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Braunschweig: Jetzt ist es amtlich! Dieser beliebte Laden muss schließen – „Tränen werden noch kommen“

Jetzt ist es amtlich: Für einen beliebten Laden ist das Ende besiegelt. Ein Schock für die Betreiber. Sie verlieren einen monatelangen Kampf.

Braunschweig
© News38

Das ist die Löwenstadt Braunschweig

Braunschweig ist von der Einwohnerzahl her die zweitgrößte Stadt Niedersachsens. In der Großstadt im Südosten des Bundeslandes leben knapp 250.000 Menschen. Braunschweig kann auf eine große Historie zurückblicken.

Das Aus eines beliebten Braunschweiger Ladens ist jetzt tatsächlich besiegelt. Lange Zeit kämpften die Betreiber um das Bestehen.

Doch jetzt haben sie den Kampf offenbar verloren. Lange hat das Vater-Tochter-Duo gehofft – gleiches gilt für die Braunschweiger Kundschaft. Stammgäste sind geschockt.

Braunschweig: Ende Dezember ist Schluss

Im Februar 2022 flatterte bei Rolf und Nadine Ohlendorf die Kündigung ins Haus (wir berichteten). Das Aus für das beliebte Bowling-Center an der Wallstraße. Die Halle musste von Grund auf entkernt und saniert werden – der Grund warum Vermieterin Contpark den Ohlendorfs kündigte. Danach folgte ein langes Hin und Her. „Wir kämpfen weiter“, sagten sich Tochter und Vater Ohlendorf im Februar 2023. 

+++ Braunschweig: Doch noch Hoffnung für Bowling-Bahn? „Angst ist da“ +++

Der Schritt, sich an die Medien zu wenden, schien zunächst vielversprechend: „Durch die Artikel sind wir wieder im Rennen“, erklärte Nadine Ohlendorf Anfang April News38. Nach dem Medien-Trubel schlug Contipark einen Businessplan vor, den das Betreiber-Duo einreichen sollte. Damit sollte sich entscheiden, ob der Pachtvertrag um weitere sechs Monate verlängert werden würde. Anschließend sollte es um eine langfristige Lösung gehen.

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Trotz Optimismus blieben bei Vater und Tochter Bauchschmerzen. „Die Angst ist schon da, dass der Vermieter doch wieder absagt“, hieß es damals. Und offenbar zurecht, wie Nadine Ohlendorf jetzt im News38-Gespräch verrät. Fünf Monate habe Contipark gebraucht, um den eingereichten Businessplan zu prüfen – und den Ohlendorfs Zukunfts-Gewissheit zu geben. „Wir haben lange Zeit gar nichts von denen gehört“, so Nadine Ohlendorf.

Braunschweig: Schock-Nachricht lässt alle Hoffnung zerplatzen

Dann die Schock-Nachricht. Nach 45 Jahren soll es sich auf der Bowling-Bahn ausgerollt haben. „Jetzt sind sie zu dem Entschluss gekommen, dass die Renovierungskosten zu hoch sind“, erklärt die 39-Jährige. Das Bowling-Center an der Wallstraße muss deshalb zum 31. Dezember schließen. Contipark wolle die Halle sogar stilllegen, so Nadine Ohlendorf.

Für Vater und Tochter ein Rätsel. Im Bowling-Center laufe es sehr gut. „Das ist ein gut laufender Laden. Das ist krass.“ Das Duo war sogar bereit das Center zu kaufen und sich an den Renovierungskosten zu beteiligen. Doch auch das brachte nichts. „Ich schiebe den Gedanken die ganze Zeit weg. Aber die Tränen werden noch kommen“, antwortet Nadine Ohlendorf auf die Frage, wie es ihr mit der Situation geht.

Nadine Ohlendorf schmerzt eine Sache außerdem. Mit der Schließung fallen auch soziale Aspekte weg. Die Lebenshilfe komme regelmäßig, um die Kugeln über die Bahnen rollen zu lassen. Die Gehörlosen trainieren in der Wallstraße außerdem. „Ich habe den auch immer einen guten Preis gemacht und das auch gerne.“ Doch jetzt müssen sie sich ein neues Center suchen. Stammgäste könnten es nicht fassen. „Alles sind traurig und geschockt.“

„Ist ein komisches Gefühl“

Wie es jetzt für Nadine und Rolf Ohlendorf weitergeht? „Mein Vater ist in Rente“, erklärt die 39-Jährige. Sie selbst müsse sich nach 12 Jahren einen neuen Job suchen. „Ich muss dann gucken, was ich mache.“ Erst einmal geht sie in Elternzeit, im Juni hat ihre Frau einen Sohn geboren. Ob ihr die Zukunft Angst mache: „Ja, auf jeden Fall. Ist ein komisches Gefühl, wenn man nicht weiß, in was für einem Job man landet.“


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Nadine Ohlendorf vermutet hinter der Kündigung etwas ganz anderes: „Ich denke, Contipark will einfach zu viel Pacht haben, was wir am Ende nicht zahlen können. Das haben sie vielleicht am Businessplan gesehen.“ Denn dass die große Fläche einfach ungenutzt bleibt, könne die 39-Jährige einfach nicht glauben. „Da nehme ich doch lieber die kleine Pacht von uns mit, anstatt hier gar nichts zu bekommen. Das ergibt doch keinen Sinn.“

„Jetzt ist es so, wie es ist“

Wie viel Geld die Renovierung kosten soll, weiß Nadine Ohlendorf nicht. „Einen Betrag habe ich nie gehört.“ Generell findet sie es schade, dass sich Contipark nicht ein einziges Mal mit ihnen an den Tisch gesetzt hat.

In Absprache mit ihrem Anwalt bleibt Vater und Tochter jetzt nur noch eines übrig: Akzeptieren. „Jetzt ist es so, wie es ist“, resümiert Nadine Ohlendorf. Sie haben nicht kampflos aufgebeben. „Wir haben immerhin alles versucht.“ Mit leisen Sohlen wollen die Ohlendorfs sich aber nicht davon schleichen. Am 22. Dezember ist der letzte Öffnungstag. „Da will ich noch ein paar Leute einladen.“ Einen Tag später ist dann zu. Dann will Nadine Ohlendorf aber nochmal mit ihrem Team ein bisschen feiern. „Und dann, ja, dann ist es vorbei.“