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Braunschweig: Ukrainerin ist völlig verzweifelt – „Wir zahlen einen sehr hohen Preis“

Zivilisten wollen Kiew mit Waffen verteidigen

Bewaffnete Zivilisten wollen die ukrainische Hauptstadt Kiew gegen russische Angriffe verteidigen. Das Verteidigungsministerium hatte Bürger dazu aufgerufen, zur Waffe zu greifen. Wohnegbäude sind zerstört, viele Bürger suchen Zuflucht in unterirdischen Orten wie Tiefgaragen und U-Bahnhöfen.

Braunschweig. 

Der blutige Ukraine-Krieg versetzt die Welt in Angst und Schrecken. Auch Ukrainer in Braunschweig sind verzweifelt. Eine von ihnen ist Zoya Trupp. News38 hat am Freitag mit ihr gesprochen.

Die gebürtige Ukrainerin engagiert sich ehrenamtlich im Verein „Freie Ukraine“ in Braunschweig. Zoyas Familie, Freunde und Bekannte leben im Westen und Osten der Ukraine. Im Krieg.

Braunschweig: „Wut, Trauer, Verzweiflung“

Auf die Frage wie es ihr geht, antwortet Zoya: „Gestern sind wir aufgewacht und wir waren alle schockiert.“ Nur auf ein Gefühl kann sie sich gar nicht festlegen, viel mehr spüre sie „alle negativen Gefühle, die es gibt, wie Wut, Trauer, Verzweiflung.“

Und, wie geht’s ihrer Familie? „Den Umständen entsprechend. Manche mit ’systemrelevanten Berufen‘ gehen weiter zur Arbeit, die anderen verstecken sich,“ erzählt uns Zoya.

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Gleichzeitig spitze sich die Situation in der Ukraine zu: Die Schlangen vor den Supermärkten würden immer länger, an Bargeld zu kommen sei ebenfalls schwierig.

Bei Bekannten im Osten oder in der Hauptstadt Kiew sehe die Situation noch schlimmer aus: „Die sitzen jetzt in irgendwelchen Bunkern oder Kellern und hoffen das Beste“, erzählt Zoya.

Verein aus Braunschweig setzt sich für Ukrainer ein

Doch die Ukrainerin gibt nicht auf. Sie setzt mit dem Verein „Freie Ukraine“ ein Zeichen im Kampf gegen den Krieg. „Zusammen versuchen wir zu handeln – und das zu machen, was wir tun können“, erzählt sie News38.

Auf der Internetseite des Vereins läuft momentan ein Spendenaufruf: Dort sollen Gelder gesammelt werden, um medizinische Hilfe in der Ukraine zu ermöglichen.

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Außerdem setzt sich der Verein mit Botschaften und Politikern auseinander. Am Donnerstag wurde eine Demo organisiert.

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Gleichzeitig bereitet sich der Verein auf ankommende Flüchtlinge vor: „Wir kommunizieren mit der Stadt und schauen, wer die Menschen vielleicht aufnehmen kann“, erklärt Zoya. Gleichzeitig wolle man den Geflüchteten seelischen Beistand leisten.

Ukrainerin aus Braunschweig macht eine Sache wütend

Eine Sache trifft bei Zoya allerdings auf großes Unverständnis: „Überall in den Medien liest man, dass zum Beispiel Gas teurer wird oder andere Dinge.“ Dann fragt sie, welchen Preis die Ukraine gerade zahlen würde. Und die Antwort gibt sie prompt selber: „Wir zahlen einen sehr hohen Preis, nämlich mit menschlichem Leben.“

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Sie hoffe, das sich die Situation doch noch diplomatisch lösen lässt: „Aber, was bleibt mir übrig? Ich wünsche mir, dass wieder der Frieden kommt, aber wie das zu erreichen ist, kann ich nicht sagen“, so die Ukrainerin aus Braunschweig. (jko)