Braunschweig 

Edeka in Braunschweig: Skurriles „Angebot“ aufgetaucht – das steckt dahinter

In Braunschweig ist eine ungewöhnlicher Flyer mit Edeka-Logo aufgetaucht.
In Braunschweig ist eine ungewöhnlicher Flyer mit Edeka-Logo aufgetaucht.
Foto: News38

Braunschweig. In Braunschweig ist eine skurrile „Reklame“ mit Edeka-Logo aufgetaucht.

Dort, wo sonst die günstigen Lebensmittel und Sonderangebote von Edeka gepriesen werden, ist in dieser vermeintlichen Reklame etwas ganz anderes abgebildet: abschreckende Fotos und drastische Drohungen. Was steckt hinter der ungewöhnlichen Aktion in Braunschweig?

Braunschweig: Skurrile Edeka-Reklame aufgetaucht – das steckt hinter den Plakaten

„Angebote der Woche“ heißt es neben dem bekannten Edeka-Logo, darunter die Schlagworte „Tierleid“, „Waldrodung“ und „Artensterben“. Dazu Bilder von eng zusammengepferchten Schweinen und einem abgehackten Baumstumpf, in dem ein Fleischermesser steckt.

Sieht nicht gerade nach einer anziehender Werbung von Edeka aus – und das ist es auch nicht. Denn die Plakate stammen nicht von Edeka, sondern von Greenpeace. Die Umweltschützer haben diese Plakate bundesweit, auch in Braunschweig, aufgehängt.

„Die Aktion trägt den Titel 'Der wahre Werbeflyer' und soll darauf aufmerksam machen, dass der wahre Preis von Billigfleisch verschwiegen wird“, erklärt eine Greenpeace-Sprecherin gegenüber news38.de.

Edeka in Braunschweig: Diese Kosten zieht Billigfleisch laut Greenpeace nach sich

Zwar erscheine Fleisch auf den ersten Blick günstig, doch dessen billige Produktion lasse andere Kosten steigen. Ein Beispiel: Weil in Deutschland so viele Mastschweine gehalten würden, gebe es jede Menge Schweinekot, der beseitigt werden müsse. Der lande als Dünger auf den Feldern – doch in viel zu großem Ausmaß. Es komme zur Überdüngung, die überflüssigen Stoffe werden ausgespült und müssen später geklärt werden.

Billiges Fleisch sorge zudem für schlechte Haltungsbedingungen, niedrigen Gewinn für die Landwirte und sei nicht gut für die Gesundheit. „Dadurch entstehen hohe Folgekosten, die wir später zahlen müssen“, sagt die Sprecherin.

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Edeka in Braunschweig: Das will Greenpeace mit der Aktion erreichen

Verhindern könne man das mit besseren Haltungsbedingungen, durch die Preise steigen und der Konsum sich verringern würde. „Wir wollen Fleischkonsum nicht verbieten“, so die Umweltschützerin. Doch man wolle ein Bewusstsein dafür schaffen, welche Folgen entstehen.

Der Flyer richte sich daher auch an die Supermärkte und fordere sie auf, nicht mehr mit günstigem Fleisch zu werben.

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Doch, wie sieht Edeka das Ganze? Man engagiere sich in vielfältiger Weise für mehr Nachhaltigkeit und somit auch für den Ressourcen- und Umweltschutz, sagt das Unternehmen zu news38.de. „So ist die Verbesserung des Tierwohls in der Nutztierhaltung uns seit Langem ein wichtiges Anliegen.“

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Es gebe hohe Qualitäts- und Haltungskriterien, man arbeite zudem mit dem deutschen Tierschutzbund zusammen. „Unsere Kunden finden bereits an vielen Bedientheken auch Bio-Fleisch (Haltungsstufe 4),“ so Edeka.

Darüber hinaus engagiere man sich regelmäßig bei Projekten, bei denen Bäume gepflanzt werden. Durch die „Baumpfalzkarte“ habe etwa das Edeka-Team aus dem Brawo-Park in Braunschweig im letzten Jahr rund 300 Bäume in der Region pflanzen lassen.

Die Plakate hat Greenpeace übrigens nicht nur in der Edeka-Optik erstellt, sondern auch in den typischen Designs von Kaufland, Aldi, Rewe, Netto und Lidl – hier ist das Fleisch teilweise ja noch viel günstiger. Du kannst dir die Plakate auf der Webseite von Greenpeace ansehen. (vh)