Braunschweig 

Braunschweig: Kostenloser Corona-Schnelltest? SO läuft's in der Löwenstadt

Wie läuft es eigentlich, wenn man einen kostenlosen Corona-Schnelltest machen will? Das habe ich in Braunschweig im Selbstversuch getestet! (Symbolbild)
Wie läuft es eigentlich, wenn man einen kostenlosen Corona-Schnelltest machen will? Das habe ich in Braunschweig im Selbstversuch getestet! (Symbolbild)
Foto: imago/Eibner/news38/Montage

Braunschweig. Jeder darf einen kostenlosen Corona-Schnelltest pro Woche machen – das haben Bund und Länder beim letzten Corona-Gipfel beschlossen.

Aber, wie genau läuft das ab? Geht man einfach zum Arzt oder in die Apotheke und lässt sich testen, oder muss man vorher einen Termin machen? Und bekommt man so schnell überhaupt einen Platz oder gibt es Wartezeiten? Das wollte ich genauer wissen und habe mich in Braunschweig auf die Suche begeben. Mit überraschendem Ergebnis!

Braunschweig: Wie schnell bekommt man einen Test-Termin?

Mal eben eine flächendeckende Schnellteststrategie aus dem Boden stampfen – das ist nicht für jeden problemlos möglich. Schließlich müssen solche Tests erstmal bestellt und auch geliefert werden. Außerdem müssen auch die Gegebenheiten stimmen. So könnte beispielsweise nicht jede Apotheke solche Tests durchführen.

Diese Voraussetzungen müssen Apotheken laut Landesapothekerverband Niedersachsen erfüllen:

  • müssen räumliche und personelle Voraussetzungen erfüllen
  • Testpersonen dürfen zum Beispiel nicht mit regulären Apothekenkunden in Kontakt kommen
  • das Apothekerpersonal muss geschult sein, um Patienten testen zu können

Der Apothekerverband will zukünftig auf der Internetseite die Apotheken auflisten, bei denen kostenlose Corona-Schnelltests möglich sind. Außerdem plant die Stadt Braunschweig, eine mobile Teststation als erstes städtisches Angebot auf den Weg zu bringen. Diese soll möglichst innenstadtnah eingerichtet werden. 100 Tests könnten dort pro Tag durchgeführt werden. Eine Task Force der Stadt kümmert sich außerdem darum, wo in der Stadt noch Testmöglichkeiten ausgebaut werden können.

+++ Die aktuelle Corona-Lage in Niedersachsen +++

Und wie sieht es in Arztpraxen aus? Auch da sind noch nicht alle Praxen startklar, heißt es seitens der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN). Mehr als 1.000 Praxen im Bundesland hätten sich aber schon zurückgemeldet und könnten bereits testen. Doch woher weiß ich, wo es die Tests schon gibt und wo nicht? Dafür gibt's eine einfache Lösung: www.arztauskunft-niedersachsen.de. Dort kann man einfach seinen Standort eingeben und unter Besonderheiten „Corona-Schnelltest“ auswählen und schon werden einem die Arztpraxen angezeigt, in denen die Tests gemacht werden – kostenlos.

Anrufen, Termin machen, Testen lassen

Die KVN rät dazu, nicht einfach in die entsprechende Praxis zu gehen, sondern vorher anzurufen und nach einem Termin zu fragen. Gesagt, getan. Um 8.30 Uhr am Freitagmorgen hab ich meine Telefonrunde gestartet. Zehn Praxen habe ich angerufen. Die Bilanz: Bei sieben habe ich niemanden erreicht, eine Praxis ist ab nächster Woche startklar, die andere ab übernächster Woche. Und in einer weiteren Praxis bekomme ich tatsächlich am selben Tag noch einen Test-Termin. Das ging überraschend schnell und unkompliziert.

Am Telefon vereinbare ich mit der Sprechstundenhilfe ein „Klingelzeichen“. Dreimal soll ich klingeln und muss dann warten, bis mich jemand reinlässt. Vor Ort angekommen, wird lediglich meine Chipkarte eingelesen und dann warte ich in einem separaten Raum auf meinen Test.

Dafür kommt dann sogar der Arzt der Praxis. Er erklärt mir, dass wir einen sogenannten Point-of-Care-Antigen-Test durchführen. Heißt: Mit diesem Test können Eiweißstrukturen des Coronavirus nachgewiesen werden. Dabei wird ein Abstrich aus dem Nasen-Rachen-Raum genommen.

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Rachen oder Nase – was darf's sein?

Ich darf sogar wählen, ob der Abstrich aus der Nase oder aus dem Rachen entnommen wird. Da ich bereits häufiger gehört habe, dass Nase noch unangenehmer sein soll, entscheide ich mich für Rachen. Und bin ziemlich überrascht!

Denn der Abstrich geht schnell und ist gar nicht unangenehm. Das Stäbchen, das dabei verwendet wird, muss dann wenige Minuten in einer Flüssigkeit stehen. Und die wiederum wird auf den Test geträufelt. Dann heißt es 15 Minuten warten und schon ist das Ergebnis da.

Gebannt schaue ich auf meinen Test. Ziemlich schnell ist der erste Strich zu erkennen. Auf einen zweiten Strich muss ich zum Glück vergeblich warten. Der Test ist negativ!

Ein Freifahrtsschein ist das aber nicht, erklärt mir der Arzt. Die Hygieneregeln soll ich natürlich weiterhin einhalten. Am Ende bekomme ich noch eine schriftliche Bescheinigung über meinen negativen Antigen-Schnelltest. Das ist zumindest ein gutes Gefühl!