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Braunschweig: Nach 31 Jahren! Vermisste Studentin wieder aufgetaucht – jetzt packt sie aus

Im Jahr 1984 verschwand eine Studentin aus Braunschweig und wurde für tot erklärt. Jahre später fand man sie – unter falschem Namen.

Braunschweig

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Es ist einer der skurrilsten Vermisstenfälle Deutschlands! Eine Studentin verschwand 1984 in Braunschweig und wurde fünf Jahre später für tot erklärt. Nach über drei Jahrzehnten tauchte sie durch Zufall wieder auf.

Dieser Fall aus dem Jahr 2015 könnte aus einem Krimi stammen, ist aber tatsächlich genauso passiert! Die Geschichte ging um die ganze Welt. Seitdem hat sich Petra P. nicht über die Beweggründe geäußert – bis zuletzt.

Braunschweig: Nach dem Zahnarztbesuch verschwunden

Im Jahr 1984 machte sich Petra P. mit wenigen Habseligkeiten und 3000 Mark im Gepäck auf, um einen Termin beim Zahnarzt in Braunschweig wahrzunehmen. Dann stieg sie in den Bus nach Wolfsburg und wurde zuletzt in einem Waldstück nahe der Bushaltestelle gesehen. Danach hat man nie wieder von ihr gehört oder sie gesehen. Die Polizei war sich sicher: Petra P. ist einem Verbrecher zum Opfer gefallen! Zudem gestand ein Tischler-Lehrling den Mord an ihr – vermutlich, um sich wichtig zu machen. Doch ohne Leiche kein Urteil.

Tatsächlich mietete sie sich aber ein Zimmer in Essen und nannte sich fortan Susanne Schneider. Um ihre Spuren zu verwischen, vermied sie alles, was sie hätte auffliegen lassen können: Sie bezahlte ihre Miete immer bar, besaß kein Auto und gönnte sich nie Urlaub. Dass man öffentlichkeitswirksam nach ihr suchte, bekam sie sie nicht mit. Später zog sie nach Düsseldorf und hatte nach wie vor kein Konto, hatte keinen Internet- oder Telefonanschluss, hielt sich mit Jobs als Nachhilfelehrerin und Putzfrau über Wasser. Doch warum der ganze Aufwand?

Braunschweig: Ermittler stehen vor einem Rätsel

In einem Interview mit der Sendung „Life – Menschen, Momente, Geschichten“ bei RTL erzählt Petra P., wie sie ihren Plan in die Tat umsetzte: „Die Schlüssel habe ich damals meinem Zimmernachbarn gegeben. Ich wollte keinen Ärger haben, wenn die Schlüssel weg sind“, so Petra P. weiter. Das Geld hatte sie vorher beiseitegelegt, hatte aber in ihrem Zimmer im Braunschweiger Studentenwohnheim und auf ihrem Konto Geld zurückgelassen. Daher ging man von einem Verbrechen aus.

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Im Jahr 2015 flog sie auf – rein durch Zufall! Als sie abends von der Arbeit kam, befand sich die Polizei in ihrer Wohnung, weil man bei ihr eingebrochen hatte. Als man sie bat, sich auszuweisen, druckste Petra herum. Schließlich rückte sie mit ihrem alten Reisepass heraus und gab zu: Ich bin die vermisste Petra P.!

Der Fall ließ auch erfahrene Ermittler nicht los. „Für mich war klar: Petra ist ermordet worden. Darauf hätte ich 100.000 Euro gewettet“, sagt Kommissar Holger Kunkel, der mit dem Fall betraut war. Als Petra P. 2015 plötzlich vor ihm stand, war das für ihn ein Schock. „Ich war damals 41 Jahre Polizist und hatte so etwas noch nie gehört. Jetzt weiß ich, warum Terroristen 30 Jahre untertauchen können.“ Über die Beweggründe wollte Petra damals nicht sprechen.

Petra P. packt endlich aus

Auf die Frage nach dem Warum, gesteht sie im RTL-Interview: „Ich weiß es nicht. Ich denke, dass ich schizophren geworden bin. Sie habe nun erfahren, dass Frauen die missbraucht worden sind, eine Schizophrenie entwickeln können. Ich bin die ersten fünf Jahre meines Leben extrem sexuell missbraucht worden“, gibt Petra P. zu.


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Mittlerweile lebt Petra wieder unter ihrem richtigen Namen, hat gültige Papiere, ist im Besitz einer Krankenversicherung und kann zum Arzt gehen. Das Geschehene arbeitet sie mit einem Psychologen auf und ist glücklich. „Ich habe jetzt ein iPad und bin im Internet, das macht mich sehr glücklich“, sagt sie. Ob sie Kontakt zu ihrer Familie hat, ist nicht bekannt.