen Mitteln verhindern.
Foto: Noske/dpa/Patrick Seeger

Braunschweig. Seit Monaten wird in Braunschweig heftig gestritten. Grund ist der „bordellähnliche Betrieb“, der in einem ehemaligen Spielcasino in Gliesmarode eröffnen soll.

Der Betreiber beharrt auf seinen Plänen, die Stadt Braunschweig hatte das Bauvorhaben im vergangenen Jahr abgesegnet. Doch in der Politik und der Bevölkerung regt sich massiver Widerstand.

Braunschweig: Bordell-Plan sorgt weiter für gereizte Stimmung

Am Montagabend hatte die SPD-Ratsfraktion in Braunschweig eine Bürgerversammlung zu dem Thema einberufen. Alle Anwesenden machten dabei deutlich, bei diesem Thema an einem Strang ziehen zu wollen.

+++ VW-Mitarbeiter sollen mehr Geld bekommen +++

Der Große Saal in Brunsviga war voll. Wenig überraschend, denn kaum ein Thema polarisiert und mobilisiert in Braunschweig derzeit wohl so stark, wie das geplante Bordell in Gliesmarode. Der Betrieb, der in eine Immobilie im Gewerbegebiet an die Berliner Straße ziehen will, stößt auf immer breiteren Protest.

----------------------

Das ist die Stadt Braunschweig:

  • liegt im Südosten von Niedersachsen
  • ist die zweitgrößte Stadt in dem Bundesland nach Hannover
  • hat 19 Stadtbezirke und 249.406 Einwohner (Stand: Dezember 2019)
  • Oberbürgermeister ist Ulrich Markurth (SPD)

------------------------

Rund 80 Interessierte waren am Montagabend in Brunsviga der Einladung der SPD zum Bürgerdialog gefolgt. Dabei waren sich SPD und Bürger einig: Man wolle alle Möglichkeiten ausschöpfen, um das Bordell zu verhindern. Geplant ist ein Etablissement auf einer Fläche von 1.200 Quadratmetern, 20 Zimmer sollen den Prostituierten zur Miete zur Verfügung stehen.

„Wir versuchen, alle Register gegen den geplanten Bordellbetrieb zu ziehen“, so SPD-Fraktionsvorsitzender Christoph Bratmann am Montagabend, der bereits erste Maßnahmen ankündigte: Ein Register ist eine Sperrbezirksverordnung. Daran wird bereits gearbeitet.“

------------------------

Weitere News zu den Bordell-Plänen in Braunschweig:

------------------------

Hoffen auf Sperrverordnung

In einer solchen Verordnung kann die Polizei Gebiete ausweisen, in denen keine Prostitution stattfinden darf. Die gibt es bislang in Braunschweig jedoch nur für Straßenprostitution. Um als Sperrgebiet in Betracht zu kommen, bedarf es jedoch einer merklichen Beeinträchtigung, etwa Auswirkungen auf Schulen. Da für eine Sperrverordnung jedoch das ganze Stadtgebiet geprüft werden muss, ist mit einer raschen Entscheidung nicht zu rechnen – eine Hängepartie für die Anwohner.

Die äußerten am Montagabend eindringlich ihrem Unmut über das geplante Bordell. Sie führten an, dass unmittelbar an ein Wohngebäude grenze. Auch befinde es sich direkt an einer Stadtbahnhaltestelle und liege für einige Kinder auf ihrem Schulweg.

+++ Braunschweig ist Risikogebiet: Essen und Trinken verboten – Maskenpflicht in der Fußgängerzone +++

Doch nicht nur bei den Anwohnern, auch im angrenzenden Gewerbegebiet gab es bedenken. Die Unternehmen fürchten ausbleibende Kunden und zunehmenden Leerstand. Ein Rechtsanwalt sei bereits eingeschaltet.

Verwaltung: „rechtlich nicht zu verhindern“

Die Stadt hat sich mit der Baubewilligung vor rund einem Jahr offenbar keinen großen Gefallen getan. Noch im September hatte die Verwaltung der CDU Braunschweig mitgeteilt hatte, dass eine Ansiedlung „rechtlich nicht zu verhindern“ sei. Neben der Hoffnung auf eine Sperrbezirksverordnung befinde man sich auch in Gesprächen mit dem Eigentümer über eine alternative Nutzung.

Obwohl sich also (fast) alle einig sind, dass sie kein Bordell an dieser Stelle wollen, ist der Ausgang noch offen. (dav)