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Braunschweig: Corona trifft Sexarbeiterinnen in der Bruchstraße hart – SIE wollen jetzt helfen

Die Bruchstraße in Braunschweig. Prostitution ist hier erneut verboten. Darunter leiden die Sexarbeiterinnen extrem... (Archivbild)
Die Bruchstraße in Braunschweig. Prostitution ist hier erneut verboten. Darunter leiden die Sexarbeiterinnen extrem... (Archivbild)
Foto: Christopher Kulling

Braunschweig. Sie gehören zu den Verliererinnen in der Corona-Pandemie: Die Sexarbeiterinnen in der Bruchstraße in Braunschweig.

Für die Frauen in der Rotlichtstraße von Braunschweig sind die neuerlichen Corona-Beschlüsse der nächste herbe Rückschlag. Für die Sexarbeiterinnen ist die Pandemie längst zu einer existenziellen Bedrohung geworden.

Braunschweig: Corona trifft Frauen in der Bruchstraße heftig

Im Frühjahr waren den Frauen durch den Lockdown schlagartig alle Verdienstmöglichkeiten entzogen worden. Während der Lockerungsphase waren Kundenbesuche zwar theoretisch wieder erlaubt, allerdings mussten die Freier ihre Personalien angeben. Es sei mal dahingestellt, wie viele Männer das machen wollten...

Inzwischen mussten die Bordelle in der Bruchstraße in Braunschweig erneut schließen. Viele der dort arbeitenden und lebenden Frauen sind am Existenzminimum angekommen, wie man hört.

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Viele von ihnen sind weder kranken- noch sozialversichert, nicht wenige haben mittlerweile ihre Rücklagen aufgebraucht. Zurück in ihre meist osteuropäische Heimat reisen können die Sexarbeiterinnen auch kaum – ihnen fehlt schlichtweg das Geld dafür.

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Braunschweig: Hilfe in der Not – Sexarbeiterinnen bekommen Unterstützung

Sie sind oft nicht mehr in der Lage, die Mittel für das Nötigste aufzubringen. Es mangelt an Lebensmitteln, Hygieneartikeln und medizinischer Grundversorgung. Daher bekommen die Frauen jetzt erneut Hilfe.

Dieses Bündnis hilft ihnen:

  • foodsharing e.V. Braunschweig
  • Schrill e.V.
  • „Eintracht hilft“ (Eintracht Braunschweig-Stiftung)
  • ev.-luth. Kirchengemeinde St. Michaelis

Um die Not zu lindern, will das Bündnis „In Eintracht für die Bruchstraße“ die Frauen wieder mit frischen Lebensmitteln versorgen. Einmal wöchentlich soll es eine Suppenküche geben.

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Und ab dieser Woche soll an jede der Frauen alle 14 Tage ein Care-Paket mit haltbaren Lebensmitteln und Hygieneartikeln verteilt werden, heißt es von der Eintracht.

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Darüber hinaus sollen Patientinnen zum Arzt begleitet sowie Medikamente besorgt werden. Eine Sozialarbeiterin des Bündnisses soll den Frauen bei Fragen im Umgang mit städtischen Ämtern helfen.

Braunschweig: Auch du kannst den Frauen helfen!

Alle Beteiligten bedanken sich für die bereits eingegangenen Geld-, Lebensmittel- und Sachspenden. Gleichzeitig seien weitere Spenden jederzeit willkommen.

„In Eintracht für die Bruchstraße“ - das Spendenkonto:

  • Kirchenverband Braunschweig
  • IBAN: DE07 52060410 0000 0065 72
  • Verwendungszweck: 321 Suppenküche Bruchstraße

Zum Schluss aber nicht letztens erwähnen die Projektpartner noch einmal, dass sie natürlich stets auf die Corona-Regeln achten. (ck)