Braunschweig 

Braunschweig: Diese Straße sorgt für Aufregung – „Da passt ja gar nichts!“

Ein alter Streit um eine Straße in Braunschweig ist wieder neu entfacht.
Ein alter Streit um eine Straße in Braunschweig ist wieder neu entfacht.
Foto: news38.de

Braunschweig. Fahrradfahren in Braunschweig – das kann richtig Spaß machen. Oder auch Angst.

Erneut ist jetzt eine Diskussion über eine Straße im Zentrum von Braunschweig entbrannt.

Braunschweig: Wie gefährlich ist die Museumsstraße?

Es geht um die Museumsstraße. Im Zuge der Eröffnung des Herzog-Anton-Ulrich-Museums wurde sie erneuert – „aufgewertet und umgestaltet“, hieß es offiziell.

Dieser Aussage stimmt der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) Braunschweig nicht zu. Im Gegenteil. Sie finden den Schutzstreifen für Radfahrer viel zu schmal und gefährlich.

ADFC-Kritik an Schutzstreifen: „Fühlst du dich hier wirklich sicher?“

„Hier ein sogenannter Schutzstreifen auf dem Weg in die Braunschweiger City, der selbst für das Piktogramm zu schmal ist. Rechts davon längs parkende Autos, bei denen auch mal unaufmerksam eine Tür geöffnet werden kann... Fühlst du dich hier wirklich sicher?“, fragt der ADFC Braunschweig bei Facebook.

Die Reaktionen sind – wenig überraschend – eindeutig:

  • „...und dann sollst ja als Autofahrer beim vorbeifahren 1,50 Meter zum Radfahrer Abstand halten. Da passt ja gar nichts.“ (Heiko)
  • „Die Straße inkl. Schutzstreifen ist ein sehr böser Scherz.“ (Frank)
  • „Manche Autofahrer halten leider keinen Abstand ein, sobald ein Schutzstreifen da ist - zumindest, wenn Gegenverkehr kommt und sie sich zwischen Überholen ohne Abstand und Verlangsamen entscheiden müssen. Ich wechsle deswegen mittig auf die Fahrspur, wenn Gegenverkehr kommt, um etwaigen Autofahrern hinter mir die gefährlichere Option von vornherein zu nehmen.“ (Tamás)
  • „Das ist kein Schutzstreifen, sondern die Markierung der gefährlichen „Türzone“, die besser zu vermeiden ist.“ (Ede)
  • „Dazu noch der Autoverkehr, der selbstredend keine 1,50 Meter Abstand hält und den Schutzstreifen als Teil ihrer Infrastruktur ansieht und auch gerne drüber fährt.“ (Carsten)

Im gleichen Atemzug fordert der ADFC dich dazu auf, beim Fahrrad-Kilma-Test mitzumachen. Das geht HIER!

Stadt Braunschweig weist Kritik von sich

Die Stadt Braunschweig kennt die Kritik seit dem Umbau vor vier Jahren. „Es gab und gibt aber auch positive Rückmeldungen zu der klaren Verkehrsführung“, so Sprecher Rainer Keunecke zu news38.de.

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„Grundsätzlich dürfen Autofahrer diesen Schutzstreifen – es ist kein Radfahrstreifen – nutzen, wenn keine Radfahrer dort unterwegs sind. Die Linie ist nämlich gestrichelt. Nicht nutzbar für Pkw wäre ein Streifen mit durchgezogener Linie, wie es ihn etwa in der Leonhardstraße gibt“, so Keunecke.

Letzterer sei ein Radfahrstreifen. Ein Fahrradschutzstreifen sei die optische Kennzeichnung des Bereiches, den Radfahrer ohnehin nutzen müssen, wenn sie die Museumsstraße in dem Bereich befahren.

„Fahrradfahrer fahren – wie an vielen anderen Stellen im Stadtgebiet auch – auf der Fahrbahn. Insofern ist der Schutzstreifen tatsächlich ein zusätzlicher Schutz“, argumentiert Stadtsprecher Keunecke. Die Breite zwischen den Schutzstreifen (4,50 bis 5 Meter) sei so bemessen, dass zwei Autos aneinander vorbeikommen – auch ohne den Fahrradschutzstreifen zu nutzen.

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„Ist das Überholen mit ausreichendem Abstand (mindestens 1,50 Meter) nicht möglich, müssen die Autos die Geschwindigkeit drosseln und hinter den Radfahrern herfahren, wie bei jeder anderen Straße auch.“ Um Radfahrstreifen wie in der Leonhardstraße anzulegen, sei die Museumstraße schlichtweg zu schmal.

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Die Stadt Braunschweig tue durchaus etwas für die Fahrradfahrer: „Aktuell erneuern wir zum Beispiel in größerem Umfang Radwegdecken, etwa an der Salzdahlumer Straße. Weitere Abschnitte des westlichen Ringgleises wurden gerade asphaltiert, was den Radfahrern zugute kommt, besonders bei Regenwetter. Die Okerbrücke Biberweg wurde jüngst erneuert, eine wichtige Verbindung für Radler von und nach Ölper.“ (ck)