Braunschweig 

Braunschweig: Im Prinzenpark stinkt es gewaltig! Das steckt dahinter

Foto: news38.de

Braunschweig. Im Prinz-Albrecht-Park in Braunschweig stinkt es neuerdings.

Hast du diesen moderigen, süß-sauren Geruch im Prinzenpark in Braunschweig auch schon wahrgenommen?

Spaziergänger haben news38.de am Wochenende auf den Geruch oder Gestank aufmerksam gemacht. Nicht alle wussten, woher er kommt.

Braunschweig: Beißender Gestank im Prinzenpark

Dabei liegt die Antwort ganz nah – auf dem Boden sozusagen. Im Prinzenpark in Braunschweig ist derzeit ein ganz natürlicher Prozess im Gange.

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Die Stadt Braunschweig hat Unmengen von Herbstlaub von den Grünflächen geholt und im Park aufgehäuft. Gleich an mehreren Ecken sieht man die teils meterhohen Laubhaufen. Und die stinken. Teilweise dampfen sie sogar.

Schuld ist der so genannte Rotteprozess. Mikroorganismen haben in dem Haufen quasi mit dem Kompostieren angefangen. Dadurch kommt es im Inneren zu einer Wärme-Entwicklung, die insbesondere bei feuchtem Laub zur Dampfbildung führt.

Heiße Haufen im Prinz-Albrecht-Park

Warum erhitzt sich der Haufen? Na ja, die Mikroorganismen können die leicht abbaubaren Substanzen zwar schnell umsetzen – aber ihre dabei entstehende Körperwärme nicht an die Umgebung abgeben. So können hier durchaus Temperaturen von mehr als 50 Grad erreicht werden, schreibt die Bundesgütegemeinschaft Kompost. Übrigens ist die Hitze wichtig: Sie tötet Krankheitserreger und Unkrautsamen ab.

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Im Prinzenpark toben Kinder und Jugendliche auf den Laubhaufen – gefährlich sei das nicht, teilte ein Sprecher der Stadt Braunschweig auf Nachfrage mit. Demnach erhitzen sich die Haufen hier nur auf maximal 45 Grad. Zumal das Laub relativ zeitnah von Alba abtransportiert werden soll.

Das Laub kommt dann in die Kompostierungsanlage nach Watenbüttel. „Hier wird es zu Kompost, vermischt mit Erde auch zu Komposterde, die an Kunden der Kompostierungsanlage abgegeben wird“, so der Sprecher.

Braunschweig: Tausende Tonnen Laub im Herbst

Eine „Laub-Statistik“ werde in Braunschweig übrigens nicht geführt. „Es sind sicherlich deutlich mehr als tausend Tonnen, die jährlich, überwiegend von den Gebrauchsrasenflächen in den städtischen Grün- und Parkanlagen, aufgenommen und zur Kompostierungsanlage transportiert werden.“

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Dabei achtet die Stadt Braunschweig auch auf Igel und andere Tiere.

So bleibt das Laub, das von den Bäumen und Büschen in die waldartigen Teile der Parkanlagen fällt, liegen. Hier können dann Igel entspannt überwintern – und sich vermehren. (ck)