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Ikea in Braunschweig: Hoher Besuch enttäuscht Mitarbeiter zutiefst – „Hätten ihn gern gesehen“

Ein eher seltener Gast hat sich bei Ikea in Braunschweig blicken lassen. Die Mitarbeiter „begrüßten“ ihn auch – und wurden enttäuscht.

Ein eher seltener Gast hat sich bei Ikea in Braunschweig blicken lassen. Die Mitarbeiter "begrüßten" ihn auch – und wurden enttäuscht.
© IMAGO/imagebroker

Ikea: Die Erfolgsgeschichte des Möbelhauses

Die schwedische Möbelhauskette Ikea erfreut sich in Deutschland bei Kunden großer Beliebtheit. Immer mehr Möbelhäuser entstehen und die Umsätze wachsen. Ikea erzielte im abgeschlossene Geschäftsjahr 2020 in Deutschland einen Einzelhandelsumsatz von 5,325 Milliarden Euro.

Ikea in Braunschweig hat hohen Besuch empfangen – die Belegschaft bekam davon aber leider kaum beziehungsweise gar nichts mit.

Dabei hätten die Mitarbeiter von Ikea in Braunschweig den seltenen Gast gern zu Gesicht bekommen. Aber das beruhte offensichtlich nicht auf Gegenseitigkeit.

Ikea in Braunschweig: Weiter kein Tarifabschluss

Deutschlands Ikea-Chef Walter Kadnar höchstpersönlich war am Mittwoch (6. März) zu Besuch beim schwedischen Möbelriesen in der Löwenstadt. Laut der Gewerkschaft Verdi ist Kadnar derzeit auf Standorte-Tour. In Braunschweig hätten ihn die Mitarbeiter „entsprechend“ begrüßt, hieß es von Verdi.

Fakt ist: Richtig glücklich sind sie derzeit nicht. Schon seit zehn Monaten gibt es in den Tarif-Verhandlungen beim Einzelhandel keinen Abschluss. Aktuell herrscht Stillstand. Aus Verdi-Sicht ist Ikea „ein wichtiger Akteur bei der Blockade-Haltung des Arbeitgeber-Verbandes HDE“.


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Über Jahre hätten die Beschäftigten der Branche bei den Abschlüssen auf mehr Geld verzichtet, sagt Verdi. Daher sei es jetzt an der Zeit, endlich wieder zu den Durchschnittsgehältern in Deutschland aufzuholen. Verdi fordert in der Tarifrunde 2023 im Einzelhandel 2,50 Euro mehr Gehalt und Lohn pro Stunde. Die Ausbildungs-Vergütungen sollen um 250 Euro angehoben werden. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll 12 Monate betragen. Darüber hinaus fordert die Gewerkschaft ein Mindeststunden-Entgelt von 13,50 Euro.

Ikea Braunschweig: Chef nimmt anderen Eingang

Für Verdi ist klar: Ikea habe aktuell kein Interesse an weiteren Zugeständnissen. Auch das Verhalten von Ikea Deutschland-CEO Walter Kadnar spreche Bände, hieß es von einem Gewerkschafts-Sprecher zu News38. Er habe sich am Mittwoch nicht der Belegschaft gezeigt, sondern sei durch einen Hintereingang hereingekommen. „Dabei hätten die Mitarbeitenden gerne gesehen und mit ihm gesprochen“, sagte der Verdi-Sprecher.

Ikea-Beschäftigte haben in Braunschweig eine klare Botschaft mitgebracht.
Ikea-Beschäftigte haben in Braunschweig eine klare Botschaft mitgebracht. Foto: Verdi

Zumal die Braunschweiger Ikea-Mitarbeiter auch noch Unterstützung von ihren Kollegen aus Magdeburg hatten: Zusammen begrüßten sie den Chef dann per Spruchband – „Hej Walter – zurück an den Verhandlungstisch!“ Nur auf diesem direkten Weg könne der festgefahrene Konflikt gelöst werden. Man sei nicht bereit, ein „einseitig aufgezwungenes Angebot“ einfach so anzunehmen.