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Braunschweig mit radikalen Maßnahmen für Ukraine-Flüchtlinge – altes Hochhaus wird zur Unterkunft

Selenskyj warnt vor "gewaltigen Angriffen" im Donbass und in Mariupol

Mariupol und weitere Orte im Osten und Süden der Ukraine müssen sich nach Einschätzung von Präsident Wolodymyr Selenkyj auf noch heftigere Angriffe Russlands einstellen. Dass die russische Regierung angekündigt habe, die Angriffe auf Kiew und Tschernihiw im Norden des Landes zurückzufahren, sei "Teil ihrer Taktik", sagte Selenskyj in der Nacht zum Freitag.

Braunschweig macht Platz für Ukraine-Flüchtlinge. Der Plan ist, bis Ende April Platz für rund 1.100 Menschen zu schaffen.

Auch das leerstehende Hochhaus an der Otto-von-Guericke-Straße in Braunschweig wird zur Flüchtlingsunterkunft. Aber nicht nur das.

Braunschweig steuert auf 2.000 Ukraine-Flüchtlinge zu

Fakt ist: Mehr als 1.900 Flüchtlinge aus der Ukraine sind derzeit in Braunschweig registriert. Die 250 Plätze in der Stadthalle sind belegt. Eigentlich soll hier aber niemand länger als drei Tage bleiben.

Ähnlich sieht’s in der Sporthalle Naumburgstraße aus, wo 150 Kriegsvertriebene untergebracht werden können. Viele Menschen sind auch privat in Braunschweig aufgenommen worden.

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Braunschweig: Hochhaus wird schnell saniert

Aber das alles reicht nicht. Daher jetzt also das Hochhaus an der Otto-von-Guericke-Straße. Das 50 Jahre alte Gebäude steht seit vier Jahren leer – zuletzt hatte es nur ganz oben noch ein Büro gegeben.

Damals mussten alle Mieter ausziehen, weil offenbar der Brandschutz nicht mehr sichergestellt war. Das ist jetzt offenbar kein Thema mehr. Ab dem 1. Mai will die Stadt hier 75 Geflüchtete unterbringen.

Stadt Braunschweig weitet Kapazitäten aus

Nicht nur das Hochhaus soll als Unterkunft für die Flüchtlinge aus der Ukraine dienen. Die Stadt Braunschweig wird in den kommenden Wochen das ehemalige Vienna-Hotel mit über 300 Plätzen anmieten. Auch zwei weitere Sporthallen werden entsprechend umgebaut: Erst die in der Arminiusstraße (190), dann die Sporthalle Rheinring (180).

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Dass darunter, wie schon im Jahr 2015, der Schul- und Vereinssport leiden müssten, tue ihm leid, sagte Braunschweigs Oberbürgermeister Thorsten Kornblum (SPD) am Freitag. „Leider haben wir aber einfach nicht ausreichend Kapazitäten, um eine größere Zahl von Menschen anderweitig unterzubringen und sie angemessen zu versorgen.“

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Die Stadt nutzt weiterhin ein Hotel für Quarantäne-Fälle und hat seit dem 1. April einen großen Teil des Centro-Hotels mit 120 Plätzen angemietet. Dort sollen vor allem Hochschwangere und gesundheitlich angeschlagene Menschen unterkommen.

Braunschweig: Kitas und Schulen nehmen Flüchtlingskinder auf

Auch in den Kitas tut sich was. Jede Gruppe soll ein ukrainisches Kind aufnehmen, aktuell geht es um 310 Kinder. In den Schulklassen sitzen schon mehrere Kinder aus der Ukraine. Sie werden von ukrainischen und russischen Lehrern oder Mitschülern unterstützt.

So oder so: Die Situation bleibe unübersichtlich, so Braunschweigs Oberbürgermeister Kornblum. Denn nach wie vor sei unklar, wie viele Ukrainer in den kommenden Wochen noch in Braunschweig ankommen – und wie lange sie hier bleiben. Daher betonte auch Krisenstabs-Leiterin Christina Arbogast noch einmal: „Wir sind im Moment froh über jeden Platz, den wir anbieten können.“ (ck)