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DPD in Braunschweig: Zusteller spricht Klartext! „Sehr nervig“

News38 durfte Dietmar Wolff bei seiner DPD-Tour durch Braunschweig begleiten. Eine Sache nervt ihn bei Kunden besonders.

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Das Braunschweiger Schloss - so bewegend ist seine Geschichte

Wir erzählen die bewegende Geschichte des Braunschweiger Schlosses.

Dietmar Wolff arbeitet seit 17 Jahren als Paket-Zusteller – seit fünf Jahren liefert er für DPD aus. News38 durfte den 60-Jährigen bei einer Tour durch Braunschweig begleiten.

Dabei hat der DPD-Zusteller von schönen Momenten, aber auch von schockierenden Begegnungen erzählt. Außerdem offenbarte er, was ihn als Zusteller so richtig nervt.

DPD-Zusteller in Braunschweig: „Fröhliches Raten“

Die Gewerbe-Tour durch die Braunschweiger Schloss Arkaden und das Schloss Carré ist für Dietmar Wolff ein „Schlaf-Wagen“, wie er ihn nennt. 107 Pakete, die auch nicht besonders schwer sind – ein entspannter Arbeitstag für den 60-Jährigen. Was den erfahrenen Zusteller zufriedenstellt: „Auto vollladen, losfahren und anschließend kann ich sagen, ich habe von 200 Paketen 199 ausgeliefert, die Kunden waren zufrieden und ich habe meine innere Zufriedenheit“, erzählt Dietmar News38 während seiner Tour.

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Doch es kristallisiert sich im Laufe des Tages heraus, dass die Zustellung nicht immer problemlos abläuft. „Hochhäuser sind sehr nervig“, bringt es der 60-jährige aus dem Kreis Gifhorn auf den Punkt. Als Beispiel nennt er das Studentenwohnheim auf dem Rebenring. Das große Problem: „Einige Empfänger geben bei ihrer Bestellung nicht an, in welcher Etage sie wohnen“, so Dietmar weiter. Bei 662 Wohnungen und 14 Etagen helfe dann nur noch „fröhliches Raten“.

Oft fehle es dann auch noch an wichtigen Paket-Infos, die er brauche: Fehlender Name an der Klingel, kein Nachname, keine Firmen-Angabe. Auch für Dietmar Wolff sehr ärgerlich – denn ein Paket wieder mitnehmen, will er auf keinen Fall.

„Macht unsere Arbeit leichter“

Was er sich auch von Kunden wünscht: „Einfach Gedanken machen, wo der Zusteller das Paket lassen kann“, antwortet Dietmar Wolff sofort. Täglich steht er vor dem Problem, dass Empfänger nicht Zuhause sind. „Man sollte dann nicht erwarten, dass wir in einem Mehrfamilienhaus sämtliche Klingeln durchklingeln und alle Nachbarn belästigen. Denn auch denen reicht es irgendwann mal.“

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Dietmar sei nicht der Einzige, der dort klingeln würde – und das immer wieder. „Zusteller merken sich irgendwann, wenn jemand immer Zuhause ist und wer nicht.“ Bei den betroffenen Nachbarn würden sich dann die Pakete stapeln. „Sicherlich gibt es auch faule Zusteller, die nur unten klingen“, ist sich Dietmar bewusst. „Da ist die Belästigungs-Quote dann auch höher.“

Doch er fasst zusammen: „Kunden sollen etwas Rücksicht nehmen und mitdenken. Das macht unsere Arbeit leichter.“ Für diejenigen, die keine Pakete vom Dauer-Besteller aus dem Haus annehmen wollen, hat Dietmar einen Tipp. „Man kann auch einfach ein Schild an der Klingel anbringen, auf dem steht, dass man keine Pakete annimmt.“ Der Zusteller wisse in dem Fall Bescheid und der Nachbar habe seine Ruhe.

DPD-Zusteller in Braunschweig vermisst eine Sache

Viele Zusteller mache außerdem eine Sache besonders glücklich: „Der Erfolg ist die Anerkennung“, erklärt Dietmar. „Und die hat stark nachgelassen“, fügt er schnell hinzu. Oft würde ein nettes Wort, ein „Danke“ schon reichen. „Manchmal fehlt die Anerkennung aber das ganze Jahr.“


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So stressig die Weihnachts-Zeit auch ist – genau an und um die Feiertage merke Dietmar Wolff wie die Dankbarkeit zunehme. Einige Empfänger würden dann auch etwas Trinkgeld geben. Doch generell sei das eher selten.

Apropos Weihnachten: Als Dietmar Wolff mit seinen Paketen durch das 1. Obergeschoss der Schloss Arkaden läuft, erinnert er sich an den 23. Dezember zurück. „Da bin ich hier durchgelaufen und habe innerlich geflucht.“

„Ich habe nicht viel eingezahlt“

Denn das Shopping-Center war ziemlich voll, etliche Braunschweiger besorgten noch ihre letzten Einkäufe. Doch für Dietmar war dadurch kaum ein Durchkommen. „Ich habe mir dann irgendwann einfach eine Glocke mitgenommen, damit mich die Leute durchlassen“, erzählt er. „Ich war froh als dann Heiligabend war. Die Ruhetage braucht man danach auch“.

Dietmar will den Beruf nicht nur bis zur Rente machen, auch darüber hinaus will er sich noch hinters Lenkrad setzen. „Ich habe nicht viel eingezahlt. Ich muss länger arbeiten.“ Was er dabei hofft: „Dass das mein Körper mitmacht.“